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Die besten Finanzaktienfonds

, Olaf Wittrock

Während die Banken in Europa ein gemischtes Bild abliefern, gehörten Finanztitel weltweit zuletzt zu den Gewinnern der Börsenrallye. Davon profitierten Finanzaktienfonds. Von Olaf Wittrock

Euro-Münzen © Capital

Die goldenen Zeiten sind für die Finanzindustrie nun fast zehn Jahre vorbei. Bevor die Finanzkrise mehrere Banken in die Pleite riss, da liefen die Geschäfte in der Investmentszene derart blendend, dass manch einer den Blick für Risiken verlor, einige auch den für die Gesetze. Die Folgen sind bekannt: Die Branche brach nicht nur an den Märkten in sich zusammen, auch das Vertrauen wurde massiv zerstört. Noch heute arbeiten die Institute daran, in die Nähe der einstigen Börsenbewertungen zurückzukommen und ihren ruinierten Ruf wiederherzustellen.

Neuerdings läuft es – jedenfalls weltweit gesehen – wieder besser für die Finanzindustrie. Die jüngste Markt-Rallye, die auf den Beginn der US-Präsidentschaftszeit von Donald Trump folgte, bescherte Banken und Versicherungen hohe Zugewinne. Gerade in den USA, wo Inflation und Zinsen steigen, haben Banken einen Lauf. Dass Trump zudem angekündigt hat, er wolle die Regulierung des Sektors lockern, dürfte den Optimismus der Anleger noch weiter befeuert haben.

Fonds, die weltweit in Banken und Versicherungen anlegen, bescherte der neuerliche Auftrieb für die Branche eine durchweg erfreuliche Drei-Jahres-Performance. Zwischen zwölf und 15 Prozent ging es seit Frühjahr 2014 jährlich bergauf. Wer genauer hinschaut, erkennt allerdings, dass sich dahinter eine Berg- und Talfahrt verbirgt, und dass ein Großteil der positiven Erträge aus dem Jahr 2016 stammt. Vor allem durch ein herausragendes Schlussquartal im vergangenen Jahr stehen beispielsweise für Fondsmanagerin Roisin Hallahan vom KBC Equity Fund Finance Classic Shares im Zwölf-Monats-Rückblick 35 Prozent Plus zu Buche. Blackrock schaffte mit dem BGF World Financials sogar über 43 Prozent Plus. In den zwölf Monaten zuvor hatte der Fonds noch über 20 Prozent an Wert verloren.

Exot unter den besten Fonds

Zu den aktuellen Erfolgsfaktoren der Fonds gehört zunächst einmal die klare US-Ausrichtung. Durchweg sind die Fonds etwa zur Hälfte in den USA investiert. Der Euro-Raum spielt keine so große Rolle, größere Positionen an deutschen Banken sind kaum zu finden.

Mit dem RT VIF Versicherung International schaffte es zudem ein Exot in die Top-Drei des Morningstar-Fondsvergleichs: Der Fonds des österreichischen Anbieters Erste Asset Management legt ausschließlich in Versicherungsunternehmen an. Auch hier fließt die Hälfte des Geldes in US-amerikanische Konzerne. Rund ein Drittel des Geldes investiert das Management in Europa. Ein Blick in den Performance-Verlauf der vergangenen zwölf Monate lässt auch hier erahnen, auf welche Wackelpartie sich Anleger in diesem Sektor einstellen müssen: Der Fonds notierte im Lauf eines Jahres zeitweise 61 Prozent im Plus – und fast 50 Prozent im Minus.

Sicherlich profitieren Finanztitel von der guten Weltkonjunktur und allmählich steigenden Zinsen. Finanzaktienfonds eignen sich wie alle branchenspezifischen Anlageinstrumente aber allenfalls als Beimischung für das Depot.


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