neu
Immobilien-Kompass-Karte Aktuelle Preise für Miete und Kauf in Deutschland




Immobilienpreise und Mietspiegel: Köln

Von Paul Prandl

Mitten im ehemaligen Arbeiter- und Industrieviertel Ehrenfeld steht der einzige Leuchtturm Kölns. 1894 wurde er auf dem Gelände der Helios Elektricitäts-AG gebaut. Der Legende nach war er für die ostafrikanische Insel Sansibar bestimmt, wurde aber nie dorthin geliefert. Und so überragt das 44 Meter hohe Bauwerk bis heute den Stadtteil, der zu den beliebtesten Quartieren der Domstadt zählt. Wohnungen sind hier knapp und teuer – wie fast überall in Köln.

Geht es nach Franz-Josef Höing, sollen, bildhaft gesprochen, auf dem Stadtplan weitere Leuchttürme hinzukommen. Der Kölner Baudezernent will das knappe Angebot an Wohnraum in den kommenden Jahren deutlich ausweiten – durch Projekte wie Mülheim-Süd, den Deutzer Hafen oder die Parkstadt Süd. „Wir müssen bauen, bauen, bauen“, sagt Höing. Mehr als 10.000 neue Wohnungen sollen durch die drei Großprojekte auf den Markt kommen, 30 Prozent davon öffentlich gefördert.

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, gleich ob für Mieter oder Käufer, wird in Köln zum Problem. In 76 von insgesamt 86 Stadtvierteln erreichten die Mieten 2016 neue Höchstmarken. Bei Bestandswohnungen flachte der Anstieg zwar zuletzt etwas ab. Zum Vorjahr stiegen die Quadratmeterpreise laut iib-Institut um etwa vier Prozent auf 10,50 Euro. Bei Neubauten hingegen beschleunigte sich der Preisauftrieb sogar ...

mehr erfahren
Teilen:

Immobilien- und Mietpreise in Köln

Top-Makler

Der Immobilienmarkt in Köln

Von Paul Prandl

Mitten im ehemaligen Arbeiter- und Industrieviertel Ehrenfeld steht der einzige Leuchtturm Kölns. 1894 wurde er auf dem Gelände der Helios Elektricitäts-AG gebaut. Der Legende nach war er für die ostafrikanische Insel Sansibar bestimmt, wurde aber nie dorthin geliefert. Und so überragt das 44 Meter hohe Bauwerk bis heute den Stadtteil, der zu den beliebtesten Quartieren der Domstadt zählt. Wohnungen sind hier knapp und teuer – wie fast überall in Köln.

Geht es nach Franz-Josef Höing, sollen, bildhaft gesprochen, auf dem Stadtplan weitere Leuchttürme hinzukommen. Der Kölner Baudezernent will das knappe Angebot an Wohnraum in den kommenden Jahren deutlich ausweiten – durch Projekte wie Mülheim-Süd, den Deutzer Hafen oder die Parkstadt Süd. „Wir müssen bauen, bauen, bauen“, sagt Höing. Mehr als 10.000 neue Wohnungen sollen durch die drei Großprojekte auf den Markt kommen, 30 Prozent davon öffentlich gefördert.

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, gleich ob für Mieter oder Käufer, wird in Köln zum Problem. In 76 von insgesamt 86 Stadtvierteln erreichten die Mieten 2016 neue Höchstmarken. Bei Bestandswohnungen flachte der Anstieg zwar zuletzt etwas ab. Zum Vorjahr stiegen die Quadratmeterpreise laut iib-Institut um etwa vier Prozent auf 10,50 Euro. Bei Neubauten hingegen beschleunigte sich der Preisauftrieb sogar. Wohnungen kosten im Schnitt 12,90 Euro pro Quadratmeter – zehn Prozent mehr als vor einem Jahr.

Käufern ergeht es nicht besser: In den vergangenen fünf Jahren sind die Preise sogar zwei- bis dreimal so schnell gestiegen wie die Mieten. 2016 verteuerten sich Bestandsimmobilien noch einmal um 11,6 Prozent auf durchschnittlich 3070 Euro pro Quadratmeter. Auch die Preise für Neubauobjekte legten kräftig zu: um 9,3 Prozent auf 4400 Euro. Das führt zu immer längeren Objektsuchen: „Bis eine Familie etwas Passendes findet, vergehen im Schnitt sechs bis zwölf Monate“, sagt Patrick Höppener, Geschäftsstelleninhaber bei von Poll Immobilien.

