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Schwellenländerfonds werden erwachsen

, Julia Groth

Die Wette auf ein breites Marktwachstum reicht nicht mehr, um eine überdurchschnittliche Performance zu erzielen. Die erfolgreichsten Emerging-Markets-Fonds setzen auf spezielle Strategien und kleine Firmenwerte. Von Julia Groth

In mehreren Schwellenländern sind die Aktienkurse auf Talfahrt © pixelio.de/Andreas Hermsdorf
In mehreren Schwellenländern sind die Aktienkurse auf Talfahrt

Die Wirtschaft in Europa und in den USA erholt sich, die Schwellenländer scheinen indes nicht hinterher zu kommen. In wichtigen Emerging Markets wie China, Russland oder Brasilien hat sich das Wirtschaftswachstum zuletzt deutlich abgeschwächt. Insgesamt wird der Wachstumsvorsprung der aufstrebenden Volkswirtschaften gegenüber den entwickelten Ökonomien kleiner. Das spiegelt sich in der Performance von Schwellenländer-Aktienfonds wider: In den vergangenen drei Jahren haben die Produkte pro Jahr im Schnitt um fünf Prozent an Wert zugelegt. Weltweit investierende Aktienfonds schafften im selben Zeitraum fast 17 Prozent Plus, also mehr als dreimal so viel.

Wer mit Emerging-Markets-Aktienfonds eine überdurchschnittlich hohe Performance erzielen will, hätte zuletzt auf Produkte setzen müssen, die nicht breit in Aktien großer Unternehmen aus Schwellenländern investieren, sondern spezielle Strategien verfolgen. Daten der Fondsratingagentur Morningstar zeigen: Unter den zehn besten Schwellenländer-Aktienfonds der vergangenen drei Jahre investieren gleich fünf Produkte in Aktien kleiner Unternehmen, sogenannte Small Caps. Ein weiterer Fonds setzt auf Nachhaltigkeit, einer anderer fokussiert sich auf Konsumwerte.

Fondsmanager gehen höhere Risiken ein

Der auf Dreijahressicht beste Fonds stammt vom niederländischen Fondsanbieter NN Investment Partners (NNIP) und verfolgt ebenfalls einen speziellen Ansatz: Manager Manu Vandenbulck sucht nach Unternehmen, die hohe und stabile Dividenden zahlen. Diese findet er zurzeit vor allem in der Finanz- und der Energiebranche. Das NNIP-Produkt zeigt, dass die Schwellenmärkte erwachsen werden: Vor einigen Jahren waren Schwellenländerfonds mit Dividendenfokus noch undenkbar, mittlerweile schütten immer mehr Unternehmen in Emerging Markets eine Dividende an ihre Aktionäre aus.

Die Small-Cap-Fonds in den Top Ten zeigen, dass Fondsmanager in Schwellenländern mittlerweile höhere Risiken eingehen, um an der Spitze zu stehen. Eine Wette auf das breite Marktwachstum genügt dafür nicht mehr. Investments in Aktien kleiner Unternehmen sind in der Regel riskanter als Anlagen in Standardwerte, weil die Kurse von Small Caps deutlich stärker schwanken. In guten Zeiten schneiden Small Caps meist besser ab als Standardwerte, in schlechten Zeiten fallen ihre Kurse deutlich tiefer.

Für erfahrene Schwellenländerinvestoren sind Small-Cap- und Dividendenfonds eine interessante Ergänzung. Haben Anleger noch keine Emerging-Markets-Aktien im Portfolio, sollten sie allerdings erst einmal zu Fonds greifen, die breit gestreut in Standardwerte aus Schwellenländern investieren.


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