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Apple - eine Frage des Glaubens

, Daniel Saurenz

Die Zwischenbilanz von Apple löste Stirnrunzeln aus. Goldman Sachs sieht den iPhone-Konzern erst so richtig durchstarten und hat ein Kursziel, das völlig verrückt klingt. Von Daniel Saurenz

Apple iPhone
Apple: Nur etwas für mutige Anleger?

Daniel Saurenz betreibt das Investment- und Anlageportal Feingold Research. Der Journalist hat unter anderem für Börse Online und die Financial Times Deutschland geschriebenDaniel Saurenz betreibt das Investment- und Anlageportal Feingold Research. Der Journalist hat unter anderem für Börse Online und die Financial Times Deutschland geschrieben


Bei der Bilanzsaison in den USA rücken die großen Tech-Unternehmen wie Apple, Facebook und Amazon traditionell in den Fokus der Investoren. Apple hat als erstes geliefert und überwiegend enttäuscht. Vor allem die verkauften 74,8 Millionen iPhones lagen unter den Erwartungen. Beim für Apple so wichtigen iPhone-Umsatz bedeutet diese Steigerung lediglich einen Zuwachs von 0,4 Prozent. Die Wall Street mag diese Umsatzschwäche nicht, zumal auch die Ausgaben für Forschung und Produktentwicklung um mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal angestiegen sind. Eine Kombination, die Anleger verschreckt.

Mutige Anleger schauen sich trotzdem zwei Discount Calls auf Apple mit der WKN PS9KFH und der WKN PS8FV8 an. Zudem können Sie mit Puffer und Abschlag ein Discount-Zertifikat auf Apple mit der WKN SE1DZE ins Visier nehmen. Eine Alternative für mutige Anleger sind Knock-out-Papiere: auf der Short-Seite zu einem 5er-Hebel mit WKN CW7K3D, auf der Long-Seite ist die WKN HY3Z4S das passende Handwerkszeug. Die Favoriten von Feingold Research sind klar die Discount-Optionsscheine und der klassische Discounter. Dennoch will ich Ihnen erläutern, warum der Kurs erst einmal in die Knie ging – anders übrigens als bei Facebook.

Ein wenig Positives in den Zahlen

Auch wenn der Gewinn je Aktie mit 3,28 US-Dollar und die Bruttomarge im abgelaufenen Quartal mit 40,1 Prozent über den Erwartungen lagen, enttäuschten vor allem die Umsatzerwartungen der einzelnen Produkte. Sowohl iPads, Mac-Computer als auch andere Apple-Produkte inklusive der neuen iWatch und Apple TV blieben zusammen unter den Erwartungen. Allerdings gab es auch Lichtblicke. Laut Apple-Chef Tim Cook wurde in diesem Quartal ein Rekordumsatz für die iWatch erzielt. Experte Jochen Stanzl von CMC ist skeptisch: „Acht von zehn Aktien im Nasdaq 100 Technologie-Index notieren unterhalb ihrer 200-Tage-Linie. Dazu zählt auch die Apple-Aktie, mit 14,6% das Schwergewicht im Index. Die Korrektur scheint noch nicht ausgestanden. Die Aktie hat eine technische Topping-Formation ausgebildet, deren Ziel im 80-Dollar-Bereich und damit 14% unter dem Mittwochs-Schlusskurs liegt.“

Für die iWatch gab es bei Apple keine konkreten Zahlen, auch dies beunruhigt Stanzl: „Dass Apple keine Verkaufszahlen für das Prestige-Produkt der Watch veröffentlichte, zeigt, dass die Geschäfte damit nicht so gut laufen können. Die besten Zeiten bei Apple scheinen durch Steve Jobs vorüber zu sein - das Genie ist nicht mehr da.“

Der Ausblick in vielen weiteren Bereichen konnte meist nicht überzeugen, Apple insgesamt die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Investoren befürchten weiterhin, dass die Konjunkturabkühlung in den USA und China deutliche Bremsspuren in den Ergebnissen des iPhone-Herstellers hinterlassen wird. Apple erzielt mehr als 40 Prozent des Umsatzes in den USA und rund 25 Prozent in China.

Dort kletterten die Verkäufe um 14 Prozent im Jahresvergleich, während sie in den USA um vier Prozent sanken. Tim Cook beunruhigte allerdings eine Verkaufsschwäche in China zu Anfang des Jahres, die aber auf die allgemein schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen in China zurückzuführen sind. Trotzdem bleibt Apple optimistisch für die Entwicklung in China.

Riesiger Cash-Bestand

Goldman Sachs argumentiert seinerseits mit dem Cash, den Problemen in vielen Ländern und der dennoch besser als gedachten Leistung von Apple. Goldman sieht Apple vor einem neuen Aufschwung und stellt ein Kursziel von 155 Dollar ins Schaufenster. Dies entspräche einer Marktkapitalisierung von 870 Milliarden US-Dollar.

Interessant ist natürlich die Bewertung der Zahlen durch den Apple-Chef selbst. Das langsamere Wachstum sei kein Grund zur Sorge, Apple habe es immer wieder geschafft, zurückzukommen. Mit einem großen Cash-Bestand von 216 Milliarden Dollar ist dies auch einfacher möglich. Fast alles davon wird im Ausland gehortet, eine Repatriierung in die USA ist nicht vorgehsehen. Dort müsste Apple das Geld anständig versteuern, eine Kunst, die der Technologieriese bisher geschickt vermieden hat.

Der hohe Barbestand wird benötigt, denn Apple sieht ein schwieriges Quartal auf sich zukommen. Seine Umsatzerwartungen hat der iPhone-Hersteller in einer außergewöhnlich breiten Spanne (50 bis 53 Milliarden Dollar) angegeben. Aufgrund der hohen Unsicherheit in vielen Ländern hat Apple keine Prognosen über das aktuelle Quartal hinaus gegeben. Von Tim Cook kam noch der Hinweis, die Servicesparte mit Apple Pay, Streamingdienst etc. ausbauen zu wollen – ein Versuch nach enttäuschenden Zahlen die Börsianer zu beruhigen.

So bleibt Apple das, was es schon seit Jahren ist – eine Glaubensfrage. Am ehesten scheint die Aktie auf dem Weg zur Value-Aktie, das Kursziel von Goldman Sachs erscheint massiv überzogen. Eine Stabilisierung des Kurses um 100 Dollar sollte das Programm für die kommenden Monate sein. Deshalb habe ich Ihnen Produkte herausgesucht, die dieses Szenario am besten abdecken und mit denen auch mutige Anleger gut leben können.


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