Mit 30 Prozent und mehr fiel der Preisanstieg in den linksrheinischen Vierteln Müngersdorf, Lövenich und Weiß besonders stark aus. Östlich des Flusses verzeichnen die vergleichsweise günstigen Stadtteile Poll, Kalk und Ostheim die größten Aufschläge. Dennoch erzielen Investoren hier noch Bruttomietrenditen von 4,2 bis 5,6 Prozent. „Anlegern, die auf Rendite setzen, bietet die rechte Rheinseite gute Möglichkeiten“, sagt Höppener. Wer dagegen „gute Lagen“ bevorzugt, dem rät er zu Vierteln wie Lindenthal oder Klettenberg. Dort steht bei der Rendite aber allenfalls eine drei vor dem Komma.

Manche Auswüchse der Immobilien-Euphorie am Rhein lassen selbst die Profis staunen: „Es ist unglaublich, zu welchen Preisen Wohnungen und Häuser im Moment den Besitzer wechseln“, sagt Martin Seeling, Direktor bei Postbank Immobilien in Köln. Zuweilen habe die Kaufsumme nichts mehr mit dem Wert der Immobilie zu tun. Immer öfter gleiche der Verkauf einer Versteigerung.

Solche Phänomene sind Folge eines massiven Nachfrageüberhangs. Auch wenn 2015 mehr als 4000 neue Wohnungen fertiggestellt wurden – Wohnraum ist und bleibt rar. Die Zahl der Kölner nimmt derweil weiter zu: Bis 2030 wird die Bevölkerung voraussichtlich um 100.000 auf 1,17 Millionen Einwohner anwachsen. „Pro Jahr benötigen wir aktuell 6000 neue Wohnungen“, sagt Baudezernent Höing. Um dieses Ziel zu erfüllen, denkt er sogar über die Gründung neuer Quartiere vor den Toren der Stadt nach. So könnte auf Feldern im Kölner Norden der Stadtteil Kreuzfeld mit 3000 Wohnungen entstehen – über 30 Jahre wurde der Plan immer wieder diskutiert und verworfen.

Bislang hat die Stadt 76 Baugebiete für 50.000 neue Einheiten identifiziert. Ein Teil der Grundstücke gehört ihr selbst – für viele Flächen müssen aber erst Erschließungs- und Bebauungspläne beschlossen werden. Oft lehnen die Bürger oder Bezirksvertretungen die Vorschläge ab. „Wenn wir bei jedem Bauprojekt von Anwohnern verklagt werden, wird es schwierig, überhaupt etwas zu bauen“, klagt Christiane Jäger, Leiterin der Abteilung Stadtentwicklung in der Kölner Verwaltung.

Das gilt auch für das Thema Verkehrswege. „Um Viertel wie Rondorf oder Zündorf im Süden weiterzuentwickeln, brauchen wir eine Bahnanbindung“, sagt Höing. Zudem müssen bestehende Strecken wie die Ost-West-Achse über die Deutzer Brücke, Heumarkt und Rudolfplatz ausgebaut werden. Bei Anwohnern treffen solche Pläne mitunter auf wenig Verständnis. „Teils muss die Infrastruktur über juristische Schlachten entwickelt werden“, so Höing. Den Visionär schreckt das nicht: „Wir haben gute Pläne, tolle Standorte und arbeiten daran, die Stadt zum Guten zu verändern. In zehn Jahren sind viele der Projekte fertig.“ Und vielleicht sind darunter auch ein paar neue Leuchttürme.

capital.de, 12.05.2017
Aktuelle Beiträge
Unternehmen sollten vorausschauen mehr lesen
"Wir haben bei Hertha Potenzial gesehen" mehr lesen
Lars Vollmer
Der Mythos vom demütigen Helden mehr lesen
5 Lektionen was Manager von Golfern lernen können mehr lesen
Verhandeln ist ein Sport
3 Tipps für den Verhandlungssieg mehr lesen
Capital Newsletter Capital - Die Woche: jeden Freitag das Beste aus sieben Tagen Capital.
Top Artikel
Großraumbüros sind bei Tech-Unternehmen wie Google im Trend.
CEOs wollen ihre Büros zurück mehr lesen
Einfach mal abschalten: Hier gibt es garantiert keinen Handempfang.
Einfach mal offline gehen! mehr lesen
Clemens Maier
Ravensburger - Spiel des Lebens mehr lesen
Wo Anleihen Zinsen bringen mehr lesen
5 Prinzipien, die erfolgreich machen mehr lesen

Weitere Immobilienpreise in der Umgebung von Köln

Köln-Neustadt-Nord

Von Paul Prandl
Nicht einmal 20 Minuten geht man vom Agnesviertel zu Fuß zum Dom. Auch Zoo und botanischer Garten, die Flora, sind nicht weit. Am Fort X, einer alten preußischen Festung, treffen sich nachmittags Eltern mit kleinen Kindern auf dem Spielplatz. Auf der quirligen Neusser ...

