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Flüssiges Gold

, Julia Groth

Wasserfonds machen die kostbarste Ressource der Welt indirekt investierbar. Anleger sollten darauf achten, ob die Fonds in Unternehmen investieren, die den Wassermangel bekämpfen – oder solche, die ihn verschärfen. Von Julia Groth

Blick auf das Carlsbad Desalination Project © Getty Images
"Carlsbad Desalination Project". Die Meerwasserentsalzungsanlage soll nach der Fertigstellung 200 Millionen Tonnen Trinkwasser täglich produzieren

„Wasser ist zum Waschen da, falleri und fallera”, sang einst das Trio Die Peheiros. Sinnig heißt es in dem Schlager aus den 1950er-Jahren: „Wasser braucht das liebe Vieh, fallera und falleri. Ohne Wasser gäb‘s kein Paddelboot, keine Ölsardinen auf dem Brot“. Stimmt. Und immer mehr Menschen müssen erfahren, was es heißt, nicht genügend sauberes Trinkwasser zur Verfügung zu haben: Durch den Klimawandel sinkt die Menge des verfügbaren Süßwassers in vielen Weltregionen, vor allem in Südafrika, Mittelamerika, Südaustralien und im Mittelmeerraum. Auf der UN-Klimakonferenz, die Anfang Dezember in Paris stattfindet, werden Politiker einmal mehr einen Anlauf nehmen, um diese fatale Umverteilung zu stoppen.

Wasser ist eine knappe Ressource, und wo Knappheit droht, winken immer auch Gewinne. Fondsgesellschaften bieten deshalb seit Jahren spezielle Wasserfonds an, mit denen Anleger von der Nachfrage nach dem blauen Gold profitieren sollen. Wasser-Engpässe wie in diesem Sommer in Kalifornien scheinen den Investmenthäusern Recht zu geben. Die Trinkwasser-Infrastruktur in den USA ist dermaßen veraltet, dass gewaltige Investitionskosten auf die Regierung zukommen, wenn sie künftig kein kostbares Wasser mehr durch Rohrbrüche verlieren will. Das dürfte Chancen für Anleger eröffnen.

Anleger brauchen langen Atem

Wer in Wasserfonds investieren will, sollte allerdings genau hinschauen. Das Thema hat viele Facetten, entsprechend unterschiedlich fallen die Fonds aus. Viele Wasserfonds werden explizit als grüne Investments vermarktet. Diesem Label werden die Produkte allerdings nur gerecht, wenn ihre Manager in Unternehmen investieren, die etwas gegen den Wassermangel tun. Dazu gehören zum Beispiel Hersteller von Entsalzungsanlagen, die Meerwasser in Süßwasser verwandeln. Oder Firmen, die Systeme für ein smartes Wassermanagement entwickeln und mit deren Hilfe man etwa Lecks in Wasserleitungen schneller ausfindig machen kann.

Wassersparende Technologien sind ein Wachstumsmarkt, ist Markus Güntner überzeugt, Nachhaltigkeitsspezialist beim Fondsanbieter Swisscanto. „Damit in Zukunft für alle Bewohner der Erde ein ausreichendes Wasserangebot verfügbar ist, muss die Wirtschaft wesentlich nachhaltiger mit dieser Ressource umgehen“, sagt er. Auch wenn sich die Wasserknappheit schon vielerorts bemerkbar macht, ist es allerdings langer Weg, bis Unternehmen und Länder im großen Stil auf ein effizientes Wassermanagement setzen. Anleger, die in nachhaltige Wasserfonds investieren, sollten deshalb einen langen Atem haben.

Nicht alle Wasserfonds sind nachhaltig

Entsalzungsanlagen und Wassermanagement-Systeme sind wirtschaftlich gesehen eine Nische. Viele Wasserfondsmanager mischen deshalb aus Diversifikationsgründen Aktien großer Versorger wie Thames Water oder Veolia bei. Anleger sollten darauf achten, wie hoch der Anteil von Versorger-Aktien in Wasserfonds ist. Machen die Papiere mehr als die Hälfte des Portfolios aus, kann von einem lupenreinen Wasserfonds nicht mehr die Rede sein. Bei vielen Versorgern stehen einzelne Geschäftsbereiche unter Druck, das belastet den Kurs ihrer Aktien.

Manche Fondsmanager setzen zudem auf Konsumgüterunternehmen wie Nestlé, die Wasser in Flaschen abgefüllt verkaufen. Die Aktien dieser Unternehmen kann man allerdings nur mit sehr viel gutem Willen als Wasser-Investment bezeichnen. Ein ökologisch korrektes Investment sind Wasserfonds dann auf jeden Fall nicht mehr. Gerade der Schweizer Lebensmittelmulti Nestlé steht immer wieder in der Kritik, weil er Wasser zum Wirtschaftsgut macht. Auch in Kalifornien schlug dem Konzern im laufenden Jahr Kritik entgegen: In dem von Trockenheit geplagten Staat pumpt die Nestlé-Tochter Arrowhead Quellwasser ab, um es in Flaschen abgefüllt zu verkaufen.

Lyxor ETF World Water Fonds

Lyxor ETF World Water Fonds Chart
Kursanbieter: L&S RT

Der Lyxor ETF World Water bildet den World Water Index CW. Er investiert hauptsächlich in Industrieunternehmen und Versorger.


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