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Ich kaufe jetzt…

, Capital-Redaktion

Fondsmanager, Vermögensverwalter und Anlagestrategen verraten ihr Favoriten für das Jahr 2016 (Teil 2)

Ein Händler telefoniert vor einem Bildschirm © Getty Images

„Emerging Markets bieten hohe Renditen“

Frank Hagenstein

Frank Hagenstein, Chefanlagestratege der Deka

Für das Börsenjahr 2016 erwarte ich erneut herausfordernde Kapitalmärkte. Insbesondere das Negativzinsumfeld wird uns in der Eurozone länger erhalten bleiben. Höherrentierliche Assetklassen wie beispielsweise dividendenstarke Aktien, High-Yield-Unternehmensanleihen oder Anleihen aus den Emerging Markets bieten unverändert hohe Renditen und konstante, laufende Auszahlungen. Ich kaufe daher jetzt Wertpapiere dieser attraktiven „Income-Märkte“. Am effizientesten gelingt dies über eine Multi-Asset-Strategie, die möglichst breit streut und flexibel alle dafür notwendigen Werkzeuge einsetzt.

"Wir sind vom Schmuckhersteller Pandora beeindruckt"

Tommy Kirk Korsgaard

Tommy Kirk Korsgaard, Fondsmanager des Jyske Invest Favourite Equities, von Jyske Invest

Wir erwarten für 2016 erneut volatile Märkte, dennoch denken wir, dass vor allem globale Aktien bis zum Jahresende positive Ergebnisse erzielen werden. Daher setzen wir eher auf Wachstumstiteln. In diesem Zusammenhang sind wir besonders von der Performance des dänischen Schmuckherstellers Pandora beeindruckt. Pandora hat es in den vergangenen drei Jahren geschafft ein Wachstum von über 30 Prozent zu generieren – und das in einem Marktumfeld von immer größer werdender Wachstumsschwäche. Wir gehen davon aus, dass Pandora auch in diesem Jahr die Ergebnisse steigern wird. Die Gründe dafür sind eine schnell voranschreitende Expansion, der wachsende Anteil an Markenumsätzen und die Ausweitung der Produktpalette.

„Rolls-Royce ist ein aussichtsreicher Comeback-Kandidat“

Jan-Patrick Weuthen

Jan-Patrick Weuthen, Portfoliomanager B&K Vermögen, Köln

Wir empfehlen unseren Kunden Rolls-Royce als antizyklisches Investment für 2016. Der Kurs ist aufgrund von Gewinnwarnungen zuletzt stark eingebrochen. Auf dem aktuellen Einstiegsniveau sollte bereits eine Menge eingepreist sein. Rolls-Royce bietet hohe Eigenkapitalrenditen und solide operative Margen bei einer überschaubaren Verschuldung. Die Attraktivität des Geschäftsmodells zeichnet sich durch hohe Markteintrittsbarrieren sowie durch solide laufende Einnahmen aus dem Wartungsgeschäft aus. Aktuell befindet sich Rolls-Royce in einer Übergangsphase. Die bisher erfolgreichen Triebwerke für Airbus und Boeing werden nun durch Nachfolgemodelle ersetzt. Dies hat vorübergehend zu  Entwicklungskosten geführt und die Profitabilität belastet. Mittelfristig sollten die zukünftigen Zahlungsströme die zuletzt deutlich geschrumpften Gewinne positiv beeinflussen.

„Mit Massimo Zanetti Beverage vom US-Wachstum profitieren“

Michael Thaler

Michael Thaler, Vermögensverwalter TOP Vermögen, Starnberg

Massimo Zanetti, Gründer des gleichnamigen Kaffeekonglomerats, ist ein umtriebiger Vollblutunternehmer. Bekannt für die Marke Segafredo, betreibt Massimo Zanetti Beverage Group auch eigene Kaffeeplantagen und Röstereien. Beim Börsengang Mitte 2015 gab die Familie ein Drittel der Anteile ab. Gegenüber dem IPO liegt die Aktie noch 20 Prozent hinten. Sicher, das Konglomerat ist nicht einfach zu bewerten ist. Rund 90 Prozent der Umsätze kommen aus den USA, wo Präsident Barack Obama zu den Fans zählt. So können Investoren mit einer günstigen Aktie aus Italien vom Wachstumsimpuls 2016 in den USA profitieren. Wir nutzen die günstige Einstiegsgelegenheit, um uns im Gegenzug mit über 100 Prozent Gewinn von der ebenfalls italienischen De’Longhi, Hersteller hochwertiger Elektro- und Haushaltsgeräte, zu trennen.

„Wir kaufen Tesco“

Ian Kelly, Portfoliomanager des Schroder ISF Global Equity Yield Fonds

Wir schauen auf Firmen, die kürzlich ihre Dividende gestrichen haben und investieren dort. So sind aktuell 3,1 Prozent der rund 500 Mio. Euro unseres Fonds in der britischen Supermarktkette Tesco investiert. Wegen Abschreibungen auf Supermärkte und Immobilien ist bei Tesco ein Riesenloch im Geschäftsjahr 2014/2015 von rund 8 Mrd. Euro in der Bilanz entstanden. Das ist ein Rekordverlust für das britische Unternehmen, das immerhin auf eine 96-jährige Vergangenheit blickt. Wegen der schlechten Bilanz und den Kürzungen kann man davon ausgehen, dass es Veränderungen bei Tesco geben wird. Durch Umstrukturierungen will die Supermarktkette wieder erfolgreicher werden und bessere Ergebnisse liefern. Davon würden auch die Anleger profitieren. Ich sehe derzeit den perfekten Zeitpunkt für eine Investition in die britische Firma. 


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