• Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Fonds

BRIC-Fonds sind besser als ihr Ruf

, Julia Groth

Aktienfonds, die in Brasilien, Russland, Indien und China investieren, sind schon lange out. Auf Sicht von drei Jahren haben sie sich allerdings besser geschlagen als globale Schwellenländerfonds. Von Julia Groth

© Getty Images
Anleger mit BRIC-Fonds im Portfolio sind damit in den letzten drei Jahren gut gefahren

Die große Zeit der sogenannten BRIC-Fonds ist längst vorbei. Einst galten Brasilien, Russland, Indien und China als die vier wichtigsten und wachstumsstärksten Schwellenländer. Viele Investmentgesellschaften legten Aktienfonds auf, die ausschließlich in diese vier Märkte investierten. Heute ist nur noch eine Handvoll Produkte übrig. Zieht man doppelte Fondstranchen ab, gibt es für deutsche Privatanleger nur noch acht BRIC-Fonds. Sie verwalten zwischen 26 und 787 Millionen Euro.

Für die Konsolidierung gibt es gute Gründe. Erstens war das Label BRIC, erdacht im Jahr 2001 vom Ökonomen Jim O’Neill, von Anfang an eher ein Marketing-Gag als ein valides Investment-Argument. Aus Sicht von Portfolioexperten ist es jedenfalls nicht sonderlich sinnvoll, in nur vier Emerging Markets zu investieren. Zweitens haben auch die fundamentalen Argumente, die einst für ein Investment in die vier BRIC-Staaten sprachen, kaum noch Gültigkeit. Zwar wächst Indiens Wirtschaft nach wie vor überdurchschnittlich stark, auch China gehört in jedes Schwellenländer-Portfolio. Brasilien und Russland aber kämpfen seit Jahren mit politischen und wirtschaftlichen Problemen.

BRIC-Fonds schlagen globale Schwellenländerfonds*

Anlageexperten raten von einem Investment in BRIC-Fonds oder Produkte mit ähnlichen Mode-Labeln ab. Stattdessen empfehlen sie stets eine breite Streuung. Umso erstaunlicher ist es, dass sich BRIC-Fonds im Vergleich zu breit diversifizierten Schwellenländer-Aktienfonds auf lange Sicht gar nicht so schlecht geschlagen haben. In den vergangenen drei Jahren legten global investierende Emerging-Markets-Produkte im Schnitt 7,9 Prozent pro Jahr an Wert zu, zeigen Zahlen der Fondsratingagentur Morningstar. BRIC-Fonds schafften im selben Zeitraum 9,5 Prozent jährlich.

Am besten schlug sich auf Dreijahressicht ein Fonds von HSBC Global Asset Management. Er erzielte in diesem Zeitraum ein Plus von durchschnittlich 12,7 Prozent jährlich. Im Portfolio finden sich Aktien von Dickschiffen wie Tencent, Gazprom und Vale, aber auch Titel unbekannterer Unternehmen. Aktien aus dem Bereich Energie und Grundstoffe sind übergewichtet, IT- und Immobilienwerte untergewichtet.

Im laufenden Jahr sieht die Bilanz der BRIC-Fonds weniger gut aus. Während breit gestreute Schwellenländer-Aktienfonds seit Januar im Schnitt rund elf Prozent an Wert zugelegt haben, schafften BRIC-Produkte im Schnitt nur 8,4 Prozent Plus. Die Spanne der Ergebnisse ist breit: Der beste BRIC-Fonds, aus dem Hause Goldman Sachs Asset Management, hat seit Jahresbeginn rund zwölf Prozent zugelegt. Der schlechteste – ein Pioneer-Produkt – nur zwei Prozent. Das zeigt: BRIC-Fonds sind zwar nicht so schlecht wie ihr Ruf. In vielen Marktphasen zahlt es sich aber aus, breiter diversifiziert in Schwellenländer zu investieren.


Artikel zum Thema