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"Smart Beta könnte günstiger werden"

, Julia Groth

Lyxor-ETF-Expertin Heike Fürpaß-Peter erklärt, an welchen Neuheiten der Indexfondsanbieter arbeitet und warum die Gebühren von ETFs auf alternativ gewichtete Indizes bald sinken dürften. Von Julia Groth

Finanzdaten © Getty Images

Heike Fürpaß-Peter ist Vertriebsleiterin für Deutschland und Österreich bei Lyxor ETF. Der Fondsanbieter ist eine Tochtergesellschaft der französischen Bank Société Générale.Heike Fürpaß-Peter ist Vertriebsleiterin für Deutschland und Österreich bei Lyxor ETF. Der Fondsanbieter ist eine Tochtergesellschaft der französischen Bank Société Générale.


Capital: Immer mehr ETF-Anbieter legen sogenannte Smart-Beta-Produkte auf, die alternativ gewichtete Indizes nachbauen. Was kam zuletzt Neues von Lyxor?

Fürpaß-Peter: Wir arbeiten gerade an einigen neuen Income-ETFs, also Produkten, die eine regelmäßige Ausschüttung bieten. Wir haben schon einen globalen und einen europäischen Indexfonds auf Qualitätsaktien mit besonders hohen Dividendenrenditen. Bald sollen Income-ETFs für US-amerikanische und britische Aktien dazukommen.

Dividenden-ETFs sind in der Finanzkrise 2008/2009 abgestürzt, weil ihre zugrundeliegenden Indizes viele Bankaktien enthielten. Können Income-ETFs dieses Risiko ausschließen?

Für unsere ETFs ist entscheidend, dass die darin enthaltenen Titel eine hohe Dividendenrendite und eine hohe Qualität hinsichtlich des Geschäftsmodells aufweisen. Das soll verhindern, dass Unternehmen für Dividendenzahlungen ihre Substanz angreifen müssen.

Viele Investmentgesellschaften haben in den vergangenen Jahren aktiv verwaltete Income-Fonds aufgelegt. Geht es bei Smart Beta darum, Trends aus der aktiven Fondswelt zu kopieren?

Wir schauen überhaupt nicht so sehr darauf, was es in der aktiven Welt passiert. Nehmen Sie zum Beispiel Multi-Faktor-ETFs, die mehrere sogenannte Faktoren wie Value oder Momentum kombinieren. Diese Produkte sind tief in der passiven Welt verwurzelt. Auch risikominimierende Smart-Beta-Ansätze wie Minimum Varianz oder Low Volatility sind alles andere als ein Abklatsch aktiver Strategien.

Anleger müssen bei Smart Beta öfter ins Depot schauen

Welche Neuheiten kommen als nächstes?

In den vergangenen Jahren lag der Fokus auf Aktienprodukten. Das hat historische Gründe. Die ersten ETFs wurden auf Aktienindizes aufgelegt, auch die ersten Smart-Beta-Produkte. Ich kann mir vorstellen, dass in der kommenden Zeit mehr smarte Anleiheprodukte auf den Markt kommen. In diesem Bereich kann eine alternative Indexgewichtung besonders große Vorteile haben. In herkömmlichen Rentenindizes haben die Länder oder Unternehmen mit den höchsten Schulden das größte Gewicht. Das ist nicht sinnvoll.

Lyxor hat zuletzt die Gebühren für mehrere herkömmliche ETFs gesenkt, auch bei anderen Anbietern werden klassische Indexfonds günstiger. Smart-Beta-Produkte sind dagegen vergleichsweise teuer. Warum?

Die Kostensenkungen haben unter anderem mit den hohen Mittelzuflüssen der vergangenen Jahre zu tun. ETFs sind Skalenprodukte. Je größer sie sind, desto mehr Kostenvorteile können Anbieter an die Investoren weitergeben. Je mehr Geld in Smart-Beta-ETFs fließt, desto eher kann es auch dort Skaleneffekte geben, sodass die Produkte in Zukunft eventuell günstiger werden. Wegen der komplexeren Indexstruktur werden sie aber immer etwas teurer sein als Standard-ETFs.

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