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31.03.2010
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Trendwende

Projekt "Quartier 21": Hochtief baut in Hamburg aus einem ehemaligen Krankenhaus 300 Wohnungen.
Investor-Artikel

Wohnungsbau zieht wieder an

Der Mietwohnungsbau in Deutschland nimmt erstmals seit Mitte der 90er-Jahre wieder zu. Das ergibt sich laut einer Studie aus Indizien wie mehr Kreditanträgen, anziehenden Mieten in Ballungsräumen und einer steigenden Zahl von Baugenehmigungen. Investoren kehren langsam zurück. Von Michael Gassmann, Düsseldorf

"Die ersten Frühindikatoren deuten darauf hin, dass der Markt für Geschosswohnungen im Krisenjahr 2009 seinen Boden gefunden hat", heißt es zitiert die "Financial Times Deutschland" (FTD) aus der noch unveröffentlichten Hochbauprognose der Strategieberatung OC&C.

Jahrelang hatten stagnierende Mieteinnahmen, hohe Leerstände und die Perspektive sinkender Bevölkerungszahlen Investoren von der Idee abgeschreckt, Mietwohnungen in Deutschland zu bauen. 2009 wurden nur noch rund 20.000 Wohnungen fertig, weniger als ein Siebtel des Niveaus von 1995 und nach Einschätzung der Bauindustrie nicht einmal genug, um abgerissene alte Wohnungen zu ersetzen. Zugleich stockte auch der Bau von Eigenheimen.

Insgesamt sank die Zahl der neuen Wohnungen 2009 auf einen Tiefstand von 140.000, gegenüber jährlich mehr als einer halben Million Mitte der 90er-Jahre. "Der Abschwung war viel länger und tiefer, als man für möglich gehalten hatte", sagte Heiko Stiepelmann vom Hauptverband der Bauindustrie.

Nun zeichnet sich eine Wende ab, die laut OC&C ausgelöst wird durch steigende Nachfrage nach Wohnraum in Ballungsgebieten und entspanntere Finanzierungschancen. Die Zahl der Baugenehmigungen für Mietobjekte stieg im vierten Quartal 2009 um 24 Prozent. Viele Projekte werden erfahrungsgemäß spät oder gar nicht realisiert. OC&C geht für 2010 denn auch lediglich von einem Zuwachs um 0,6 Prozent an fertigen Wohnungen aus. "Insgesamt erwarten wir für den Wohnungsbau in den kommenden Jahren ein leichtes Wachstum", notiert die Studie.

Die Baukonzerne, die den Wohnungsbau in Deutschland jahrelang dem Handwerk und dem Baumittelstand überlassen hatten, kehren auf den Markt zurück. So baut Marktführer Hochtief 21 denkmalgeschützte Gebäude eines einstigen Krankenhaus-Komplexes in Hamburg in ein neues Stadtquartier mit 330 Wohnungen um. Anders als im Boom Mitte der 90er-Jahre picken sich die Investoren jetzt nur gezielt Ballungsgebiete wie Hamburg, München oder die Rheinschiene heraus, denen Bevölkerungswissenschaftler auch künftig steigende Einwohnerzahlen bescheinigen.

capital.de, 14:32 Uhr
© 2010 capital.de © Fotos / Illustrationen: Hochtief


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