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Wird Frankfurt der Brexit-Gewinner?

, von Christian Kirchner

Der Brexit und seine Folgen: Setzt sich ein Treck von Londoner Bankern nach Frankfurt in Bewegung? So einfach ist es nicht. Von Christian Kirchner

Skyline von Frankfurt © Getty Images
Skyline von Frankfurt: Kommen zu den Bankentürmen noch ein paar hinzu?

Die entscheidende Frage zuerst: Ist Frankfurt der große Brexit-Gewinner?

Nein, für dieses Urteil ist es viel zu früh. Weder lässt sich seriös schätzen, ob und wenn ja, in welchem Umfang die schlagzeilenträchtige Verlagerung oder Eröffnung von Europa-Zentralen von Banken in Frankfurt zu einem Beschäftigungsaufbau führen. Ebenfalls ist unklar, ob der Gewinn dieser Arbeitsplätze den strukturellen Jobabbau der Bankenbranche ausgleichen kann, es also tatsächlich auch netto zu Arbeitsplatzgewinnen kommt.

Frankfurt hat aber, auch dank konzertierter Bemühungen von Finanzaufsicht, Banken, Lobbyverbänden und Wirtschaftsministerium, sehr gute Karten, deutlich mehr Banken anzuwerben als konkurrierende europäische Städte.

Was zieht Banken nach Frankfurt?

Frankfurt ist die populärste Destination für Banken, die aufgrund des geplanten Ausstiegs Großbritanniens aus der Europäischen Union eine Alternative zu London in der EU suchen. Sie benötigen einen Standort innerhalb der EU, um ihre Bankdienstleistungen in allen Mitgliedsländern anbieten zu können, im Fachjargon „den EU-Pass“. Den hatten viele Institute bislang in London. Sie müssen sich aber für den Fall eines harten Brexits nach einer Alternative umsehen.

Wie genau ist der Stand?

Die japanischen Banken Nomura, Daiwa und Sumitomo sowie die britische Standard Chartered Bank wollen Standorte in Frankfurt mit Banklizenz gründen oder ausbauen. Die Citigroup, Goldman Sachs und Morgan Stanley bevorzugen dem Vernehmen nach ebenfalls Frankfurt, wollen aber Londoner Jobs eher zwischen verschiedenen Städten diffundieren lassen. Die schweizerische UBS hat schon eine europäische Holding sowie Julius Bär eine Bank in Frankfurt, in der sie ihre europäischen Aktivitäten bündeln.

Die Bilanz anderer Finanzzentren und Newcomer sieht da bescheidender aus: die britische Lloyds Bank zieht es nach Berlin, HSBC nach Paris, Barclays und die Bank of America nach Dublin. Andere Institute sind noch unentschieden, wie eine mehrmonatige Recherche der Nachrichtenagentur Bloomberg ergab.

Infografik: Der Abzug der Banker aus Großbritannien | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Oha - werden da die Banker in Dublin und Paris schon nervös?

Offenbar schon. In jedem Fall wächst die Leberwurstigkeit: Die französische Nachrichtenagentur AFP schob den Frankfurter Vorsprung jüngst zurück auf „unermüdliche Lobbyarbeit“ und der irische Finanzminister beklagt bereits „schleichende Regulierungsarbitrage“. „The winner ist Frankfurt - could it really be?“, fragt sich erstaunt der britische „Independent“, auch die „Financial Times“ attestiert Frankfurt die „Führung“ im Rennen um neue Banken und Jobs - und das alles binnen gerade einmal zwei Wochen.

10.000 Jobs sind zu hoch gegriffen

Was hat es mit den 10.000 Jobs auf sich, die nach Frankfurt kommen sollen?

Sie sind ein geschickter PR-Coup. Nichts lieben Redakteure und Leser so sehr wie griffige Zahlen in einem komplizierten Sachverhalt. Das weiß auch der Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative Frankfurt Hubertus Väth. Daher hat der PR-Profi kurz nach dem Brexit-Referendum die Zahl von 10.000 neuen Jobs ventiliert, die sich seitdem durch die Berichterstattung zieht. Aber genau das ist auch sein Job: Optimismus verbreiten. Der Vorstandschef des Verbands der Auslandsbanken, Stefan Winter, nennt 3000 bis 5000 neue Mitarbeiter mittelfristig realistisch, verpackt das ganze aber eher als einen „schleichenden Prozess“.

