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So schützen Sie Ihr Depot

, Christian Scheid

Kursabstürze wie zu Jahresbeginn sind nichts für nervöse Anleger. Vier Strategien für ruhige Nächte.

© Getty Images
Mit der richtigen Strategie können sie auch in turbulenten Börsenzeiten gut schlafen

Eigentlich ist die Sache ganz einfach: Wer sich am Aktienmarkt engagiert, sollte dies mit einer langfristigen Perspektive tun. Wer die Wertentwicklung seines Depots über Jahrzehnte beurteilt, lässt sich von kurzfristigen Kursschwankungen kaum beeindrucken. Anleger, die weniger weit in die Zukunft planen, bevorzugen Strategien, mit denen sie allzu große Verluste vermeiden. Ein Überblick:

Rechtzeitig verkaufen

„Sell in May and go away.“ Börsenweisheiten liefern einen groben Anhaltspunkt dafür, wann es sich aus langjähriger Erfahrung lohnt, Aktien zu verkaufen, weil die Kurse abwärts tendieren. Mancher Satz ist statistisch jedoch nicht untermauert. „And remember to come back in September“ etwa führt in die Irre: Im Herbst geht es an den Börsen oftmals eher turbulent zu, ehe die Kurse zum Jahresende hin nochmals kräftig zulegen.

Stoppkurse setzen

Um schmerzhaften Verlusten vorzubeugen, eignen sich sogenannte Stoppkurse. Der Anleger bestimmt einen Kurs unterhalb der aktuellen Notierung, bei dem ein Verkaufsauftrag für ein Wertpapier ausgelöst werden soll. Oft wird empfohlen, den Stoppkurs etwa 15 oder 20 Prozent unter dem Kaufkurs zu setzen. Bei Titeln, deren Kurse generell stark schwanken, ist ein größerer Abstand sinnvoll, bei weniger volatilen Papieren ein geringerer. Problematisch wird es bei Aktien, die nach dem Setzen der Stoppmarke stark im Kurs steigen. Hier greift der Stoppkurs oft zu spät. Ein Beispiel: Angenommen ein Anleger will Verluste ausschließen die zehn Prozent überschreiten. Er kauft eine Aktie zum Kurs von 60 Euro. Diese würde automatisch verkauft, sobald ihr Kurs unter 54 Euro fällt. Das nützt aber wenig, wenn der Kurs auf 100 Euro steigt. In diesem Fall würde die Aktie ebenfalls erst bei einem Kursrutsch unter die 54-Euro-Marke verkauft. Eine Alternative bieten sogenannte Trailing-Stop-Loss-Orders, bei denen der Verkaufsauftrag an die Kursentwicklung angepasst wird.

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Chartanalyse nutzen

Auch die Chartanalyse kann eine Hilfe sein, beispielsweise indem der Stoppkurs knapp unter dem vorherige Kurstief gesetzt wird. Viele charttechnik-affine Anleger richten ihr Handeln auch an Durchschnittskursen aus. So kann der Anleger etwa aussteigen, wenn der Kurs des Wertpapiers (oder der Index) unter die 200-Tage-Linie fällt. Er kehrt erst dann an die Börse zurück, wenn der Kurs die 200-Tage-Linie wieder von unten durchbricht. Die schlimmsten Momente eines Börsenkrachs bleiben ihm somit erspart, allerdings nimmt er Haussen auch nur zum Teil mit.

Derivate einsetzen

Vor allem Besitzer großer Depots können sich mit dem Kauf von Verkaufs-Optionsscheinen, sogenannten Puts, gegen Kursstürze am Aktienmarkt absichern. Mit diesen Scheinen spekulieren Anleger gewöhnlich auf fallende Kurse. Ein Put kann aber auch wie eine Versicherung wirken: Fällt der Aktienkurs, steigt der Wert der Verkaufsoption. Im Idealfall heben sich beide Bewegungen auf. Trotz fallender Aktienkurse verliert der Anleger kein Geld. Steigen die Notierungen, verdient er aber auch nicht daran. Denn Kursgewinnen des Aktiendepots stehen dann Verluste bei den Put-Optionsscheinen gegenüber. Im Extremfall verfallen die Derivate sogar wertlos.


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