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Immobilienpreise und Mietspiegel: Stuttgart

Stuttgart ist Spitze. Das weiß man seit Kurzem auch über die Grenzen der Schwabenmetropole hinaus: Die baden-württembergische Landeshauptstadt toppt alle anderen Großstädte bei der Preisentwicklung von Immobilien – sogar Boomtowns wie Berlin, Frankfurt oder München. Das iib Dr. Hettenbach Institut hat ermittelt: Die Angebotspreise für Eigentumswohnungen legten in Stuttgart 2015 im Vergleich zum Vorjahr um zehn (Neubau) bis zwölf Prozent (Altbau) zu. In München verteuerten sich Neubauten im gleichen Zeitraum um vier, Altbauten um sechs Prozent.

Die Auswüchse dieses enormen Preisanstiegs werden gerade beim Neubauprojekt „Cloud No 7“ – einem exklusiven Apartmenthaus am Hauptbahnhof – deutlich. Hier verlangt der Verkäufer Quadratmeterpreise von 15.400 Euro. Das wäre noch vor fünf Jahren undenkbar gewesen. Die Preisrally ist nach Ansicht von Stephan Kippes noch lange nicht zu Ende. „Wir erwarten angesichts steigender Einwohner- und Haushaltszahlen keine signifikante Entspannung der aktuellen Entwicklung“, sagt der Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts. „Der wirtschaftliche Erfolg einer Stadt hat eben auch seine Kehrseite.“

So werden ältere Eigentumswohnungen inzwischen für durchschnittlich 3300 Euro pro Quadratmeter vermarktet; für alle Objekte mit sehr guter Ausstattung fallen inzwischen stadtweit mehr als 6800 Euro pro Quadratmeter an. Selbstnutzer zieht es angesichts dieses Preisniveaus immer häufiger an den Stadtrand ...

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Immobilien- und Mietpreise in Stuttgart

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Der Immobilienmarkt in Stuttgart

Stuttgart ist Spitze. Das weiß man seit Kurzem auch über die Grenzen der Schwabenmetropole hinaus: Die baden-württembergische Landeshauptstadt toppt alle anderen Großstädte bei der Preisentwicklung von Immobilien – sogar Boomtowns wie Berlin, Frankfurt oder München. Das iib Dr. Hettenbach Institut hat ermittelt: Die Angebotspreise für Eigentumswohnungen legten in Stuttgart 2015 im Vergleich zum Vorjahr um zehn (Neubau) bis zwölf Prozent (Altbau) zu. In München verteuerten sich Neubauten im gleichen Zeitraum um vier, Altbauten um sechs Prozent.

Die Auswüchse dieses enormen Preisanstiegs werden gerade beim Neubauprojekt „Cloud No 7“ – einem exklusiven Apartmenthaus am Hauptbahnhof – deutlich. Hier verlangt der Verkäufer Quadratmeterpreise von 15.400 Euro. Das wäre noch vor fünf Jahren undenkbar gewesen. Die Preisrally ist nach Ansicht von Stephan Kippes noch lange nicht zu Ende. „Wir erwarten angesichts steigender Einwohner- und Haushaltszahlen keine signifikante Entspannung der aktuellen Entwicklung“, sagt der Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts. „Der wirtschaftliche Erfolg einer Stadt hat eben auch seine Kehrseite.“

So werden ältere Eigentumswohnungen inzwischen für durchschnittlich 3300 Euro pro Quadratmeter vermarktet; für alle Objekte mit sehr guter Ausstattung fallen inzwischen stadtweit mehr als 6800 Euro pro Quadratmeter an. Selbstnutzer zieht es angesichts dieses Preisniveaus immer häufiger an den Stadtrand oder in die Peripherie. Kapitalanleger sehen sich nach wie vor in den Innenstadtlagen nach Kaufobjekten um – etwa in Stuttgart-West oder im Heusteigviertel, wo die begehrtesten Wohnlagen sind.

Auch die Innenstadt, in der alles fußläufig zu erledigen ist und man sich ein Auto spart, ist ein Wohnfavorit – vor allem bei jungen Gutverdienern. Hier ist es auch am teuersten: Neubauwohnungen kosteten im vergangenen Jahr durchschnittlich 5775 Euro pro Quadratmeter, so der Stuttgarter Gutachterausschuss. Einfamilienhäuser sind grundsätzlich Mangelware in Stuttgart. Wer citynah – das heißt in Halbhöhenlage – wohnen will, kann lange. suchen und muss viel zahlen. Es gibt kaum Angebote, dafür aber enorm große Nachfrage für Immobilien zwischen 800000 und 2 Mio. Euro. Der IVD-Cityreport stuft in Stuttgart schon ältere Doppelhaushälften mit durchschnittlich 515.000 Euro ein.

Eines der spektakulärsten Neubauprojekte ist zurzeit der „Villengarten“ beim Klinikum. In sieben Stadtvillen, entworfen vom Berliner Büro Kuehn Malvezzi, entstehen kleine geförderte Zweizimmerwohnungen ebenso wie große Eigentumswohnungen, etwa ein 250 Quadratmeter großes Penthouse. Der Bezug ist für Ende 2016 geplant. Gebaut wird auch auf dem Gelände des früheren Olgahospitals an der Bismarckstraße, wo drei Bauträger und Baugemeinschaften ein urbanes Quartier errichten. Vor Kurzem war Baubeginn am Eugensplatz, wo ein Altbau des Paritätischen Wohlfahrtswerks abgerissen wird: In bester Halbhöhenlage werden dort 43 exklusive Eigentumswohnungen entstehen.

Mittelfristig setzt der neue grüne Baubürgermeister Peter Pätzold auf den „Rosenstein“ – jene frei werdenden Flächen zwischen Hauptbahnhof und Rosensteinpark, die er mittels Bürgerbeteiligung erschließen will. Auf ein zweites „Stuttgart 21“ möchte man im Rathaus verzichten, daher werden die Einwohner rechtzeitig in die Planungen für Großprojekte einbezogen. Im besten Fall könnten auf den alten Gleisanlagen bis zu 7000 Wohnungen entstehen. Das dürfte auch Pätzolds Chef und Parteifreund, Oberbürgermeister Fritz Kuhn, gefallen. Der hatte zu seinem Amtsantritt 2013 die Schaffung von Wohnraum als Priorität bezeichnet. 

capital.de, 21.04.2016
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