Auch anderer Stelle schrumpfen die Zahlen: Goldman Sachs sollte laut Presseberichten eigentlich 1000 Jobs nach Frankfurt verlagern – in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ nannte der Europachef der weltgrößten Investmentbank eine Verdopplung der aktuellen Mitarbeiterzahl „sehr wahrscheinlich“ - das wären indes nur 200 Stellen. Die Verlagerung der Europa-Zentrale der japanischen Bank Nomura nach Frankfurt soll ebenfalls mit weniger als 100 Stellenverlagerungen über die Bühne gehen, wie das „Handelsblatt“ berichtete.

Wann legen denn die Banken die genauen Zahlen auf den Tisch?

So spät wie möglich. Sie sind lieber schmallippig, was die genaue Anzahl der Jobs angeht, die im Zuge eines neuen oder ausgebauten Standorts in Frankfurt entstehen oder dorthin verlagert werden.

Das hat drei Gründe: Erstens fürchten sie, dass sich Mitarbeiter, Kunden und auch Politiker anderer Finanzzentren innerhalb der EU geprellt fühlen könnten. Daher agiert man möglichst geräuschlos. Zweitens sind Jobverlagerungen und Neueinstellungen teuer - die Bankbranche ist besonders personalintensiv. Kreditinstitute haben ein Interesse daran, die Mitarbeiterzahl möglichst klein zu halten. Dem gegenüber stehen aber – drittens – die kritischen Aufseher, die Wert darauf legen, dass die Institute bei einem Sitz in Frankfurt personell wie organisatorisch alle Voraussetzungen erfüllen, etwa im Risikomanagement, bei der IT-Sicherheit und auch bei Fragen der Geldwäsche und Wertpapierhandelsaufsicht.

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Wenn nur die Zahl der Banker offen ist, die kommen, nicht aber die Tatsache an sich – lohnt jetzt der Kauf einer Wohnung in Frankfurt?

Nein, denn der Brexit-Boom ist laut Maklern ein Thema, das vor allem Verkäufer elektrisiert, die ihre Preisvorstellungen nach oben geschraubt hätten. Hingegen legen Käufer ungern heute noch einmal Geld drauf, weil sich am Horizont die vage Chance auf eine gestiegene Nachfrage durch mehr Banker abzeichnet.

Allerdings sprechen womöglich überzogene Brexit-Boom-Erwartungen nicht per se gegen einen Immobilienkauf in Frankfurt. Die Stadt wächst aufgrund von Binnenwanderung und einem natürlichen Bevölkerungsanstieg um knapp 30 Einwohner pro Tag. Es fehlen dennoch laut Hochrechnungen von Deutsche Bank Research rund 36.000 Wohnungen, Tendenz steigend, denn die Fertigstellungen decken nicht den steigenden Neubaubedarf einer Stadt, die räumlich buchstäblich an ihre Kapazitätsgrenzen stößt.

Ein paar hundert Banker mehr oder weniger werden die Preise nicht entscheidend bewegen und sollten auch nie ausschlaggebend für Transaktionen sein.

Was ist mit den Maklern, die angeblich überall Gewerbeimmobilien im Auftrag von Banken suchen?

Das ist ein üblicher und keineswegs spezifischer Prozess Frankfurts, in dem Büroraum alles andere als knapp ist. Seit dem Brexit haben alle großen Londoner Banken den Immobilienmaklern den Auftrag erteilt, die Lage auf dem Gewerbeimmobilienmarkt in den großen Finanzmetropolen Europas zwischen Dublin im Westen und Warschau im Osten zu sondieren. Hintergrund: Banken sind üblicherweise Mieter in hoch- und neuwertigen sowie zusammenhängenden Büroimmobilien in zentraler Lage, die nur begrenzt zur Verfügung sind und sich nur mit mehreren Jahren Vorlaufzeit bauen und beziehen lassen.

