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Fonds im Fokus - Hausinvest

, Hans-Jürgen Möhring

Von den Querelen bei offenen Immobilienfonds blieb der Hausinvest verschont. Er liefert Jahr für Jahr solide Renditen ab.

Kursverlauf © Johannes Mink

Der Fonds

Offene Immobilienfonds haben in den vergangenen Jahren Anlegern viel Kummer bereitet. Mehrere wurden eingefroren und abgewickelt. Nachdem die Branche die Produkte gründlich überarbeitet hat und neue Regeln in Kraft getreten sind, haben sich die Fonds stabilisiert. Zu den Produkten, die von den Querelen weitgehend verschont blieben, gehört der Hausinvest. Das Produkt der Kapitalanlagegesellschaft Commerz Real ist einer der größten offenen Immobilienfonds. Seit Auflegung vor nunmehr fast 44 Jahren hat er stets positive Renditen erwirtschaftet.

Stärken

Der auf europäische Gewerbeimmobilien fokussierte Hausinvest verfügt über ein breit gefächertes Portfolio, was sicherheitsliebenden Anlegern entgegenkommt. Auch die Finanzstruktur hat das Management konservativ gestaltet, Währungsrisiken durch ausländische Objekte sind abgesichert. Aktuell hält der Fonds zu 40 Prozent Immobilien außerhalb der Eurozone. Nur 0,8 Prozent dieser Risiken sind ungesichert. Die Investitionsquote von knapp über 100 Prozent deutet darauf hin, dass einige Immobilien fremdfinanziert sind. Eine Kreditaufnahme kann Währungsrisiken verringern und die Rendite steigern. Solange die Zinsen niedrig bleiben und geringer ausfallen als die Immobilienerträge, zahlt sich die Fremdfinanzierung aus. 30 Prozent darf die Kreditquote bei Immobilienfonds nicht überschreiten, beim Hausinvest sind es 13 Prozent.

Schwächen

Die Vermietung könnte besser laufen. Etwas mehr als acht Prozent der Flächen stehen leer – vergleichsweise viel. Der Ausgabeaufschlag von fünf Prozent ist zudem üppig: Bei Renditen von derzeit weniger als drei Prozent pro Jahr erzielt der Anleger anfänglich automatisch einen Verlust.

Portfolio

Zum Bestand des Hausinvest gehören 100 Objekte, die sich auf 56 Städte in 18 Ländern verteilen. Etwa ein Drittel des Immobilienvermögens steckt in Einzelhandelsobjekten, die sich 2015 deutlich besser entwickelten als Bürogebäude (gut die Hälfte des Portfolios). Bei der Standortwahl favorisiert Manager Mario Schüttauf Objekte in Großbritannien (25,3 Prozent). Mit einigem Abstand folgen Deutschland (18,8 Prozent) und Frankreich (16,4 Prozent). Globale Märkte dienen eher der Beimischung. Ihr Anteil ist auf 15 Prozent beschränkt. Ende Dezember lagen 8,2 Prozent der Immobilien außerhalb Europas.

Fazit

Angesichts anhaltend niedriger Zinsen in Europa passt der Hausinvest als Sachwertanlage und Portfoliobeimischung gut in die Zeit. Kaufen sollten Anleger ihn bei einer Direktbank oder über die Börse. Das senkt die Kosten.


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