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Income-Fonds bekommen Probleme

, Julia Groth

Steigende Zinsen setzen Fonds mit regelmäßiger Ausschüttung unter Druck. Viele Manager schichten von Anleihen in Aktien um. Von Julia Groth

© Getty Images

Nach vier turbulenten Jahren ist die Allianz-Tochter Pimco wieder obenauf. Nachdem Firmengründer und Star-Fondsmanager Bill Gross das Haus verlassen hatte, zogen Investoren viel Geld aus dem einstigen Verkaufsschlager Pimco Total Return Bond Fund ab. Nun hat die Investmentgesellschaft ein neues Flaggschiff: den Pimco Income Fund. Drei Viertel der insgesamt 38 Mrd. US-Dollar, die Pimco im ersten Quartal dieses Jahres einsammeln konnte, flossen in den Anleihefonds. In der Folge avancierte er zum größten aktiv verwalteten Anleiheportfolio weltweit mit einem Volumen von derzeit rund 90 Mrd. Dollar.

Income-Fonds erfreuen sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit. Sie locken Investoren mit der Aussicht auf regelmäßige Ausschüttungen, im Fachjargon „Income“ genannt. Im angelsächsischen Raum kommen die Fonds bereits seit langem unter anderem in der Altersvorsorge zum Einsatz. In Deutschland sind sie erst im Niedrigzinsumfeld populär geworden. Weil bonitätsstarke Anleihen kaum noch Zinsen abwerfen, weichen viele Anleger, die auf stetige Erträge angewiesen sind, auf andere Produkte aus.

Schwierige Suche nach verlässlichen Renditequellen

Manager von Income-Fonds stellen Anlegern in der Regel eine jährliche Ausschüttung von vier bis fünf Prozent in Aussicht. Die Zahlungen sind nicht garantiert, sind aber für die Anbieter ein wichtiges Vertriebsargument. In den kommenden Monaten dürfte es für Fondsmanager schwieriger werden, die Erwartungen ihrer Kunden zu erfüllen. Grund: Die steigenden Leitzinsen in den USA setzen die Anleihekurse unter Druck. Bond-Produkte wie der Pimco Income Fund dürften darunter besonders stark leiden. Aber auch für Manager von Multi-Asset-Income-Fonds wird es schwieriger, genügend verlässliche Renditequellen zu finden, um ihre Ausschüttungsversprechen einzulösen.

Viele Income-Fondsmanager setzen jetzt stärker auf Aktien als auf Anleihen. Insbesondere dividendenstarke Titel sollen ihnen dabei helfen, ihre Ausschüttungsziele zu erreichen. Sowohl in den USA als auch in Europa entwickelt sich die Wirtschaft gut, die Gewinne der Unternehmen steigen stärker als erwartet. Viele Firmen dürften deshalb für das laufende Jahr mehr Geld an Aktionäre ausschütten als bisher.

Höhere Aktienquote

„In Europa sind die Dividenden und das Dividendenwachstum besonders attraktiv“, sagt Michael Schoenhaut, Manager des JPM Global Income Fund von J.P. Morgan Asset Management. Er hat zuletzt die Aktienquote in seinem Fonds erhöht. Mit mehr als 40 Prozent liegt sie derzeit nahe des bisherigen Höchststands von 45 Prozent. „Um die Risiken traditioneller Rentenanlagen im aktuellen Umfeld zu meiden, halten wir überdies an unserer Präferenz für Unternehmens- gegenüber Staatsanleihen fest“, sagt Schoenhaut. In der Vergangenheit habe es sich zudem in ähnlichen Marktphasen ausgezahlt, in Hochzinsanleihen zu investieren.

Doch nicht alle Income-Fondsmanager gehen stärker ins Risiko. Wegen politischer Risiken, des eher schwachen globalen Wirtschaftswachstums und der hohen Bewertungen an den Aktienmärkten halten sich etwa die Manager des Blackrock Global Multi-Asset Income Fund bei Aktien zurück. Die Aktienquote im Fonds liegt derzeit bei rund 30 Prozent. Vor einem Jahr war sie deutlich höher. „Wir halten aber an unserer höheren Cash-Position fest, um mögliche Kursschwächen in den nächsten Quartalen für Zukäufe nutzen zu können“, schreiben die Manager in ihrem aktuellen Kommentar.

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