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Fonds setzen auf China

, Julia Groth

Chinesische Aktien haben in breiten Emerging-Markets-Indizes mit Abstand das höchste Gewicht. In vielen Schwellenländerfonds sind die Titel sogar noch höher gewichtet. Von Julia Groth

Kurse an der Börse in Schanghai © Getty Images
Kurse an der Börse in Schanghai

In Zukunft dürften chinesische Aktien in Schwellenländerindizes eine deutlich größere Rolle spielen als heute. Hauptgrund dafür ist die Entscheidung des US-Indexanbieters MSCI, sogenannte A-Aktien, die an den Börsen in Schanghai und Shenzhen gehandelt werden, im kommenden Jahr in seine Emerging-Markets-Barometer aufzunehmen. Bereits ohne A-Aktien hat China im Aktienindex MSCI Emerging Markets derzeit ein Gewicht von rund 29 Prozent und ist damit stärker vertreten als jedes andere Schwellenland.

Manager von Emerging-Markets-Aktienfonds rechnen offenbar damit, dass die Kurse chinesischer Aktien im Fahrwasser der MSCI-Entscheidung steigen. Obwohl Chinas Wirtschaft zuletzt langsamer gewachsen ist als gedacht, haben viele von ihnen chinesische Werte gegenüber der Standard-Benchmark sogar noch einmal übergewichtet. Das zeigt ein Blick in die Portfolios der für deutsche Privatanleger erhältlichen Schwellenländer-Aktienfonds, die in den vergangenen drei Jahren am besten abgeschnitten haben.

Hoher China-Anteil ist gut für die Performance

Auf Rang eins liegt ein Fonds des Schweizer Fondsanbieters Vontobel. Er erzielte auf Dreijahressicht ein Plus von 15,7 Prozent jährlich, zeigen Daten des Fondsratinghauses Morningstar. Im laufenden Jahr schnitt er mit bislang 17,6 Prozent Plus ebenfalls überdurchschnittlich gut ab. Chinesische Aktien machen rund 34 Prozent des Portfolios aus, sind also deutlich übergewichtet. Größter chinesischer Einzelwert ist die Aktie des Internet-Konzerns Tencent. Das zweithöchste Gewicht haben südkoreanische Titel.

Auch im „Comgest Growth Emerging Markets“ sind chinesische Aktien übergewichtet, ihr Anteil am Portfolio beträgt derzeit 31,5 Prozent. Der Fonds legte in den vergangenen drei Jahren im Schnitt um 9,6 Prozent pro Jahr an Wert zu. Seit Jahresbeginn verzeichnete er ein Plus von 11,4 Prozent. Größter chinesischer Einzeltitel im Portfolio ist die Aktie des Versicherers China Life Insurance. Neben chinesischen Aktien investieren die Fondsmanager stark in brasilianische Aktien. Diese sind gegenüber der Benchmark noch stärker übergewichtet als chinesische Werte, machen absolut gesehen aber nur rund 13 Prozent des Portfolios aus.

Ein hoher Anteil an chinesischen Aktien hat der Performance zuletzt auf die Sprünge geholfen. Dass es auch anders geht, zeigt der „T. Rowe Price Emerging Markets Equity“. Dort sind China-Titel rund sechs Prozentpunkte untergewichtet. Mit 21,6 Prozent stellen sie zwar immer noch den größten Teil des Portfolios, haben aber ein deutlich niedrigeres Gewicht als in den übrigen Top-Ten-Produkten. Mit einem jährlichen Plus von 9,4 Prozent in den vergangenen drei Jahren liegt der Fonds auf Rang zehn.


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