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Dividende über Umwege

, Daniel Saurenz

Dividenden sind begehrt. Doch ein Investment lohnt sich nur in nachhaltig wachstumsstarke Titel. Von Daniel Saurenz

Händler mit Telefon
Händler an der Frankfurter Börse (Foto: Deutsche Börse AG)

Daniel Saurenz betreibt das Investment- und Anlageportal Feingold Research. Der Journalist hat unter anderem für Börse Online und die Financial Times Deutschland geschriebenDaniel Saurenz betreibt das Investment- und Anlageportal Feingold Research. Der Journalist hat unter anderem für Börse Online und die Financial Times Deutschland geschrieben


Die EZB hat die Sparzinsen quasi abgeschafft, Dividenden füllen diese Lücke nun. 29,5 Mrd. Euro werden allein bei Dax-Unternehmen in diesem Jahr ausgeschüttet. Ein warmer Geldregen, der für sich allein betrachtet aber noch kein Kaufargument für eine Aktie sein sollte. Das Zauberwort heißt hier „Nachhaltigkeit“.

Dividenden können in der Regel nur dann nachhaltig gezahlt werden, wenn die Bilanz stark ist, also der Cashflow ausreichend ist und keine hohen Verbindlichkeiten auf der Bilanz lasten. Die Auswahl der Dividendeninvestments ist aufgrund der Nachfrage inzwischen riesig - wie lässt sich damit profitieren?

Nachhaltigkeit ist Trumpf

Auch wenn die Dividendenrendite im Dax mit rund 2,5 Prozent deutlich über den Renditen von Bundesanleihen notieren, dürfen Dividenden nicht mit Anleihenzinsen oder gar festen Erträgen verglichen werden. Sie sind alles andere als sicher und hängen am Erfolg des Unternehmens. Daher sollte bei einem Dividendeninvestment auch auf qualitativ hochwertige Wachstumsunternehmen geachtet werden. Denn der Ertrag, den Anleger aus einem Aktieninvestment ziehen, besteht nur zum Teil aus den Dividenden, der andere Teil sind Kursgewinne.

Es kommt also nicht auf die aktuell hohe Dividendenrendite an, sondern auf die Aussicht für nachhaltig steigende Gewinne und die daran gekoppelte steigende Ausschüttung. Ein Beispiel für ein solches Unternehmen sind die Versorger Eon und RWE. Sie zahlen eine hohe Dividendenrendite von 3,5 beziehungsweise 4,4 Prozent, aber geschäftlich haben die beiden enormen Gegenwind, weil der Anteil der Erneuerbaren Energien in Deutschland in den nächsten Jahren kräftig ausgebaut werden soll.

Eon spaltet daher das Geschäft mit Atomkraft, Kohle und Gas ab und überträgt sie über einen Börsengang an die bisherigen Aktionäre. Feste Dividenden sollen Anleger für ein Investment überzeugen, aber der Umbau wird die Konzerne noch eine Weile belasten und den Aktienkurs möglicherweise auch. Die beiden Aktien gehören zu den drei schwächsten Aktien im Dax seit Jahresbeginn, konnten sich aber in den vergangenen Wochen wenigstens stabilisieren.

Discountzertifikate als Alternative

Eine Alternative zu einem direkten Aktienengagement ist in diesem Fall der Umweg über Aktienanleihen oder Discountzertifikaten. Als Basiswert solcher Produkte bieten sich Aktien an, die in einer Seitwärtsrange stecken, volatil sind und hohe Dividenden zahlen. Dann lassen sich Renditen erzielen, die meist über den Dividendenzahlungen liegen.

Ein Discountzertifikat auf Eon mit einem Cap am aktuellen Aktienkurs und einer Laufzeit bis Dezember bietet derzeit eine Renditechance von zehn Prozent und ein Risikopuffer von 9,2 Prozent schützt vor leichten Verlusten (WKN: UZ43KV). Der Preis für diese Renditechance ist die fehlende Partizipation an Kurssteigerungen in der Aktie.

Wer auf RWE ein vergleichbares Discountzertifikat sucht, findet in der WKN HY7FS1 eine Alternative. Zu den größten Dividendenhits neben den Versorgern gehören die Allianz (4,4 Prozent) und die Deutsche Telekom (3,0 Prozent) – CC73G5. Hier bieten vergleichbare Discounter TD2LS0 und eine Renditechance von zehn beziehungsweise neun Prozent.

Umweg via ETF

Auch via ETFs lässt sich in Dividenden investieren, allerdings ist es wie oben beschrieben ratsam, auf die Nachhaltigkeit der Dividenden zu achten. Ein Index, der darauf achtet, ist zum Beispiel der Stoxx Select Dividend 30, der die 30 dividendenstärksten Unternehmen innerhalb der EU abbildet. Außerdem darf die Ausschüttung in den vergangenen fünf Jahren nicht gesenkt worden sein und die Ausschüttungsquote darf 60 Prozent des Gewinns nicht überschreiten.

Die Indexgewichtung erfolgt ausschließlich nach der Höhe der Dividendenrendite, wobei ein Einzelwert nicht mehr als 15 Prozent ausmachen darf. Hier sind britische und Schweizer Titel am stärksten gewichtet mit mehr als 50 Prozent. Der ETF auf diesen Index mit der WKN LYX0BB hat eine Gesamtkostenquote von 0,3 Prozent per anno.

Wer dagegen nach dem gleichen Prinzip auf die Top-Dividendenwerte aus der Eurozone setzen will, kann mit dem ETF auf den EuroStoxx Select Dividend 30 1:1 daran partizipieren. Das Papier mit der WKN ETF051 hat eine Gesamtkostenquote von 0,25 Prozent. Seit einem Jahr läuft allerdings der Index aus der EU besser: 18 Prozent vs 14 Prozent Gewinn. Weitere Analysen zum Thema Dividenden erfahren Sie auch wöchentlich bei uns im Webinarangebot. 


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