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Gebeuteltes Betongold

, Annika Janßen

Der Börsencrash ist auch an Immobilienaktien nicht spurlos vorübergegangen. Selbst die Spitzenreiter der Kategorie verzeichneten allesamt Verluste. Langfristig betrachtet sieht ihre Performance besser aus. Von Annika Janßen

Hochhäuser
Vom schlechten Jahresstart der Immobilienaktien sollten sich Anleger nicht täuschen lassen.

Der desaströse Jahresstart an den globalen Aktienmärkten hat auch Immobilienaktien schwer in Mitleidenschaft gezogen. Entsprechend schlecht haben sich Investmentfonds entwickelt, die schwerpunktmäßig auf Titel aus der Betongold-Branche setzen. Die Produkte haben im laufenden Jahr bislang allesamt deutliche Verluste verzeichnen müssen, manche gar im zweistelligen Bereich.

Anleger sollten sich davon nicht täuschen lassen. Wer einen langfristigen Anlagehorizont hat, könnte mit den Produkten trotz der jüngsten Verluste im weiteren Jahresverlauf noch gut fahren. Denn grundsätzlich gilt: Immobilienaktien, die während und nach der Finanzkrise jahrelang ein Schattendasein fristeten, haben ihren Status als Schmuddelkinder der Börse längst hinter sich gelassen. Inzwischen gehören sie wieder zu den Lieblingen der Anleger. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen locken Unternehmen der Immobilienbranche Anleger im Niedrigzinsumfeld mit zum Teil sehr hohen Dividendenrenditen. Zum anderen erwarten viele Anleger, dass Häuser und Wohnungen künftig noch teurer werden – denn außer in Aktien können Sparer ihr Geld angesichts der Niedrigzinsen eigentlich nur noch in Häuser investieren, um eine auskömmliche Rendite zu erzielen.

Bei der Auswahl der Fonds auf Gebühren achten

Wie beliebt Immobilienaktien bei Investoren seit Jahren wieder sind, zeigt sich beim Blick auf die Performance der europäischen Immobilienaktien-Fonds über einen längeren Zeitraum. So konnte etwa der Spitzenreiter der Kategorie, der Henderson Horizon Pan European Property Equities (LU0088927925), in den vergangenen drei Jahren ein jährliches Plus von fast 20 Prozent erzielen. Im Gegensatz zu einigen anderen Produkten schaffte er auch in den vergangenen zwölf Monaten einen Wertzuwachs von mehr als fünf Prozent. Fondsmanager Guy Barnard, der den Fonds seit August 1998 verwaltet, setzt derzeit hauptsächlich auf Titel aus der Eurozone und aus Großbritannien.

Mit dieser Strategie fahren auch andere Fondsmanager gut. Der Axa WF Framlington Europe Real Estate (ISIN: LU0216734045), der ebenfalls bevorzugt in Immobilientitel aus der Eurozone investiert, hat ähnlich gut abgeschnitten wie das Produkt aus dem Hause Henderson. Im Drei-Jahres-Rückblick steht ein Plus von 17 Prozent pro Jahr. Zu den Top-Titeln im Portfolio zählen die britische Land Securities Group, der französische Immobilienkonzern Klépierre und mit Vonovia auch ein deutsches Unternehmen. Diese Titel gehören bei vielen Immobilienaktien-Fonds zum Standardrepertoire.

Das Portfolio europäischer Immobilienaktien-Fonds gleicht sich zum Teil stark. Anleger sollten deshalb bei der Auswahl vor allem auf die Gebühren achten. Die jährlichen Kosten sind bei den meisten Produkten ähnlich – anders ist es beim Ausgabeaufschlag: Dieser liegt oftmals bei satten fünf Prozent. Wer es günstiger mag und trotzdem vom Boom europäischer Immobilienaktien profitieren mag, findet unter den besten zehn Fonds einige Produkte, die deutlich weniger kosten – etwa der SSgA Europe Index Real Estate Fund (ISIN: FR0010585372) mit einem Ausgabeaufschlag von nur zwei Prozent.


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