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Fonds im Fokus - EdR Tricolore Rendement

, Julia Groth

Der Frankreich-Aktienfonds hat sich auf lange Sicht gut geschlagen. Angesichts der anstehenden Präsidentschaftswahl sollten Privatanleger jetzt aber kein Risiko eingehen. Von Julia Groth

Kursverlauf © Johannes Mink

Der Fonds

Analysten schauen mit Sorge nach Frankreich. Sie befürchten, dass die rechtsextreme Marine Le Pen die anstehende Präsidentschaftswahl gewinnen könnte. Das würde an den europäischen Aktienmärkten voraussichtlich für Turbulenzen sorgen. Französische Investoren geben sich dagegen gelassen: Seit Jahresbeginn ist der französische Aktienindex CAC 40 deutlich gestiegen.

Auch der Aktienfonds Edmond de Rothschild Tricolore Rendement ist gut ins Jahr gestartet. Seit Januar hat er um 3,8 Prozent zugelegt. In den vergangenen fünf Jahren erzielte er im Schnitt ein Plus von 12,5 Prozent pro Jahr. Aufgelegt im Jahr 1998 und mit einem Volumen von aktuell 1,4 Mrd. Euro ist der Fonds der französischen Investmentgesellschaft Edmond de Rothschild Asset Management (EdR) einer der ältesten und größten Frankreich-Fonds auf dem deutschen Markt. Manager Pierre Nebout sucht nach attraktiv bewerteten Aktien, die eine überdurchschnittliche Dividendenrendite bieten. Dabei muss er sich nicht vollständig auf Frankreich beschränken. Bis zu einem Viertel des Fondsvermögens darf er auch in Aktien aus anderen Ländern der Eurozone investieren.

Stärken

Der Fonds ist als vermögensverwaltendes Produkt konzipiert und soll durch eine Mischung aus defensiven und zyklischen Papieren langfristig stabile Erträge liefern. Das scheint zu funktionieren: Auf lange Sicht bescheinigen die Analysten der Fondsratingagentur Morningstar dem Fonds ein unterdurchschnittliches Risiko bei guter Performance.

Schwächen

Mit einer jährlichen Verwaltungsgebühr von zwei Prozent ist der Fonds vergleichsweise teuer. Zusätzlich kann eine erfolgsabhängige Gebühr fällig werden. Schlägt Fondsmanager Nebout den französischen Aktienindex SBF 120, müssen Anleger 15 Prozent der Outperformance abgeben.

Portfolio

Zyklische Konsumgüteraktien, Industriewerte und Aktien von Finanzdienstleistern haben derzeit ein besonders großes Gewicht im Portfolio. Zu den größten Positionen gehören Aktien des Pharmakonzerns Sanofi, des Öl-Unternehmens Total sowie des Militärtechnik- und Luftfahrtkonzerns Thales. Mit Telecom Italia und Nokia sind auch zwei nicht-französische Unternehmen in den Top Ten vertreten. Nebout rechnet damit, dass die Aktienkurse französischer Unternehmen weiter steigen. Er verzichtet deshalb darauf, seine Kriegskasse zu füllen. Trotz der kommenden Wahlen bleibt er voll investiert.

Fazit

Deutsche Anleger sollten Frankreich-Aktien höchstens als Beimischung einsetzen. Als solche ist der EdR-Fonds mit seiner langen Historie und ordentlichen Wertentwicklung durchaus geeignet. Jetzt ist allerdings kein guter Einstiegszeitpunkt: Angesichts der französischen Aktienmarktentwicklung haben Anleger offenbar einen Wahlsieg von Le Pens Konkurrenten François Fillon oder Emmanuel Macron eingepreist. Sollte einer dieser Kandidaten das Rennen machen, gibt es nur wenig Luft für weitere Kursanstiege. Das Risiko eines Rücksetzers nach einem Sieg von Marine Le Pen ist dafür umso höher.

Weitere Beiträge aus der Reihe Fonds im Fokus: ValueInvest Lux GlobalJOHCM UK Opportunities, SPDR Gold Shares und Fidelity China Focus

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