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In den Metropolen wie Frankfurt, München und Düsseldorf sind die Preise gestiegen.

Deutsche wissen wenig über Hauspreise

In den USA und Großbritannien sind durch die Finanzkrise die Immobilienpreise in den Keller gesunken. Doch trifft das auch auf Deutschland zu? Eine Studie hat einige Irrtümer über den Immobilienmarkt zutage gefördert. Von Nikolaus von Raggamby

Die Entwicklung der Immobilienpreise wird von fast der Hälfte aller Bundesbürger falsch eingeschätzt. Obwohl sie in Deutschland in den letzten Jahren im Schnitt leicht gestiegen sind, gehen viele Deutsche aufgrund der Finanzkrise von deutlich gefallenen Preisen aus. Das ergab eine Studie des Baugeldvermittlers HypothekenDiscount. Demnach nehmen 44,3 Prozent der Deutschen an, auch der deutsche Immobilienmarkt sei von einem Preisverfall betroffen. Sie sagen, drastisch gesunkene Hauspreise seien der Hauptgrund dafür, dass sich der Immobilienerwerb jetzt lohne.



"Tatsächlich sind die Immobilienpreise in Deutschland jedoch seit Jahren weitgehend stabil", sagt Kai Oppel von HypothekenDiscount. "In Deutschland war der Markt für Wohneigentum zudem niemals überhitzt." Lediglich in weniger attraktiven Lagen hätten Häuser an Wert verloren, so etwa in einigen ländlichen Gegenden Ostdeutschlands, Mittelhessens oder des Saarlandes. Überdurchschnittlich gestiegen sei der Wert von Immobilien in Ballungsräumen wie München, Frankfurt oder Düsseldorf.

Wohnungsmangel in den Metropolen treibt Preise

Das bestätigt auch Andreas Schulten, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts BulwienGesa. Laut dem Immobilienindex des Forschungsinstituts erzielten Privateigentümer seit 1975 einen Preisanstieg von durchschnittlich 2,43 Prozent. "Weil Wohnungen mehr als drei Viertel des deutschen Immobilienvermögens ausmachen, ist ein Investment in deutsche Wohnungen generell lohnenswert, weil sicher", sagt Schulten. Vor allem Metropolen seien unter Ertrags und Risikogesichtspunkten interessant. So sind in großen Städten wie Hamburg oder München Mietwohnungen schon seit Jahren Mangelware und dadurch die Mieten vergleichsweise hoch. "Daher konzentriert sich derzeit der Investitionsmarkt zu recht in den Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern", so Schulten.

Lediglich die Hälfte der Befragten zeigt sich der Studie von HypothekenDiscount nach gut informiert über aktuelle Entwicklungen: 37,3 Prozent der Befragten wissen, dass der Kauf einer Immobilie sich zurzeit vor allem aufgrund der historisch günstigen Zinsen lohnt. Zwölf Prozent geben als wichtigsten Kaufgrund an, dass andere Kapitalanlagen riskant oder nicht rentabel sind.

Besonders gut kennen sich die über 60-Jährigen mit dem Immobilienmarkt aus: Genau zwei Drittel wissen, dass die günstigen Zinsen sowie unattraktive alternative Kapitalanlagen der Grund dafür sind, dass sich die Investition in eine Immobilie derzeit lohnt. Nur 33,3 Prozent dieser Altersgruppe denken, dass die Preise von Häusern gesunken seien. Großen Informationsbedarf hat besonders die junge Generation - nur 43 Prozent der 20- bis 29-Jährigen konnten eine richtige Antwort geben.