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Grundlage der dort angebotenen Richtwerte sind aktuelle Grundstücks- und Gebäudepreise.
Mit einem Volumen von 65 Millionen Euro waren die Immobilienfonds im Januar an der Börse Hamburg auch die am meisten gehandelte Fondsgattung. Ganz vorn lag mit 11 Millionen Euro der P2 Value von Morgan Stanley. Dessen Kurs ist seit Anfang Januar um zehn Prozent von 43 Euro auf 39 Euro abgestürzt. Dadurch notiert das Papier derzeit rund 16 Prozent unter dem Nettoinventarwert (NAV), also dem Immobilienvermögen abzüglich der Schulden. Der NAV wird trotz Aussetzung der Anteilsrücknahme weiterhin täglich von den Fondsgesellschaften berechnet.
Ähnlich groß war der Abstand zwischen Börsenkurs und offiziellem Rücknahmepreis auch Mitte 2009 - kurz bevor Morgan Stanley am 24. Juli die Fondsimmobilien um zehn Prozent abwertete. Das hatte eine Sonderprüfung der Sachverständigen ergeben. Bezogen auf das Fondsvermögen entsprach das einem Verlust von rund 14 Prozent. Die Anleger hatten die Abwertung damals fast korrekt vorweggenommen und die Anteile mit einem Abschlag von 14 Prozent gehandelt.
Hohe Preisabschläge
Eine Abwertung in dem Ausmaß hat es bei den Fonds Degi Europa und Degi International bislang nicht gegeben. Der Mutterkonzern Aberdeen senkte jedoch im November und Dezember 2009 die Rücknahmepreise für beide Produkte in mehreren kleineren Schritten, was ebenfalls auf Wertberichtigungen hindeutet. Die Anleger fürchten aber offenbar noch Schlimmeres: Mit Preisabschlägen von 14,9 und 14,5 Prozent notieren die Anteile des Degi Europa und des Degi International inzwischen fast auf dem Niveau des P2 Value.
Die Fonds hatten nach starken Mittelabflüssen im Oktober 2008 die Anteilsrücknahme ausgesetzt. Die für solche Fälle gesetzlich vorgesehene Sperrfrist von maximal zwei Jahren läuft im Oktober 2010 aus. Bis dahin müssen sie die nötige Liquidität für eine Wiedereröffnung beschaffen, notfalls auch durch den Verkauf von Gebäuden - sofern das zu angemessenen Bedingungen möglich ist. Wann ein Preis als angemessen gilt, ist gesetzlich nicht geregelt.
Die Aufsichtsbehörde BaFin hat aber bereits betont, bei einer längeren Fondsschließung das Interesse der Anleger an einer Wiedereröffnung besonders zu gewichten. Sie könnte die Anbieter drängen, die Fonds zum Fristende zu öffnen. Dann wären angesichts der aktuellen Lage auf dem Immobilienmarkt Preisabschläge unvermeidbar. Vom Anbieter selbst gibt es keine Informationen zur Zukunft: "Wir haben noch nichts Neues zu berichten", sagte ein Aberdeen-Sprecher.
capital.de, 08.02.2010
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