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Gut gemischt ist nicht gewonnen

, Julia Groth

Die meisten Mischfonds haben in den turbulenten Sommermonaten Verluste erlitten. Die Lieblinge der deutschen Anleger konnten sich dem Abwärtstrend an den Märkten nicht entziehen. Von Julia Groth

Geldmünzen
Wer sein Geld in Mischfonds gesteckt hat, bekam den Einbruch an den Finanzmärkten trotzdem zu spüren

Mischfondsmanager haben sich in den vergangenen Monaten nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Egal, in welcher Gewichtung sie in Aktien und Anleihen investieren: In den turbulenten Sommermonaten machten fast alle Verluste, wie Zahlen des Datenanbieters Morningstar zeigen. Mischfonds sämtlicher Kategorien, von aggressiv bis defensiv, verloren zwischen April und September im Schnitt zwischen vier und sieben Prozent.

Anleger dürften sich die Wertentwicklung der Produkte etwas anders vorgestellt haben. In den ersten sieben Monaten investierten sie nach Angaben des deutschen Fondsverbands BVI unterm Strich 27 Mrd. Euro neu in Mischfonds. In den vergangenen Jahren führten die Produkte regelmäßig die Absatzlisten der Fondsgesellschaften an.

Hohe Verluste durch hohe Aktienquote

Mischfondsmanagern wurde zum Verhängnis, dass die Kurse von Aktien und Anleihen im Sommer zeitweise parallel fielen. Rohstoffe beizumischen brachte keine Linderung, die Rohstoffpreise dümpeln bereits seit längerer Zeit vor sich hin. In den vergangenen Monaten zeigte sich, welche Manager nicht nur dann gut abschneiden, wenn es an den Märkten rund läuft. Sondern wer es schafft, in einem schwierigen Umfeld Verluste zu begrenzen – die wichtigste Aufgabe jedes Mischfondsmanagers.

Mischfonds mit hoher Aktienquote schnitten während der jüngsten Korrektur besonders schlecht ab. Unter den aggressiven Mischfonds mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 100 Mio. Euro hielt sich der „MFS Meridian Prudent Wealth“ des US-Vermögensverwalters MFS am besten: Er brachte die turbulenten Sommerwochen immerhin ohne Verlust hinter sich. Das dürfte vor allem daran gelegen haben, dass sein Manager fast ein Drittel des Anlegergeldes im Geldmarkt geparkt hatte. Viele andere Mischfondsmanager haben mittlerweile nachgezogen und die Cash-Quote deutlich erhöht.

Auch die Anleger-Lieblinge schmierten ab

Defensive Mischfonds mit hoher Anleihequote sollen das Kapital ihrer Investoren eigentlich besser schützen als Produkte mit hohem Aktienanteil. Wegen der Schwankungen an den Rentenmärkten hatten die Produkte aber im Sommer ebenfalls Probleme, den Erwartungen gerecht zu werden. Unter den großen defensiven Mischfonds schnitt der „JPM Global Conservative Balance“ von J.P. Morgan Asset Management am besten ab. Er legte von Mai bis September um 0,3 Prozent zu. Fast alle anderen defensiven Mischfonds machten Verluste.

Auch jene Mischfonds, die zu den Lieblingen der deutschen Anleger gehören, konnten sich dem Abwärtstrend nicht entziehen. Zum Beispiel der „Carmignac Patrimoine“: Der Fonds des französischen Vermögensverwalters Edouard Carmignac verlor zwischen Mai und September fast neun Prozent. 

Carmignac Patrimoine A EUR acc Fonds

Carmignac Patrimoine A EUR acc Fonds Chart
Kursanbieter: L&S RT

Der ebenfalls gefragte „FvS Multiple Opportunities“ des Kölner Vermögensverwalters Flossbach von Storch verbuchte im selben Zeitraum ein Minus von 5,5 Prozent. Einigermaßen stabil hielt sich der „DJE Zins & Dividende“ des Vermögensverwalters Jens Ehrhardt. Auch er verlor während der turbulenten Sommermonate allerdings rund 1,5 Prozent an Wert. Die Ethna-Fonds des Luxemburger Investmenthauses Ethenea konnten größere Verluste vermeiden.

Wer die Turbulenzen des Sommers tatsächlich gut überstanden hat, wird sich noch zeigen. Viele Fondsmanager dürften die Korrektur an den Märkten nämlich dazu genutzt haben, günstig nachzukaufen. Möglich, dass diese Manager jetzt schlechter dastehen als ihre Konkurrenten, in einigen Monaten aber an ihnen vorbeiziehen.


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