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Unheimlicher Erfolg der FANG-Aktien

, Daniel Saurenz

Facebook, Amazon Netflix und Google:  Sind ihre Aktien besser als die Papiere von Apple und Goldman Sachs? Von Daniel Saurenz

Nasdaq © Getty Images
Die Aktien von Facebook, Amazon, Netflix und Google (Alphabet) sind an der Nasdaq notiert

Daniel Saurenz betreibt das Investment- und Anlageportal Feingold Research. Der Journalist hat unter anderem für Börse Online und die Financial Times Deutschland geschriebenDaniel Saurenz betreibt das Investment- und Anlageportal Feingold Research. Der Journalist hat unter anderem für Börse Online und die Financial Times Deutschland geschrieben


Goldman Sachs, Citigroup, Exxon, Wal Mart – die alte Riege der US-Aktien kam im Januar und Februar 2016 kräftig unter die Räder, die Kursverluste waren stattlich. Auch 2015 schon korrigierten viele US-Aktien, während sich die hippen Highflyer wie Amazon, Google, Facebook oder Netflix unbeirrbar oben hielten. Bei der jüngsten Aufholjagd gingen sie wieder voran. Sind die sogenannten FANGs einfach besser als Goldman Sachs und andere und wie könnte man davon profitieren?

Schauen wir uns zunächst einmal Netflix an: Der TV-Anbieter, bekannt durch Serien wie „House of Cards“, „Fargo“ und „Better Call Soul“, erschließt weltweit ein Millionenpublikum. Billig ist die Aktie keineswegs, gekauft wird sie trotzdem. Die Onlinevideothek hat es geschafft Investoren zu überzeugen, erst auf mögliche Gewinne in fünf oder noch mehr Jahren zu achten und die anhaltend schwache Profitabilität völlig zu ignorieren.

Der Börsenwert von Netflix liegt bei astronomischen 40 Mrd. Dollar. Das ist rund das 350-fache des vom Konsens der Analysten für 2016 geschätzten Gewinns und zeigt, wie viel Luft in der Aktie steckt. Erholt hat sie sich nach dem Ausverkauf im Februar trotzdem sehr zügig. Für Trendfolger ist das ein gutes Zeichen.

Amazon ist Anlegers Liebling

Auch Amazon fuhr 2016 bisher Achterbahn. Von 680 Dollar ging die Aktie nach den Quartalszahlen bis auf 480 Dollar in die Knie um dann eine satte Rally hinzulegen. Die drei Faktoren schwache Weltwirtschaft, Verfall des Ölpreises und starker Dollar hinterlassen kräftige Spuren in den Ergebnissen der US-Unternehmen. Diese Effekte spiegeln auch Firmen wie Amazon klar wider.

Nach ihren enttäuschenden Zahlen brach die Aktie des weltgrößten Internethändlers erst einmal um zehn Prozent ein. Bei einem 2016er-KGV von 120 liefert man besser keine schwachen Ergebnisse ab. Gehört ein Konzern aber zu den angesagten FANG-Aktien, sind die Sorgen nach kurzer Zeit wieder vergessen und der Börsenwert legt innerhalb von drei Wochen wieder um 50 Mrd. auf 275 Mrd. Dollar zu.

Schauen wir auf den dritten im Bunde, der Traditionstitel wie Goldman Sachs aus dem Bankensektor oder Apple aus dem „alten“ Technologiebereich hinter sich lässt – Google beziehungsweise Alphabet, wie der Konzern seit einiger Zeit heißt. Alphabet-Chef Larry Page hat es geschafft: Er hat starke Ergebnisse vorgelegt und damit den Konzern zeitweise zum wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht. Der Börsenwert lag in der Spitze bei rund 545,4 Mrd. Dollar, womit kurzzeitig Apple (534,6 Mrd. Dollar) auf den zweiten Rang verdrängt wurde.

Für das vergangene Quartal hatte der Suchmaschinenbetreiber bei einem Umsatzplus von 18 Prozent den Gewinn deutlich stärker gesteigert als Investoren erwartet hatten. Während das Geschäft mit Internetwerbung hervorragend läuft, investiert Page weiter kräftig in selbstfahrende Autos, künstliche Intelligenz und Gesundheitstechnik. Die Hausse bei der Aktie könnte wieder Fahrt aufnehmen, zumal sie mit einem 2016er-KGV von 23 bei weitem nicht so teuer ist wie viele andere US-Technologiewerte. Dabei erwirtschaftet Alphabet eine operative Marge von 34 Prozent – ein hervorragender Wert. Und der Cash-Bestand von rund 73 Mrd. Dollar kann sich ebenfalls mehr als sehen lassen.

Cooler als Apple – Facebook überzeugt

Der vierte FANG im Bunde ist das soziale Netzwerk Facebook. Es hat Investoren mit einer Beschleunigung des Umsatzwachstums begeistert. Inzwischen stammen rund 80 Prozent der Werbeeinnahmen aus dem mobilen Bereich, womit Facebook ein Profiteur dieser Entwicklung ist. Hinter Microsoft (432,7 Mrd. Dollar) ist Facebook mit einem Börsenwert von 327,6 Mrd. in der Weltrangliste auf Platz vier aufgestiegen. Ebenso wie Google legte das soziale Netzwerk hervorragende Quartalsergebnisse vor. Analysten haben daraufhin ihre Kursziele reihenweise angehoben.

Die Hausse bei der Facebook-Aktie könnte daher noch etwas weitergehen, wenngleich mit einem KGV von 37 schon eine Menge Phantasie in dem Papier eingepreist ist. Das KGV ist damit ähnlich hoch wie das Umsatzwachstum des sozialen Netzwerks. Hingegen ist der Ölmulti Exxon Mobil mit einem Börsenwert von 317,6 Mrd. Dollar auf Platz sechs hinter Berkshire Hathaway abgerutscht (318,6 Mrd.).

Investierbar ist das Paket aus Facebook, Amazon, Netflix und Google neuerdings auch mit einem Index – WKN DL2FAN. Der sogenannte FANG-Index ist ein Aktienindex, der sich aus den vier an der Nasdaq gelisteten US-amerikanischen Unternehmen, Facebook, Amazon, Netflix und Alphabet (Google) zusammensetzt.

Während der Durchschnitt der Analysten die Kursziele der vier besprochenen Aktien mehr als 20 Prozent höher ansiedelt, weisen Zweifler auf die hohen Kurs-Gewinn-Verhältnisse dieser Unternehmen hin. Deshalb stellen wir Ihnen neben dem Indexpapier auch Knock-out-Papiere für beide Seiten vor, denn auch für aktive Trader könnten die FANGs interessant sein. Auf der Long-Seite ist man bei den FANGs mit Hebel 4 und der WKN DL1717 unterwegs. Wer an die zweite Korrekturwelle bei den US-Aktien glaubt und auch die FANGs als zu teuer erachtet schaut sich dagegen das Short-Papier mit WKN DL1721 und Hebel 4 genau an.

Die Berechnung des Index erfolgt durch die ICF Bank AG in Euro. Diese ist für die Gestaltung, Berechnung und Zusammensetzung des Index sowie für die Gewichtung der Indexbestandteile verantwortlich. Die Zusammensetzung ist statisch Zum Start am 17.02.2016 enthielt der Index die vier Aktien zu gleichen Teilen.


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