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Zinshoffnung der Sparer liegt in den USA

, Daniel Saurenz

Von höheren Zinsen können deutsche Sparer nur träumen. Einziger Lichtblick sind die Zinserhöhungen in den USA. Von Daniel Saurenz

Sparschwein © Capital

US-Amerikaner müsste man sein! Auf diesen Gedanken kommen momentan nicht allzu viele Menschen, wenn man Meinungsumfragen glauben darf. Unter Sparern könnte dies jedoch anders aussehen. Denn während in Europa Mario Draghi nur ganz kurze Träume vom Ausstieg aus der Nullzinspolitik erlaubt, macht US-Notenbankchefin Janet Yellen ernst. Die Zinsschere zwischen den USA und Europa geht weiter auseinander – liegt am Ende doch die Hoffnung des deutschen Sparers in Washington?

Die Renditen haben sich zwar nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed beruhigt, doch zahlreiche US-Wirtschaftsdaten sind robust und könnten künftig weitere Leitzinserhöhungen nach sich ziehen. Zwei weitere sind bereits geplant, aber ganz sicher sind sich die Börsianer nicht. Zwar floriert der Arbeitsmarkt, wodurch die Arbeitslosenquote zuletzt bei lediglich 4,7 Prozent lag.

Hinzu kommt, dass der gestiegene Ölpreis die Inflation ebenfalls anheizt und sie nun sogar über dem Ziel der Fed von rund zwei Prozent liegt. Dennoch ist das Problem, dass die Fed nicht allein auf die offizielle Inflationsrate schaut, sondern auf den sogenannten „Personal Consumption Expenditures“ Preis-Index, kurz PCE.

Die richtige Inflation macht die Musik

Er misst, wie sich die Inflation verhalten hätte, wenn die Verbraucher die teuren Güter durch günstigere ersetzt hätten, wenn also beispielsweise Steaks teurer werden, würden Amerikaner verstärkt zu Hamburgern greifen. Die Folge des PCE: Diese Inflationsrate ist deutlich niedriger als die herkömmliche Preissteigerungsrate, obwohl der PCE zuletzt auf 1,9 Prozent gestiegen war.

Die Fed und viele Investoren wissen aber schon seit Längerem, dass der PCE in den nächsten Monaten wegen des kräftigen Anstiegs des Ölpreises noch etwas steigen dürfte. Andererseits sprechen die Wachstumsraten der US-Wirtschaft nicht dafür, dass man über Gebühr bei den Zinsen einschreiten sollte. Was also könnte der echte Grund für die Zinserhöhung sein?

Märkte nicht noch weiter aufblasen

Eine logische Erklärung könnte sein, dass die Fed die Rekordfahrt am Aktienmarkt allmählich bremsen möchte. Immerhin ist der US-Aktienmarkt so extrem hoch bewertet wie selten zuvor. So beläuft sich der Börsenwert des Aktienmarkts auf mehr als 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung der USA. Dieser Indikator ist laut der Investmentlegende Warren Buffett der beste Anzeiger für die Bewertung. Der langfristige Schnitt in den Jahrzehnten vor dem Beginn der 1998er-Blase lag bei lediglich 60 Prozent.

Fed-Chefin Yellen wollte zuletzt zur Bewertung des Aktienmarktes lieber kein Statement abgeben, nach dem sie in der Vergangenheit häufig sagte, die Bewertung läge im Rahmen. Auch zwischen den Zeilen lässt sich manchmal viel herauslesen.

Luft wird dünner

Historisch gesehen laufen Aktienmärkte jedoch am Beginn einer Zinswende noch eine ganze Zeit lang ordentlich, da steigende Zinsen erst einmal eben positive Signale senden. Allerdings wird die Luft allmählich dünner und der Aktienmarkt reagierte auf die hohe Bewertung im März mit einem Seitwärtstrend. Mutige Anleger, die weiterhin von einer solchen Tendenz ausgehen, können mit sogenannten Inline-Optionsscheinen von dieser Erwartung profitieren.

Das Prinzip hinter den Papiere ist denkbar einfach: Bleibt der Kurs, etwa des Dax, innerhalb der Barrieren eines Inliner-Optionsscheins, werden am Laufzeitende 10 Euro ausgezahlt. Wird eine Barriere dagegen nur einmal verletzt, gehen Anleger leer aus. Daher sollten die Barrieren nicht zu eng gewählt werden.

Attraktiv bewertet ist derzeit das Dax-Papier mit der WKN HU66QN, dessen Barrieren bei 12.800 und 9200 Punkten liegen. Bis zur Fälligkeit im Juni 2017 bietet das Papier eine Maximalrendite von rund 40 Prozent, wobei der Puffer nach unten mit 22 Prozent deutlich größer ist als nach oben mit 7,5 Prozent. Eine Alternative ist der Inliner mit der WKN HU8SMY. Hier liegen die Barrieren etwa gleich weit entfernt und die Renditechance beträgt rund 42 Prozent bis Juni 2017.


Daniel Saurenz betreibt das Investment- und Anlageportal Feingold Research. Der Journalist hat unter anderem für Börse Online und die Financial Times Deutschland geschriebenDaniel Saurenz betreibt das Investment- und Anlageportal Feingold Research. Der Journalist hat unter anderem für Börse Online und die Financial Times Deutschland geschrieben



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