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Ein Immobilien-Tycoon im Weissen Haus

, Susanne Osadnik

Wirtschaft und Finanzmärkte zittern vor Donald Trump. Für die Immobilienwirtschaft stellt er keine Bedrohung dar. Von Susanne Osadnik

Trump Tower in New York © Getty Images
Trump Tower in New York

Susanne Osadnik ist freie Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt an dieser Stelle über ImmobilienthemenSusanne Osadnik ist freie Wirtschaftsjournalistin. Sie schreibt an dieser Stelle über den Markt für Immobilien


Amerika hat einen neuen Präsidenten. Und den hatte hierzulande niemand wirklich auf dem Zettel. Zu gruselig sein Auftreten, zu abgedreht seine gesellschaftspolitischen Vorstellungen. Da er sich die meiste Zeit des unsäglichen Wahlkampfs mit Hillary Clinton ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert hat, ist es allerdings unverständlich, dass sich weder Politik noch (Immobilien)-Wirtschaft ernsthaft mit der Möglichkeit eines Donald Trump als „Führer der freien Welt“ auseinandergesetzt haben.

Aber sei´s drum. Jetzt ist er da, und alle werden mit ihm leben müssen. Frühestens nach 100 Tagen im Amt – die klassische Frist, die man Neuankömmlingen in einem politischen Amt zur Orientierung und Weichenstellung für ihr Programm zugesteht – kann man wirklich sagen, wohin die Reise geht. Bis dahin stürzen aber weder Gebäude ein, noch brechen Kredite zusammen oder verlieren Immobilien an Wert. Und danach ziemlich sicher auch nicht.

Denn eine Tatsache sollte man trotz aller Unsicherheiten, die mit Trump einhergehen, nicht vergessen: Der Mann ist einer der reichsten Immobilien-Tycoons der Welt. Und er hat sicher kein Interesse, etwas daran zu ändern. Denn als Businessman weiß er zu gut, dass Geschäfte am besten blühen, wenn Frieden herrscht, die Wirtschaft brummt, und die Einkommen steigen.

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Hat er sich auch im Wahlkampf teilweise wie ein Irrer gebärdet, so fiel seine Siegesrede doch moderat aus und zeigte ein ganz anderes Bild: Trump, den Pragmatiker. Und der hat schon im Vorfeld angekündigt: „Ich bin total flexibel, bei vielen, vielen Themen, und glaube, das muss man auch sein...“

Trump droht Großbanken

Konkret ist er ohnehin selten geworden – zumindest in Fragen der Ökonomie. Aber eines hat er immer wieder geäußert: Er plane deutlich niedrigere Steuern (hoffentlich nicht nur für seinesgleichen, sondern auch für den darbenden Mittelstand), höhere Ausgaben, und die Beseitigung bürokratischer Hürden. Das könnte in ein ordentliches staatliches Konjunkturprogamm münden, was wiederum kurzfristig zu mehr Wachstum, zu höherer Inflation und zu höheren Zinssätzen führen würde.

Aber: Er hat auch der Wall Street den Krieg erklärt; den Großbanken sowieso. Die galten beim Platzen der Immobilienblase 2008 als „too big to fail“ und mussten (auch bei uns) mit Unsummen vor dem Untergang gerettet werden. Dass die Banken gleichzeitig auch als „too big for jail“ gelten, dürfte nicht nur die Amerikaner erzürnen. Trump will ihnen künftig auf die Finger sehen. Ist das schlecht? Wohl kaum. Amerikas Immobilienwirtschaft dürfte davon durch eine solide Kreditversorgung profitieren.

Vorsicht bei Investment in den kommenden Monaten

Kurzfristig sorgt der Wahlausgang für Turbulenzen an den Börsen. Für die Schwellenmärkte erwarten Analysten auch weiterhin unruhige Zeiten – aus Sorge vor einem drohenden Protektionismus und einem möglichen Handelskrieg. Mexiko, das Land, das Trump mit einer Mauer von den Vereinigten Staaten trennen will, hat schon gleich nach Veröffentlichung des Wahlergebnisses einen Währungssturz um zehn Prozent gegenüber dem US-Dollar hinnehmen müssen.

Noch sind alle furchtbar aufgeregt; doch das wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch wieder legen – das haben wir beim Brexit auch gesehen. Bis dahin sollten alle einen kühlen Kopf behalten und in den kommenden Monaten Investments etwas vorsichtiger angehen und abwarten. Besonnenheit und Analyse sind noch nie die schlechtesten Berater für Investitionen gewesen.