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Nur die arabische Halbinsel zählt für Investoren

, Julia Groth

Der arabische Frühling hat nicht die ersehnten Verbesserungen gebracht. Manager, die in der Region investieren, konzentrieren sich heute vor allem auf die Kleinstaaten der arabischen Halbinsel. Von Julia Groth

Börse in Dubai © Getty Images
Börse in Dubai

Wer regelmäßig Nachrichten schaut, dürfte sich fragen, wo Fondsmanager, die Aktien nordafrikanischer und arabischer Unternehmen kaufen, überhaupt noch anlegen können. Fünf Jahre nach Ausbruch des Arabischen Frühlings hat Armeechef Abdel Fattah el-Sisi in Ägypten ein Regime errichtet, das dem des gestürzten Diktators Hosni Mubarak ähnelt. In Tunesien wiederum ist die Wirtschaft am Boden, die Arbeitslosenrate explodiert. Und Libyen versinkt im Bürgerkrieg, der Islamische Staat breitet sich immer mehr aus. In den Ländern auf der arabischen Halbinsel gärt es, auch in Syrien ist kein Ende des völlig aus dem Ruder gelaufenen Konflikts in Sicht.

Als sich im Frühjahr 2011 in vielen nordafrikanischen Ländern das Volk erhob und seine Diktatoren stürzte, waren Fondsmanager optimistisch und hofften auf neue demokratische Regierungen, die mit einer gemäßigten Politik die Wirtschaft in ihrem jeweiligen Land ankurbeln würden. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Auf Sicht von einem Jahr liegen selbst die besten Fonds, die in Nahost und Nordafrika (Middle East and North Africa, MENA) investieren, im Minus.

Mangel an Alternativen

Immerhin: Einige Fondsmanager haben es in den vergangenen drei Jahren geschafft, trotz der schwierigen politischen Situation in ihrer Anlageregion ordentliche Renditen zu erwirtschaften. Allen voran der Manager des „Charlemagne Magna MENA“. Auf Dreijahressicht konnte er den Wert des Fonds um rund 25 Prozent pro Jahr steigern. Derzeit investiert er vor allem in Aktien aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, aus Saudi-Arabien und Ägypten. Der ägyptische Aktienmarkt setzt trotz der schwierigen politischen Lage immer wieder zu zwischenzeitlichen Höhenflügen an, im Jahr 2014 legte er zum Beispiel deutlich zu. Zuletzt konnte der Charlemagne-Manager Verluste begrenzen, indem er sich von Aktien saudischer Öl-Unternehmen fernhielt. Diese leiden unter dem niedrigen Ölpreis.

Aus Mangel an Alternativen konzentrieren sich MENA-Fondsmanager derzeit auf die arabische Halbinsel, kaufen vor allem Aktien von Unternehmen aus Kuwait, Katar oder Dubai. In diesen Ländern ist die politische und wirtschaftliche Lage im regionalen Vergleich am stabilsten. Sogar der Ölpreisverfall bereitet den arabischen Kleinstaaten, die zu einem Gutteil von Petrodollars leben, bislang keine großen Probleme. Das Anlageuniversum von MENA-Fonds ist also in den vergangenen Jahren geschrumpft. Solange auf den Arabischen Frühling kein Sommer folgt, müssen Investoren trotz dieser Vorsichtsmaßnahme auf Kurseinbrüche gefasst sein.


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