mehr erfahren
Köln-Neustadt-Süd

Von Paul Prandl
Der Stadtbezirk, dessen Name der Kölner so kaum kennt oder nutzt, beginnt an der Ost-West-Achse Aachener Straße und erstreckt sich im Halbrund zwischen dem Inneren Grüngürtel und dem Innenstadtring (Hohenstaufenring, Salierring, Sachsenring, Ubierring) bis zum Rhein. ...

mehr erfahren
Köln-Lindenthal, Stadtteil

Von Paul Prandl
Was dem Münchner der Englische Garten, ist dem Kölner sein Stadtwald. Die bereits 1895 angelegte Parkanlage ist mit 205 Hektar eine der größten Grünflächen. Ein guter Teil davon - inklusive Tierpark, Adenauer- und Decksteiner Weiher sowie Rautenstrauchkanal - liegt ...

mehr erfahren
Köln-Altstadt-Nord

Von Paul Prandl
Sie ist neben dem Weltkulturerbe Kölner Dom das touristische Aushängeschild der Stadt: Die historische Altstadt mit ihren zahlreichen Kneipen und Restaurants. Sie erstreckt sich entlang des Rheinufers zwischen Dom und Heumarkt, hier liegen Rathaus, Philharmonie und die ...

mehr erfahren
Köln-Ehrenfeld, Stadtteil

Von Paul Prandl
Fragt man Studenten nach ihrem Lieblingsstadtteil, liegt ein Veedel klar auf Platz eins: Ehrenfeld. Gleich ob die bunte Gastronomie, hippe Partylocations wie der Club Bahnhof Ehrenfeld, das art theater, Heinz Gaul und die Life Music Hall, oder die exzellente ...

mehr erfahren
Köln-Sülz

Von Paul Prandl
Städtisch, quirlig, grün – das ist Sülz. Das einstige Kleinbürgerviertel hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der beliebtesten Quartiere entwickelt. Und zu einem der teueren. Denn der Stadtteil bietet alles: Im Südwesten sorgen Beethovenpark, Grüngürtel und ...

mehr erfahren
Köln-Innenstadt

In Innenstadt überwiegen gute und sehr gute Wohnlagen.
Kaufpreise
Einfamilien- oder Doppelhäuser aus dem Bestand (älter als 3 Jahre) mit normaler Ausstattung werden zurzeit im Schnitt für 3.665 €/m² zum Kauf angeboten, Eigentumswohnungen aus dem Bestand ...

mehr erfahren
Köln-Altstadt-Süd

Von Paul Prandl
Sie ist neben dem Weltkulturerbe Kölner Dom das touristische Aushängeschild der Stadt: Die historische Altstadt mit ihren zahlreichen Kneipen und Restaurants. Sie erstreckt sich entlang des Rheinufers zwischen Dom und Heumarkt, hier liegen Rathaus, Philharmonie und die ...

mehr erfahren
Köln-Nippes, Stadtteil

Von Paul Prandl
„Nirgends gibt es Obst und Gemüse günstiger“, schwärmt Martin Schmitz. Regelmäßig kauft der Anwohner des Wilhelmplatzes auf dem großen Wochenmarkt ein. Dort werben von Montag bis Samstag lautstark türkische neben deutschen Händlern um Kunden. Die bunte Mischung ...

mehr erfahren
Köln-Braunsfeld

Von Paul Prandl
Wie unterschiedlich die zwei Gesichter eines Stadtviertels sein können, zeigen wenige Kölner Quartiere so anschaulich wie das im Westen gelegene Braunsfeld. Südlich der viel befahrenen Aachener Straße Richtung Stadtwald mischen sich gründerzeitliche Bürgerhäuser und ...

mehr erfahren
Weitere aktuelle Artikel auf Capital.de
  • Interview

"Chinesen wollen deutsche Marken"

Richard Liu E-Commerce-Plattform JD.com gilt als das "Amazon Chinas". Im Interview erklärt er, warum Chinesen Fälschungen satt haben. mehr lesen

  • Management
Flugangst trifft oft Manager.

4 Tipps gegen Flugangst

Für viele Manager sind Flugreisen der Horror. Mit diesen Tipps wird die Dienstreise im Flieger erträglicher. Von Marion Klimmer mehr lesen

  • Kolumne
Christoph Bruns

Utopia an der Börse

Stellen Sie sich vor, die Deutschen legen ihr Geld in Aktien an. Das bleibt wohl auf absehbare Zeit ein frommer Wunsch. Von Christoph Bruns mehr lesen