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Geldautomaten-Gebühr bringt kaum etwas

, Heinz-Roger Dohms

Großer Ärger, minimaler Effekt: Die Gebühr fürs Geldabheben bringt den Sparkassen kaum Zusatzeinnahmen.

Vor allem kleinere Sparkassen erheben neuerdings Gebühren fürs Geldabheben © dpa
Vor allem kleinere Sparkassen erheben neuerdings Gebühren fürs Geldabheben

Die neue Geldautomaten-Gebühr der Sparkassen bringt den Instituten nur minimale Zusatzeinnahmen – dafür aber einen erheblichen Imageschaden. Nach Capital-Berechnungen (Ausgabe 5/2017; EVT 20. April) in Kooperation mit der Düsseldorfer Unternehmensberatung Barkow Consulting nehmen die betreffenden Sparkassen mit den umstrittenen neuen Automatengebühren für eigene Kunden zusammen allenfalls 20 Mio. Euro jährlich ein. In Relation gesetzt sind das maximal 0,2 Prozent des Vorsteuerergebnisses sämtlicher deutscher Sparkassen.

Die Institute haben sich laut Capital mit der neuen Gebühr ein Problem geschaffen, ohne ihre Einnahmeseite wirklich zu stärken. Nachdem bekannt geworden war, dass viele der vor allem kleineren Sparkassen mittlerweile auch bei eigenen Kunden Abhebegebühren verlangen, wurde der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) Georg Fahrenschon öffentlich scharf angegriffen, weil er anfänglich die Gebühr dementiert hatte, da sie nur für bestimmte Kontomodelle gilt.

Capital 05/2017
Die neue Capital erscheint am 20. April

Die Summe von 20 Mio. Euro ergibt sich, wenn von den 43 Sparkassen, die eigenen Kunden Gebühren berechnen, jene 26 Häuser abgezogen werden, die nur „Mehrfach-Täter“ abkassieren. Denn: Laut Zahlen des Bankenverbands gehen die Deutschen im Schnitt nur 2,3 Mal monatlich an den Automaten. Die Gebühr fällt bei den meisten beteiligten Sparkassen aber erst ab der vierten Abhebung im Monat an.

Berücksichtigt man also nur die 17 Institute, die das Entgelt schon beim ersten Geldziehen verlangen, ergibt sich bei einer Durchschnittsgebühr von 37 Cent eine Summe von 19,7 Mio. Euro pro Jahr. Dass die Gebühr bei den 17 Sparkassen nicht für alle Kontomodelle gilt, ist in dieser Zahl noch nicht einmal berücksichtigt; sie liegt also womöglich noch niedriger.

Wirklich Geld verdienen die Banken hingegen über die Erhöhung der Grundgebühren. Geht man davon aus, dass diese zuletzt im Schnitt um etwa 1,50 Euro monatlich gestiegen sind, summiert sich das bei rund 100 Millionen Girokonten auf 1,8 Mrd. Euro im Jahr.

Die neue Capital erscheint am 20. April. Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes, GooglePlay und Amazon

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