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Israels Aktienmarkt ist ein Blick wert

, Marlene Hartz

Technologie- und Pharma-Unternehmen aus Israel entwickeln sich gut, ihre Aktien sind für Anleger als Beimischung interessant. Der Nahostkonflikt belastet die Börse in Tel Aviv kaum. Von Marlene Hartz

Börse in Tel Aviv © Getty Images
Börse in Tel Aviv: Mit Aktien israelischer Unternehmen sind Anleger in den letzten Jahren gut gefahren

Auf der Suche nach spannenden Investments sollten sich Anleger auch abseits der großen Handelsplätze umsehen – zum Beispiel im Nahen Osten, genauer: in Israel. Israelische Aktien haben zwischen Anfang 1995 und Ende 2014 im Schnitt rund 8,6 Prozent pro Jahr an Wert zugelegt. Damit schnitten sie fast so gut ab wie Aktien aus Russland (9,6 Prozent) und Brasilien (9,3 Prozent), und sie entwickelten sich allemal besser als Aktien aus China (2,5 Prozent) oder aus Korea (5,8 Prozent).

Viele Anleger denken bei Israel zuerst an den Nahostkonflikt. Seit Herbst vergangenen Jahres häufen sich Messerattacken von Palästinensern auf israelische Bürger. Die Börse in Tel Aviv wird dadurch aber nicht beeinträchtigt. Israels angespanntes Verhältnis zu seinen Nachbarn belastet die Aktienkurse höchstens vorübergehend. „Israel ist ein Industriestaat und unterscheidet sich damit wirtschaftlich stark von seinen Nachbarn“, sagt Terence Klingman, Schwellenländerexperte der UBS. Er empfiehlt: „Israel-Investoren sollten den geopolitischen Krisen im Nahen Osten nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken. Der israelische Aktienmarkt hat sich bislang von Konflikten immer schnell wieder erholt.“

Israels Wirtschaft entwickelt sich gut, die Arbeitslosigkeit ist gering, der Konsum stabil. Exporte machen rund 45 Prozent des Bruttoinlandproduktes aus. Besonders stark sind die Pharma- und die High-Tech-Industrie. Unternehmen aus diesen Sektoren haben enormes Innovationspotenzial, sagt Klingman. Allerdings seien bislang noch nicht alle aussichtsreichen Firmen börsennotiert.

Ähnliche Entwicklung wie die Nasdaq

Auch Ufuk Boydak, Fondsmanager bei der Investmentboutique Loys, findet Aktien aus der israelischen Gesundheitsbranche interessant. Zum Beispiel Teva Pharmaceutical: Das Unternehmen mit Sitz in Petach Tikwa gehört zu den größten Pharmakonzernen weltweit. In den vergangenen zehn Jahren ist sein Aktienkurs um rund 60 Prozent gestiegen. Teva ist als echtes Schwergewicht mit verantwortlich dafür, dass die Pharma-Branche im israelischen Aktienindex TA-100 ein besonders großes Gewicht hat.

Teva Pharmaceutical ADR Aktie

Teva Pharmaceutical ADR Aktie Chart
Kursanbieter: L&S RT

Für deutsche Privatanleger sind israelische Aktien ein Nischeninvestment. „Der israelische Aktienmarkt ist vergleichsweise klein“, sagt Jörg Rohmann, selbständiger Finanzmarktexperte. Darüber hinaus hält sich das Diversifikationspotenzial in Grenzen, denn: „Der israelische Aktienmarkt ist durch einen hohen Anteil zyklischer und technologiebasierter Titel geprägt und weist einen ähnlichen Verlauf wie der amerikanische Technologie-Index Nasdaq auf.“ Die hohe Innovationskraft israelischer Unternehmen mache ihre Aktien trotz allem als Beimischung interessant.

Wer breit in israelische Aktien investieren will, hat in Deutschland wenig Auswahl. In der Vergangenheit gab es einige aktiv verwaltete Israel-Aktienfonds für deutsche Privatanleger, die aber inzwischen allesamt aufgelöst oder mit anderen Fonds verschmolzen wurden. Zu Beginn dieses Jahres hat die Blackrock-Tochter iShares einen börsengehandelten Indexfonds (ETF) aufgelegt, der den israelischen Aktienindex TA-25 nachbaut. Der Index enthält die 25 größten Unternehmen, die an der Börse in Tel Aviv gelistet sind.


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