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ETF-Markt wächst schneller

, Julia Groth

In den vergangenen vier Jahren wuchsen passive Produkte in fast allen großen Fondskategorien stärker als aktive, zeigt eine Studie von Morningstar. Es gibt allerdings eine Ausnahme.

Eine Anzeigentafel an der Frankfurter Börse © Deutsche Börse
Anleger vertrauen zunehmend passiven Indexfonds

Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) haben gegenüber aktiv verwalteten Fonds in den vergangenen Jahren ordentlich an Boden gutgemacht. Rund 15 Prozent des Anlegergeldes, das in Europa in Publikumsfonds investiert ist, steckt mittlerweile in passiven Produkten – Geldmarktfonds nicht berücksichtigt. ETF-Anbieter wollen Kunden mittlerweile vor allem mit innovativen, mitunter auch abseitigen Produkten locken. Eine aktuelle Untersuchung der Fondsratingagentur Morningstar zeigt: Dieser Vertriebsaufwand ist gar nicht unbedingt nötig. Denn gerade in breiten und bekannten Anlagekategorien wachsen ETFs deutlich stärker als aktive Fonds.

Die Morningstar-Experten haben sich das sogenannte organische Wachstum in zehn großen Anlagekategorien genauer angeschaut. Es zeigt die prozentuale Veränderung des Fondsvermögens, die auf Mittelzuflüsse zurückgeht. Markteffekte sind dabei nicht berücksichtigt. Diese Mittelzuflüsse werden ins Verhältnis zum investierten Vermögen der jeweiligen Kategorie gesetzt, um Verzerrungen zu vermeiden.

Zu den analysierten Kategorien gehören globale, US-amerikanische, europäische, japanische, schweizerische und deutsche Standardwerte sowie Schwellenländeraktien, Aktien aus dem asiatisch-pazifischen Raum (ohne Japan), Standardwerte aus der Eurozone und globale Dividendentitel. Die Untersuchung zeigt: In den vergangenen vier Jahren verzeichneten Indexfonds in fast all diesen Kategorien ein stärkeres Wachstum als aktive Fonds.

Abflüsse nur bei deutschen Standardwerten

Noch immer verwalten aktive Fonds deutlich mehr Geld als passive. Aber die Passiven holen auf. So betrug im vergangenen Jahr bei globalen Standardwerten das organische Wachstum von ETFs 7,2 Prozent. Aktiv verwaltete Fonds wuchsen im selben Zeitraum nur um 1,8 Prozent. Ende vergangenen Jahres steckte mehr als ein Viertel aller verwalteten Gelder der Kategorie globale Standardwertefonds in passiven Produkten. In anderen Kategorien sieht es ähnlich aus.

In der Morningstar-Untersuchung gibt es eine große Ausnahme: deutsche Standardwerte. Fonds dieser Kategorie verzeichneten in drei der vier untersuchten Jahre Abflüsse. Aus passiven Fonds zogen Anleger dabei deutlich mehr Geld ab als aus aktiven. Woran das liegt, lässt sich schwer erklären. Passive Deutschland-Fonds schnitten in den vergangenen Jahren nicht schlecht ab. Es lasse sich auch nicht nachweisen, dass sie besonders stark als Spekulationsinstrumente eingesetzt und deshalb besonders stark gehandelt wurden, heißt es bei Morningstar.

Unterm Strich zeigt die Auswertung der Fondsratingagentur, dass Anleger ETFs durchaus überlegt einsetzen. Anlageprofis raten dazu, passive Produkte vor allem für Investments in großen, liquiden Märkten zu nutzen. Dort haben es aktive Fondsmanager besonders schwer, einen Mehrwert zu erzielen. Indexfonds hingegen können ihren großen Vorteil, die niedrigen Kosten, in solchen Märkten voll ausspielen. In den USA haben passive Produkte bereits einen Marktanteil von rund 30 Prozent. Setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort, hat Europa in wenigen Jahren aufgeschlossen.

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