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Aktiencrash als Chance

, Daniel Saurenz

Die Turbulenzen am Aktienmarkt verschrecken Anleger. Erfahrene Börsianer sehen aber auch die Chancen. Von Daniel Saurenz

Dax-Kurve an der Frankfurter Börse © Deutsche Börse
Das Hin und Her an den Börsen macht viele Anleger ratlos

Daniel Saurenz betreibt das Investment- und Anlageportal Feingold Research. Der Journalist hat unter anderem für Börse Online und die Financial Times Deutschland geschriebenDaniel Saurenz betreibt das Investment- und Anlageportal Feingold Research. Der Journalist hat unter anderem für Börse Online und die Financial Times Deutschland geschrieben


Die Aktienmärkte sind 2016 im Crash-Modus und der Dax hat in der Spitze in reinen Punkten fast soviel abgegeben wie zwischen Anfang 2008 und März 2009, dem Höhepunkt der Finanzkrise. Doch wie von den Stimmungsindikatoren angekündigt,stabilisieren sich die Aktien im Dax – ist die Krise damit ausgestanden der kleine Crash eine große Chance für Anleger?

Der kräftige Börsenabsturz seit Jahresbeginn beschäftigt wieder die großen Fernsehsendungen wie etwa die Talkshow von Markus Lanz im ZDF, auch in der Bild-Zeitung wurde der Absturz thematisiert, dazu eine Pleite der Deutschen Bank und die Sorge um deren Coco-Bonds diskutiert. Schöne Kontraindikatoren für all jene, die starke Nerven beim Investieren haben. Bezeichnenderweise war das Thema in eine Diskussion eingebettet, in der es um Angst und Zukunftssorgen ging.

Der erfahrene Börsianer weiß jedoch, dass genau solche Themen in der breiten Öffentlichkeit auftauchen, wenn eine positive Wende bevorsteht oder ein Großteil des Kursrückgangs bereits in den abgestürzten Kursen steckt. Oder ist es diesmal anders?

Schließlich spiegelt ein niedriger Ölpreis globale Konjunktursorgen wider und auch der Wachstumsabschwung in China ist nicht gerade ein Zeichen wirtschaftlicher Stärke. Außerdem haben die USA mit ihrer Zinswende im vergangenen Dezember die Probleme noch verstärkt, kam sie doch zur Unzeit. Nun muss US-Notenbankchefin Janet Yellen zurückrudern, der Markt hält bereits Zinserhöhungen 2016 für reichlich unwahrscheinlich. Wer als Analyst noch immer von Zinswende und Zinsschritten philosophiert, muss nur passende Daten bemühen, um überzeugt zu werden.

Der niedrige Ölpreis bringt Ölfirmen in Bedrängnis und mit ihnen Banken, die so manche Investition am Ölmarkt finanziert haben. Doch gleichzeitig wirkt der Ölpreis seit einem Jahr wie eine Konjunkturspritze, haben doch Verbraucher mehr Geld in der Tasche. Dazu ist in China nicht alles so schlecht, positive Meldungen werden ignoriert. Die jüngsten Absatzzahlen für Automobile im Januar waren längst nicht so negativ wie man glauben könnte.

Bewertung gesunken

Völlig ausgeblendet wird die Bewertung am Aktienmarkt. US-Aktien wie Facebook, Starbucks, Amazon, Netflix oder Tesla waren noch vor Wochen heillos überteuert, wurden damals abgefeiert, Margen und Gewinnerwartungen völlig ignoriert, nur Umsatz war Trumpf. Nun korrigieren jene Titel und zwar zu Recht.

In Deutschland dagegen sind viele Aktien zu einem sehr niedrigen KGV zu haben, wurden auch im Buchwert massiv gestutzt. Linde, Daimler, Allianz, BASF, Münchner Rück oder Fresenius sind nur einige Beispiele. Berücksichtigt man die Dividendenrendite im Vergleich zu Negativzinsen am Anleihemarkt, so sollte eine Wiederentdeckung dieser Vorzüge eine Frage des Wann und nicht des Ob sein. Denn Alternativen zum Aktienmarkt sind derzeit rar gesät. Bei Anleihen ist nur unter großen Risiken noch etwas zu holen.

Investmentalternativen

Anleger, die noch den direkten Aktieneinstieg scheuen, können über Zertifikate behutsam investieren. Etwa über Discountzertifikate, die einen Rabatt zum aktuellen Aktienkurs gewähren, dafür aber nur begrenzt an einer Aufwärtsbewegung partizipieren. Das Dax-Discount mit der WKN PB1NZ6 bietet einen Discount von 4,2 Prozent an und erzielt eine Rendite von 15,3 Prozent, sollte bei Fälligkeit im September 2016 der Dax mindestens bei 9700 Punkten stehen.

Blicken wir noch einmal auf die Gelegenheiten am Markt: Wer längerfristig die gefallenen Kurse nutzen möchte, kann sich mit Memory Expresszertifikaten gleich mehrfach hohe Zinsen sichern. Das Papier mit der WKN SE24SF bietet bis zur spätest möglichen Fälligkeit im Januar 2021 die Chance auf einen jährlichen Kupon von sechs Prozent, sollte der europäische Leitindex EuroStoxx 50 am letzten Zinstermin nicht unter 1997 Punkte fallen. Aktuell notiert der Index bei rund 2880 Punkten. Liegt er an einem der Betrachtungszeitpunkte – jedes Jahr im Januar – über 2919 Zählern, gibt es den Einstandswert von 100 Euro plus alle jährlichen Kupons zurück. Dazu notiert das Papier momentan nur zu einem Kurs von 96 Euro.

Viele weitere Investmentideen halten wir für Sie auf unserem Portal bereit. Nähere Informationen zu Anlageprodukten können Anleger auch unterwegs über die verschiedenen Apps der Anbieter bekommen. Die Finanzbranche holt dort beständig auf und unter www.feingold-research.com haben wir Ihnen einen entsprechenden Test erstellt. Soviel sei verraten – als Sieger geht die App der Commerzbank hervor.


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