Da allerdings der Brexit - vorbehaltlich eine alternativen Lösung - vermutlich bis 2019 vollzogen wird, müssen sich die Institute einen Überblick verschaffen, welche Flächen kurzfristig verfügbar sind. Aktuell taxiert der Makler Jones Lang LaSalle (JLL) den Leerstand in Frankfurt auf eine Million Quadratmeter beziehungsweise neun Prozent. Rund 340.000 Quadratmeter Bürofläche sind in Bau, davon rund 150.000 im Bankenviertel. Zwar spricht JLL von einer weiter „sehr guten Stimmung selbst ohne Brexit-Effekte“. Allerdings mahnen die Experten auch, dass „immer mehr Bauprojekte spekulativ vorangetrieben werden, wobei sich diese auf innerstädtische Lagen fokussieren“ - ein typisch spätzyklisches Phänomen.

Brexit-Effekt und Jobabbau könnten sich aufheben

Was hat es mit dem Brutto-Netto-Effekt bei den Jobs auf sich?

Summiert man die offiziell bestätigte oder fest beabsichtigte Zahl der Jobverlagerungen und -schaffungen in Frankfurt, läuft dies bislang auf eine allenfalls dreistellige Zahl neuer Jobs hinaus. Die Zahl der in der Bankbranche in Frankfurt beschäftigten Mitarbeiter schwankt indes mit den Wirtschaftszyklen deutlich stärker. Wie viele Banker in zwei oder fünf Jahren in Frankfurt arbeiten werden, hängt in größerem Ausmaß vom Wirtschaftswachstum und der Zinsentwicklung ab als von administrativen Regelungen für Standorte.

Kurz: Banken schaffen Jobs, wenn sie für ihre Geschäftstätigkeit sinnvoll sind und die Erträge steigen. Sie bauen eher Jobs ab, wenn die Zinsen nicht vom Fleck kommen, die Regulierung immer mehr kostet und ihre Ertragskraft leidet. Genau das ist in den vergangenen zwei Jahren der Fall gewesen.

Daher ist unklar, ob es unter dem Strich künftig selbst bei einem harten Brexit mehr Beschäftigte in Frankfurt in der Bankbranche geben wird oder nicht. Die Zahl der bei Banken beschäftigten Mitarbeiter in Frankfurt sinkt jedenfalls laut Auswertungen der Helaba seit etwa Ende 2014 trotz annähernd Vollbeschäftigung und starkem Wirtschaftswachstum langsam auf zuletzt rund 62.500 Menschen. Jüngere Bundesbank-Zahlen sehen zumindest eine Stabilisierung.

Bis Ende 2018 sollen es laut der Helaba-Prognose von Ende 2016 noch 62.000 Bankjobs in Frankfurt geben. Das im Kern optimistische Institut rechnet zwar mit 2000 neuen Stellen bis 2018, vermutet aber auch, dass sich die Effekte des Beschäftigungsaufbaus der Auslandsbanken durch den Brexit auf der einen und die Konsolidierung in den deutschen Banken auf der anderen Seite gegenseitig aufheben. Im Bankensektor arbeiten damit in Frankfurt rund 3000 Mitarbeiter weniger als vor der Finanzkrise, und in diesen Zahlen sind die 2016 angekündigten, umfangreichen Sparprogramme der Commerzbank und Deutschen Bank noch nicht enthalten. Die Deutsche Bank ist freilich auch ein „Joker“ der Optimisten, schließlich hat sie das Potenzial, eine große Zahl ihrer in London beschäftigten Mitarbeiter nach Frankfurt zu holen.

Jetzt mal Schluss mit dem Pessimismus: London wird in jedem Fall verlieren, Frankfurt gewinnen – die Frage ist doch nur, in welchem Ausmaß, oder?

