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Fonds im Fokus - Franklin India

, Julia Groth

Mit dem Fonds können Anleger von Indiens Wachstum profitieren. Er zeigt, dass sich aktives Management in Schwellenländern lohnen kann.

Kursverlauf © Johannes Mink

Der Fonds

In den vergangenen Jahren haben Investmenthäuser viele Fonds liquidiert, die in die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China investiert hatten. Ein Grund: Nicht mehr alle der vier Länder gehören zu den wachstumsstärksten Schwellenländern. Brasilien und Russland sind in einer Rezession, in China verlangsamt sich das Wachstum. Beim vierten BRIC-Staat sieht es allerdings anders aus. Indien glänzt weiterhin mit soliden Wirtschaftsdaten.

Der Fonds Franklin India, aufgelegt im Jahr 2005 vom US-Anbieter Franklin Templeton, soll über ein Investment in indische Aktien vom Wirtschaftswachstum der bevölkerungsreichsten Demokratie der Welt profitieren. In den vergangenen zehn Jahren gehörte er mit einem Plus von durchschnittlich 8,8 Prozent pro Jahr zu den erfolgreichsten in Deutschland erhältlichen Indien-Fonds. Mit seinem Volumen von rund drei Milliarden US-Dollar ist er zugleich einer der größten.

Stärken

Die Fondsmanager dürfen weitgehend frei agieren, müssen sich nicht an einen Index halten. Und sie nutzen diese Freiheit. So haben etwa Finanztitel im Fonds derzeit ein rund doppelt so hohes Gewicht wie im Aktienindex MSCI India. IT-Aktien haben die Franklin-Manager dagegen deutlich untergewichtet – eine kluge Entscheidung, denn die Kurse vieler Tech-Titel sind in den vergangenen Wochen gefallen. Anleger bekommen mit dem Franklin India also nicht, wie in vielen anderen Fällen, einen Fonds, der sich außer durch höhere Kosten kaum von einem Indexfonds unterscheidet. Sie erwerben ein aktiv verwaltetes Produkt.

Schwächen

Wie alle Schwellenländerfonds birgt der Franklin India ein vergleichsweise hohes Risiko. Indiens Wirtschaft wächst zwar, die Kurse indischer Aktien können aber auch stark zwischenzeitlich fallen. Die aktive Titelselektion der Fondsmanager hat dazu geführt, dass der Fonds in schwächeren Marktphasen teilweise sogar schlechter abschnitt als der breite Markt. Darüber hinaus ist er mit einer Gesamtkostenquote von 1,89 Prozent und einem Ausgabeaufschlag von satten 5,54 Prozent nicht gerade ein Schnäppchen. Die Gebühren haben sich für Anleger zuletzt aber unterm Strich gelohnt: Mit einem günstigeren passiven Indien-Investment hätten sie in den vergangenen Jahren deutlich geringere Renditen erzielt.

Portfolio

Das größte Gewicht im Fonds haben Aktien aus der Finanz- und Konsumgüterbranche, außerdem IT- und Health-Care-Aktien. Die größte Einzelposition sind Aktien der HDFC-Bank, einer der ersten privaten Banken Indiens. Der Fonds ist zu rund 98,5 Prozent in Aktien investiert, hat also nur eine geringe Liquiditätsreserve. Das ist angesichts der seit kurzem steigenden Aktienkurse eine gute Entscheidung.

Fazit

Deutsche Privatanleger sollten grundsätzlich breit gestreut in Schwellenländer investieren. Wer das bereits tut und einzelne Länder stärker gewichten will, trifft derzeit mit einer Anlage in indische Aktien eine vielversprechende Wahl. Unter den Indien-Fonds auf dem deutschen Markt bietet sich das Franklin-Produkt an, das eine lange, erfolgreiche Performance-Historie vorweist und zeigt, dass sich aktives Management in den Schwellenländern lohnen kann.


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