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06.07.2009

Baubranche

Bauunternehmen müssen im Wohnungsbau und im gewerblichen Bau große Gewinneinbrüche hinnehmen.

Wohnungsneubauten erreichen neues Rekordtief

Das Baugewerbe hadert mit seinem Sorgenkind: Im vergangenen Jahr stellten die Unternehmen lediglich 176000 Wohnungen fertig. Auf die kommenden zwölf Monate blicken die Firmen pessimistisch.

In Deutschland werden so wenig Wohnungen gebaut wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Im vergangenen Jahr wurden nur 176.000 Wohnungen fertiggestellt. Das sind 16,5 Prozent weniger als 2007, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit.

Seit 1995, als mit 603.000 Wohneinheiten ein Höchststand erreicht wurde, ist die Zahl damit um mehr als 70 Prozent gefallen. Unter den 176.000 fertiggestellten Wohnungen waren 152.000 Neubauwohnungen in Wohngebäuden. Am stärksten war der Rückgang mit mehr als 20 Prozent in Ein- und Zweifamilienhäusern.

Für das laufende Jahr erwarten Experten wegen des Einbruchs bei den Baugenehmigungen ein neues Rekordtief. "Wir gehen davon aus, dass sich die drastische Entwicklung fortsetzt", sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), Lutz Freitag. Die Zahlen seien alarmierend. Vor allem in westdeutschen Ballungszentren zeichne sich bereits ein Mangel an Wohnraum ab. Die Politik müsse dringend gegensteuern und Investitionsimpulse setzen.

Firmen fürchten weiteren Geschäftsrückgang

Den Rückgang führen Experten auf das Ende der Eigenheimzulage zurück, die wachsende Zahl von Single-Haushalten und die Zurückhaltung der Bauherrn in der Wirtschaftskrise. Der Wohnungsbau gehört zu den Sorgenkindern der Bauunternehmen. Der Hauptverband der deutschen Bauindustrie (HDB) erwartet in diesem Jahr ein Umsatzminus von rund drei Prozent auf dem Wohnungsmarkt.

Die Firmen blicken zudem wieder pessimistischer auf die kommenden zwölf Monate, wie aus einer Markit-Umfrage unter etwa 200 Unternehmen hervorgeht, die am Montag veröffentlicht wurde. "Die Baufirmen fürchten, dass sich die geringe Ausschreibungstätigkeit sowie die Zurückhaltung der Auftraggeber bei der Projektvergabe negativ auf ihre Geschäfte auswirken könnte", schrieben die Experten.

Der Markit-Einkaufsmanagerindex sank auf 41,0 Punkte von 44,8 Zählern im Mai und entfernte sich damit weiter von der Wachstumsmarke von 50 Punkten. Das Barometer signalisierte damit den 16. Monat in Folge Geschäftseinbußen. Deutlich nach unten ging es dabei im Gewerblichen Bau und im Wohnungsbau, während die Tiefbauunternehmer nur leichte Geschäftseinbußen in Kauf nehmen mussten.

Auftragseingang auf Vier-Monats-Tief

Die Firmen litten unter der rückläufigen Nachfrage, die zu einem verschärften Wettbewerb bei Ausschreibungen führte. Das entsprechende Barometer für den Auftragseingang fiel auf ein Vier-Monats-Tief. Die Durststrecke dauert nunmehr seit März 2008 an. Als Reaktion darauf strichen die Bauunternehmen den 15. Monat in Folge Arbeitsplätze. Im Juni gingen so viele Arbeitsplätze verloren wie seit Februar nicht mehr.

Entlastung erhielten die Firmen dagegen bei den Kosten: Die Einkaufspreise sanken zum achten Mal in Folge - das ist der längste durchgehende Zeitraum sinkender Kostenbelastung seit Umfragebeginn vor knapp zehn Jahren.

capital.de, 16:29 Uhr
© 2009 capital.de © Fotos / Illustrationen: Fotolia


Was die Leser sagen

mb
24.09.2009 | 13:43
Wohnungsneubauten erreichen neues Rekordtief

viele würden in die eigene vier Wände ziehen, aber nicht zu diesen horrenten Preisen trotz Wirtschaftskrise. Intransparente Baukosten und Preise sind nicht vertrauensbildend. Zusäötzlich die Maklergebühren werden schon vorab mit dem Bauherr zusammen in den Preisen einkalkuliert. Dann heißt in der Anzeige: Provisionsfrei vom Bauherr. Verschaukeln können wir uns selbst, dazu benötigen wir die Baubranche nicht.
Neue Konzepte bietet die Baubranche auch nicht. Alle Branchen haben sich auf die kurzfristige und flexible Lebensart eingestellt, allein die Baubranche nicht.
Wer kann heute noch für 20 Jahre planen? Illusion.
Ich wünsche und bin sicher, daß die Preise trotz Expertenschreie weiter sinken werden.

(Kommentare 1-1 von 1)

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