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Minenfonds enttäuschen Anleger

, Julia Groth

Fonds, die in Minenaktien investieren, haben zuletzt fast ausnahmslos heftige Verluste verbucht. Sogar mit den wenigen Fonds, die in den vergangenen Monaten besser gelaufen sind, werden Anleger nicht glücklich. Von Julia Groth

Kupfermine in Brasilien © Getty Images
Tagebau in Brasilien: Die großen Bergbaukonzerne leiden unter dem Preisverfall bei Rohstoffen

Minenaktien sind für Anleger das reinste Minenfeld. Seit Jahren sinken die Aktienkurse vieler Bergbaugesellschaften, denn niedrige Preise für Gold und andere Edel- und Industriemetalle machen den Unternehmen zu schaffen. Steht zwischendurch doch einmal eine Rallye ins Haus, etwa wenn der Goldpreis steigt, gehen die Kurse von Minenaktien durch die Decke – und stürzen oft genug einige Zeit später wieder ab. Darüber hinaus ist es grundsätzlich schwierig, im Minensektor solide Unternehmen zu finden. Der Rohstoffabbau ist ein riskantes Geschäft, geprägt von Enttäuschungen und versenktem Kapital.

Diese Faktoren spiegeln sich in der Performance von Minenaktienfonds wider. Auf Sicht von drei Jahren liegen sämtliche Produkte auf dem deutschen Markt tief im Minus. Im Schnitt verloren die Fonds in diesem Zeitraum 25 Prozent pro Jahr. Einige wenige Fonds brachten Anlegern allerdings auf kurze Sicht ordentliche Renditen.

Zu den Ausnahmen zählt etwa der Fonds Stabilitas Pacific Gold+Metals, aufgelegt von der auf Edelmetalle spezialisierten Investmentboutique Stabilitas. Er legte in den vergangenen zwölf Monaten um satte 45 Prozent zu und ließ die Konkurrenz weit hinter sich. Fondsmanager Martin Siegel hatte offenbar ein glückliches Händchen bei der Aktienwahl. Auch Wechselkurseffekte dürften eine Rolle gespielt haben: Siegel hat viele australische Titel im Portfolio. Die exportorientierten Minengesellschaften aus Down Under profitierten in den vergangenen Monaten davon, dass der australische Dollar gegenüber der US-Währung an Wert verlor.

Kein echter Gewinner

Langfristig-Anleger dürften mit dem Stabilitas-Fonds allerdings nicht froh geworden sein. Seit Auflegung im Jahr 2007 hat er auch rund 35 Prozent verloren. Enorme Gewinne wechseln sich mit enormen Verlusten ab. Der Fonds verzeichnet deutlich stärkere Schwankungen als die meisten anderen Minenfonds, die ihrerseits nicht gerade zu den schwankungsarmen Investments zählen.

Wer nach stabilen Minenfonds sucht, muss Abstriche machen – und landet dann möglicherweise beim Fonds Structured Solutions Lithium Index Strategie. Er schwankt weniger stark als viele andere Produkte. Der Fonds ist in zweierlei Hinsicht eine Ausnahme: Erstens bildet er die Wertentwicklung eines Index nach, wird also nicht aktiv verwaltet. Zweitens investiert er nicht – wie die meisten Minenfonds – in Aktien von Edelmetallproduzenten, sondern in Titel von Unternehmen, die Lithium abbauen. Das Leichtmetall kommt unter anderem in Smartphone-Akkus zum Einsatz.

Der Fonds, aufgelegt von der Privatbank Hauck & Aufhäuser, kostet Anleger durch seine vergleichsweise stete Wertentwicklung womöglich weniger Nerven als viele Konkurrenzprodukte. Glücklich geworden sind Anleger mit ihm allerdings auch nicht. In den vergangenen drei Jahren hat er mit minus 14,8 Prozent jährlich zwar den geringsten Verlust unter den Minenfonds erzielt. Im laufenden Jahr steht allerdings nur ein Plus von 1,2 Prozent zu Buche.


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