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Im Baumarkt der Long‑Short-Fonds

, Julia Groth

Aktienfonds, die sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse setzen, sind untereinander kaum vergleichbar. Anleger müssen sich die einzelnen Strategien genau anschauen. Von Julia Groth

Euro-Münzen
Long-Short-Fonds haben in diesem Jahr sehr unterschiedlich abgeschnitten

Heimwerker kennen das Problem: Man will nur rasch etwas zusammenbauen – und stellt auf einmal fest, dass es gar nicht so einfach ist, die passenden Einzelteile zu finden. Mit global investierenden Long-Short-Aktienfonds ist es ähnlich. Die Fonds, deren Manager gleichzeitig auf steigende und auf fallende Aktienkurse setzen, kommen genauso wie Schrauben und Dübel in ganz unterschiedlichen Größen und Formen daher. Sie eignen sich daher gut als Beimischung, um ein Portfolio krisenfester zu machen. Bevor sich Anleger damit eine Strategie zurechtzimmern können, müssen sie sich allerdings durch den gesamten Baumarkt kämpfen.

Die zehn besten globalen Long-Short-Aktienfonds der vergangenen drei Jahre lassen sich eigentlich nicht miteinander vergleichen. So investiert der Fonds „MLIS CCI Healthcare Long/Short UCITS“, aufgelegt von der Investmentbank Merrill Lynch, vor allem in Aktien aus der Gesundheitsbranche. Der „GAM Star (Lux) – Financials Alpha“ legt den Schwerpunkt auf Titel aus der Finanzbranche. Und der „Henderson Gartmore Japan Absolute Return“ konzentriert sich auf Aktien japanischer Unternehmen.

Knackpunkt Gebühren

Entsprechend unterschiedlich fiel zuletzt die Performance der Fonds aus. Die zehn Spitzenreiter bewegten sich im laufenden Jahr zwischen plus 22 und minus 7,5 Prozent. Die schlechte Wertentwicklung einzelner Long-Short-Aktienfonds ist umso unverständlicher, als die Aktienmärkte seit Jahresbeginn unterm Strich gestiegen sind, das Minus also vermeidbar gewesen wäre.

Genauso unterschiedlich wie die Performance fallen die Gebühren der Fonds aus. Für den „FTC Gideon I“, verwaltet vom Wiener Fondsanbieter FTC Capital, werden pro Jahr gerade einmal 0,1 Prozent fällig. Damit ist der Fonds günstiger als viele börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Für den Merrill-Lynch-Fonds zahlen Anleger dagegen 2,75 Prozent jährliche Gebühr – so viel wie für einen Dachfonds.

Wer seinem Portfolio Long-Short-Aktienfonds beimischen will, sollte deshalb genau hinschauen, welche Strategie die Fondsmanager verfolgen, wie sie auf kurze und lange Sicht abgeschnitten haben und welche Gebühren sie verlangen. Darüber hinaus ähneln sich Long-Short-Fonds und Baumaterialien noch in einer weiteren Beziehung: Ebenso, wie es viele Dübel nur in verbraucherunfreundlichen Riesenpackungen gibt, sind viele Fonds erst ab einer hohen Mindestanlagesumme zu haben.


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