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Spekulanten wetten gegen VW-Aktie

, Christian Kirchner

VW-Aktien sind im Zuge des Abgasskandals ins Visier von Leerverkäufern geraten. Von Christian Kirchner

VW-Logo © Getty Images
Spekulanten setzen bei VW auf weiter fallende Kurse

Die Volkswagen-Aktie wird zum Spekulationsobjekt: Laut Capital vorliegenden Zahlen des britischen Datendienstleisters Markit haben Spekulanten seit Bekanntwerden der Manipulationen vor knapp zwei Wochen rund 3,5 Millionen Vorzugsaktien sowie rund 1,3 Millionen Stammaktien im Gesamtwert von rund einer halben Milliarde Euro leerverkauft und damit den Kursverfall von rund 160 auf zuletzt 100 Euro beschleunigt.

Leerverkäufer leihen sich Aktien von anderen Investoren und verkaufen sie mit dem Ziel, sie später günstiger an der Börse zurückzukaufen und die Differenz als Gewinn einzustreichen. Ein Ende der Attacke ist nicht in Sicht: Die Zahl der leer verkauften Stamm- und Vorzugsaktien stieg zuletzt sieben Handelstage in Folge an.

VW-Chart

Ein Anstieg der Leerverkäufe ist bei größeren negativen Nachrichten nicht ungewöhnlich. Hinzu kommt, dass sowohl die Stamm- als auch die im Dax notierten Vorzugsaktien von Volkswagen in den vergangenen zwei Wochen sehr rege gehandelt wurden und die Leerverkäufer damit Beschleuniger, nicht jedoch Haupttreiber des Kurverfalls sind.

Erinnerung an Porsches Übernahmeversuch

Dennoch ist laut den Daten von Markit nunmehr jede 18. Vorzugs- und jede 14. überhaupt handelbare Stammaktie von Volkswagen verliehen und leer verkauft. Pikant daran ist, dass die Volkswagen-Aktie eine mit Blick auf Leerverkäufe bewegte Geschichte hat: Im Zuge des Übernahmeversuchs von Volkswagen durch Porsche war der Kurs der Volkswagen-Stammaktie 2008 jener der Vorzugsaktien weit enteilt. Hedgefonds wetteten daraufhin über Monate hinweg immer aggressiver auf eine Verringerung des Kursabstands, indem sie über Leerverkäufe auf fallende Stammaktien wetteten.

Als der Übernahmeversuch publik wurde, verfünffachte sich der Kurs der Stammaktien auf zeitweise über 1000 Euro. Hintergrund:  Aufgrund des niedrigen Streubesitzes der Stammaktien waren an der Börse kaum Papiere verfügbar, die Leerverkäufer zur Begrenzung ihrer Verluste zurückkaufen mussten. Experten sprechen dabei von einem so genannten „Short Squeeze“, der im Fall von Volkswagen eine Änderung der Indexregeln für den Dax und auch einen Austausch zur Folge hatte: Statt wie zuvor die Stammaktien sind nun die breit gestreuten Vorzugsaktien von Volkswagen im Dax notiert.

Nach einem Kursverlust von in der Spitze 45 Prozent konnte sich der Kurs der Volkswagen-Vorzugsaktie am Mittwoch und Donnerstag bei rund 100 Euro etwas stabilisieren.


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