Der wahrscheinliche Ausgang ist tatsächlich, dass der Kuchen London verliert, die dabei abfallenden Krümel für das zehnmal kleinere Frankfurt einen positiven Impuls bedeuten. Aber wirklich sicher ist das nicht. Großbritannien hat sich zwar in eine schwierige Situation manövriert. Die Attraktivität des Finanzplatzes London mit rund 450.000 direkt in der Finanzdienstleistungsbranche Beschäftigten fußt jedoch vor allem auf den Netzwerkeffekten, dem ständigen Zustrom hervorragend ausgebildeter Talente, kurzen Wegen und einer hervorragenden Infrastruktur. Daran wird auch ein EU-Austritt nichts ändern. Möglich, dass am Ende alle Beteiligten am Brexit unter dem Strich verlieren, London, Frankfurt ebenso wie die EU und Großbritannien.

Viele deutsche Bankmanager treibt zudem die Sorge um, der Brexit könne London sogar in die Hände spielen. Der Grund: Die Metropole an der Themse könnte sich in unmittelbarer Nähe zum Kontinent als eine Art „Offshore“-Finanzzentrum positionieren, laxer reguliert und niedriger besteuert als zuvor unter dem Dach der EU – mit Banken, die ihren Geschäften in der restlichen EU mit minimalem administrativem Aufwand nachgehen. Das ist nicht nur aus Frankfurter, sondern europäischer Sicht ein mögliches, wenngleich nicht wahrscheinliches Szenario.

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Keine Bank muss London verlassen

Dürfen sich denn wenigstens die Frankfurter Juweliere, Designerfilialen und Luxusautohäuser über neue Kundschaft freuen?

Wohl kaum. Die neuen Jobs in Frankfurt dürften zunächst eher in den Bereichen IT, Risikomanagement, Controlling und Administration geschaffen oder verlagert werden – nicht in den sehr hoch bezahlten Umfeldern des Investmentbankings wie der Fusionsberatung oder der Wertpapierplatzierung.

Warum genau müssen die Banken überhaupt London verlassen?

Keine Bank muss London verlassen. Grundsätzlich muss man zwischen zwei Verlagerungen beziehungsweise Neugründungen unterscheiden: Manche Banken haben ganz unabhängig vom Brexit geplant, eine europäische Holdinggesellschaft zu gründen, in der die EU-weiten Geschäfte gebündelt werden. Das ist etwa bei der schweizerischen UBS der Fall. Andere haben sich entschieden, einen Standort mit Banklizenz in Frankfurt zu gründen, um für den Fall eines harten Brexits gerüstet zu sein und seine Bankdienstleistungen unterbrechungsfrei auch in der restlichen EU anbieten zu können.

Die Banken unterhalten möglichst wenige Standorte, da inzwischen für EU-weite Geschäfte theoretisch nur ein Sitz innerhalb der EU ausreicht mit entsprechend einer Bankenaufsicht und den Kapitalanforderungen auch nur eines Standorts. Da zwischen Antrag bei den Aufsichtsbehörden und Zulassung mitunter ein Jahr oder länger vergeht, wollen die Institute nicht den faktischen Brexit spätestens im Jahr 2019 abwarten, sondern sich schon rechtzeitig rüsten.

Können theoretisch auch ein Briefkasten und ein weitergeleitetes Telefon die Europazentrale einer Bank sein?

Genau das ist die Sorge der Aufseher. Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret machte dazu in einer Rede in London im Februar klar, dass die deutsche Aufsicht keine leeren Hüllen, Briefkastenfirmen oder eine Art „Fly by Banking“ akzeptieren werde – also Bankstandorte, deren Mitarbeiter mit einer möglichst geringen Verweildauer aus anderen Städten einfliegen. Auch die Chefin der EZB-Bankenaufsicht Daniele Nouy erklärte im März in einer Rede, dass „jedes neu niedergelassene Unternehmen ein adäquates lokales Risikomanagement betreiben, am jeweiligen Standort hinreichend Personal beschäftigen und operativ unabhängig sein muss“. Wie viele das sind, hängt auch vom Geschäft ab, kleinere Brokerhäuser kommen womöglich mit zwei Dutzend Mitarbeitern aus, Großbanken benötigen womöglich eine dreistellige Anzahl.

