• Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Fonds

Absolute-Return-Fonds - Boom trotz Problemen

, Julia Groth

Investmentgesellschaften legen immer mehr Absolute-Return-Fonds auf. Die Produkte sind beliebt, werden ihrem eigenen Anspruch aber nur selten gerecht. Von Julia Groth

Finanzchart
Die Performance von Absolute-Return-Strategien kann bei dem Auf und Ab an den Börsen nicht immer überzeugen - Foto: Getty Images

Die Zinsen sind niedrig, die Aktienmärkte schwanken stark. Für Anleger wird es immer schwieriger, sichere Renditen zu erzielen. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – legen Investmentgesellschaften mit ungebrochenem Elan Absolute-Return-Fonds auf. Die Produkte sollen in allen Marktphasen Rendite bringen. Zwischen Juli 2015 und Juli 2016 ist der deutsche Markt für Absolute-Return-Fonds um 20 Produkte gewachsen. Das geht aus einer aktuellen Studie von Thomson Reuters Lipper und dem Fondsanbieter Lupus Alpha hervor. Anleger in Deutschland können damit nun zwischen rund 580 Absolute-Return-Fonds wählen. Zu den jüngsten Neuauflagen gehören Produkte von Columbia Threadneedle, GAM und dem Münchner Vermögensverwalter Mandelbrot Asset Management.

Das verwaltete Vermögen aller Absolute-Return-Fonds ist seit Juli vergangenen Jahres um vier Prozent gestiegen und hat mit rund 200 Mrd. Euro einen neuen Höchststand erreicht. Die höchsten Zuflüsse verzeichneten Produkte, die ähnlich wie Hedgefonds mehrere Investmentstrategien gleichzeitig anwenden. Die jüngsten neu aufgelegten Fonds profitierten dagegen kaum vom Interesse der Investoren an Absolute-Return-Strategien. Vielmehr konnten die größten fünf Prozent der Fonds in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 60 Prozent der Zuflüsse verbuchen. Den Top 20 flossen über hundert Prozent der Nettomittelzuflüsse zu. Das bedeutet: Kleinere Fonds hatten mit Abflüssen zu kämpfen.

Schlechte Performance

Der Fokus der Anleger auf große, etablierte Produkte ist nachvollziehbar. Fonds mit einem Volumen von weniger als 50 Mio. Euro laufen Gefahr, wieder vom Markt genommen zu werden, weil sie sich für den Anbieter nicht rechnen. Darüber hinaus bieten etablierte Fonds auf den ersten Blick berechenbarere Renditen, weil Anleger sich an der bisherigen Wertentwicklung orientieren können. Performance-Daten aus der Vergangenheit sind allerdings kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Auch das zeigt die Lipper-Studie: Absolute-Return-Fonds, die im vergangenen Jahr überdurchschnittlich gut abgeschnitten hatten, sackten demnach im ersten Halbjahr 2016 ab und entwickelten sich schlechter als der Durchschnitt.

Überhaupt: die Performance. Sie fiel durch die Bank schlechter aus, als Absolute-Return-Fonds den Anlegern eigentlich versprechen. Im Schnitt rutschen die Produkte in den vergangenen zwölf Monaten zeitweise acht Prozent ab. In den vorangegangenen zwölf Monaten hatte der sogenannte Maximalverlust durchschnittlich bei rund vier Prozent gelegen. Fondsmanager haben offenbar zunehmend Probleme, Marktstürze abzufedern. Im Schnitt verloren Absolute-Return-Fonds in den vergangenen zwölf Monaten 3,55 Prozent an Wert. Nicht einmal ein Drittel der untersuchten Produkte hielten ihr Versprechen und erzielten eine positive Rendite. Grund für das schlechte Ergebnis war nach Einschätzung von Lipper vor allem das turbulente erste Halbjahr 2016, das fast allen Anlageklassen Verluste bescherte.

Auch Verluste sind möglich

Die Studie gibt Hinweise darauf, was Anleger von Absolute-Return-Fonds erwarten können – und was nicht. So liefern die Fonds entgegen ihrem Versprechen nicht immer positive Erträge, zumindest nicht in Zeiträumen von zwölf Monaten. Vielmehr können zwischenzeitlich sogar hohe Verluste entstehen. Im untersuchten Zeitraum lag der höchste Maximalverlust eines Fonds bei minus 40 Prozent. Schließlich schneiden die Fonds, die zuletzt zu den Besten gehörten, nicht unbedingt auch in Zukunft gut ab.

Immerhin: Die Kosten der Produkte sind zuletzt stabil geblieben. Im Schnitt werden für einen Absolute-Return-Fonds 1,07 Prozent Gebühr pro Jahr fällig. Das ist im Branchenvergleich viel, die hohen Kosten drücken bei vielen Fonds die Performance. Nachdem die Gebühren jahrelang gestiegen waren, scheinen Anbieter nun aber zumindest auf der Kostenseite ein Einsehen zu haben.


Artikel zum Thema