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Endlich Ruhe haben vor den immer neuen Preiserhöhungen bei Energie, unabhängig werden von Ölmultis und Gazprom: Das wünschen sich viele Hausbesitzer und schaffen sich einen Heizkessel für Holzpellets an. Die werden aus unbelasteten Holzabfällen der Sägewerke gepresst und bleiben ohne irgendwelche Klebemittel in Form. Wie sie beschaffen sein sollten, regelt penibel die DIN-Norm 51731, viele Hersteller lassen sich mit DINplus sogar noch bessere Eigenschaften bescheinigen.
Angeliefert werden die Holzstäbchen ähnlich wie Heizöl per Lkw, mit einem Schlauch werden sie in den Vorratskeller befördert. Der sollte bei einem normalen Eigenheim etwa sechs Kubikmeter groß sein, um den Jahresbedarf aufzunehmen. Vom Lagerraum bringt ein Schneckengetriebe oder ein Saugschlauch die Pellets vollautomatisch in den Heizkessel. Der Betreiber muss nur die Asche in Zeitabständen selbst entsorgen: Zum Beispiel im Garten, wo sie sich als Dünger bewährt. Vollautomatische Pelletheizanlagen sind für das Eigenheim rund doppelt so teuer wie Gasgeräte. Immerhin schießt der Staat beim Kauf 36 Euro pro Kilowatt Heizleistung zu, mindestens aber 1500 Euro. Bedingung: Der Kessel nutzt die Energie des Holzes mindestens zu 90 Prozent aus. Die Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, die die Förderanträge bearbeitet, prüft nur, ob der erworbene Kessel diesen Wirkungsgrad unter Testbedingungen erreichte. In Praxis arbeiten die Geräte meist weit weniger effizient. Entsprechend der geringeren Energieausbeute der Kessel sind Pellets - berechnet je Kilowattstunde Energiegehalt – billiger als Öl und Gas. Denn deren Anlagen können Wirkungsgrade von 95 und mehr Prozent vorweisen. Vorübergehend waren die Holzstäbchen einmal unangemessen teuer: Die Branche wurde selbst von der starken Nachfrage überrascht, es kam zu Engpässen, die Preise schossen in die Höhe. Doch nun sind zusätzliche Pelletpressen installiert und sorgten für eine Normalisierung. Regional differieren die Preise, wer nahe an einem Pelletwerk wohnt, heizt billiger.
Bislang ist Holz von den Weltmärkten für Öl und Gas weitgehend unabhängig. Doch die Nachfrage nach jeder Art von Biomasse steigt, um die fossilen Energien zu ersetzen. Anlagen, die Holz im Industriemaßstab in eine neue Art von Biodiesel umwandeln, stehen kurz vor der Fertigstellung. Das spricht dafür, dass sich bald auch der Preis für Pellets an dem von Öl und Gas orientiert. Unstrittig entsteht beim Verbrennen von Holz nur so viel des klimaschädlichen Kohlendioxid, wie der Baum im Wachstum aus der Luft aufgenommen hat. Sogar wenn man den CO2-Ausstoß bei Transport und Herstellung der Stäbchen addiert, erzeugt eine Pelletheizung nicht einmal ein Drittel des CO2 einer Gasanlage. Gegenüber Öl sieht der Vergleich noch besser aus, errechnete das Öko-Institut Freiburg. Kritisch bleibt der bei der Verbrennung entstehende Feinstaub, auch wenn hier Pellets sauberer sind als sonstiges Holz. Würde eine Filteranlage Pflicht, besäßen die ohnehin teuren Pelletsysteme für Eigenheime kaum noch Marktchancen. Vergleichweise günstig sind die Kesselkosten bei Anlagen, wie sie etwa Schul- oder Gemeindezentren benötigen. Da wären die Mehrkosten für einen Staubfilter eher zu verkraften. Die Pellets dann dort zu verheizen statt in Einfamilienhäusern, wäre ökologisch optimal.
capital.de, 22.11.2007
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