In jedem Fall geht die Gründung eines Europa-Hauptquartiers samt Banklizenz nicht automatisch einher mit der Verlagerung oder Schaffung hunderter Jobs oder dem Bezug ganzer Hochhäuser. Das zeigt ein Blick auf die Aktivitäten anderer Banken. Beispielsweise wickelt die Schweizer Bank Julius Bär über ihre in Frankfurt ansässige Julius Bär Europe AG, die über eine Vollbanklizenz verfügt, das gesamte europäische Geschäft außerhalb der Schweiz ab. Laut letztem Geschäftsbericht sind in Frankfurt 170 Mitarbeiter mit 23 Mio. Euro Gesamtvergütung beschäftigt.

Londoner Banker wollen nicht nach Frankfurt

Was sagen Londons Banker zu Frankfurt?

Gegenfrage: Was sagen Sie zu Neuwied am Rhein? Neuwied verfügt über eine hervorragende Infrastruktur, ein gutes kulturelles Angebot, eine bunte Gastronomie, über 100 Ärzte und Fachärzte, fast 50 Schulen. Es besitzt ein malerisches Rheinufer, viel Natur drum herum, dennoch ist man in einer Stunde per Auto oder Bahn in Köln oder Frankfurt und vermutlich schneller am Flughafen Frankfurt, als man vom östlichen London bis zum Flughafen Heathrow braucht. Und vor allem sind die Lebenshaltungskosten in Neuwied sehr niedrig und Immobilien ein Schnäppchen, für 300.000 Euro bekommt man ein freistehendes Einfamilienhaus mit Garten und unverbaubarem Fernblick in Eifel und Westerwald.

Klingt alles gut. Wird aber bei Ihnen vermutlich keine Jubelstürme auslösen, wenn Sie aus Frankfurt kommen und Ihnen Neuwied als lebenswert, gut und günstig angepriesen bekommen, weil man Ihnen den Standort schmackhaft machen will. Denn die Größenverhältnisse zwischen Frankfurt und Neuwied - Frankfurt ist etwa zehnmal größer als die Deichstadt am Rhein – sind vergleichbar mit denen zwischen London und Frankfurt.

Die gut zwei Dutzend in den vergangenen Monaten von Capital befragten Banker in London können sich einen Wechsel nach Frankfurt unter keinen Umständen vorstellen. Die typische Antwort lautet: „Wenn mein Job nach Frankfurt geht, dann bleibe ich hier und suche mir eben einen anderen Job in London.“ Wahrscheinlich ist daher, dass tatsächlich die Jobs, aber kaum die Menschen von London nach Frankfurt umziehen. Was Banken praktischerweise ermöglicht, Personalkosten zu sparen, da Gehälter bei Neueinstellungen das örtliche Gehaltsniveau und die Lebenshaltungskosten reflektieren.

Wie sähe das optimistischste Brexit-Szenario für Frankfurt aus, wie das pessimistischste?

Das pessimistischste: Wenn es noch vor 2019 zu einer Einigung kommt, die den bislang in London ansässigen Instituten erlaubt, weiter EU-weit Bankdienstleistungen nachzugehen. Dann gibt es für die Banken zumindest keine rechtlichen Gründe, mit größerem Aufwand in Frankfurt Geschäft und Personal aufzubauen. In Kombination mit einem möglichen Ende des langjährigen Aufschwungs und weiter niedrigen Zinsen in Deutschland droht den inzwischen gewachsenen Erwartungen eine herbe Enttäuschung.

Das optimistischste Szenario wären rasche Sog- und Netzwerkeffekte, weil die Institute Torschlusspanik bekommen und sich ausreichend Büroraum und qualifizierte Mitarbeiter am Finanzplatz Frankfurt zu sichern. Banken neigen zum Herdentrieb und schätzen räumliche Nähe zueinander, genauso wie zu den Entscheidungsträgern in Notenbanken und Bankenaufsicht, die alle in Frankfurt sitzen.

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