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Immobilien-Kompass-Karte Aktuelle Preise für Miete und Kauf in Deutschland




Immobilienpreise und Mietspiegel: Hannover

Lange war das Immobiliengeschäft in Hannover Sache der Einheimischen. Mittlerweile lockt die Stadt auch Investoren aus dem In- und Ausland. Als Johannes von Götz und seine Frau Anja erfuhren, dass sie Nachwuchs erwarten, war klar: Die junge Familie braucht ein neues Zuhause. „Wir dachten, das wäre ein Kinderspiel“, erinnert sich der 34-Jährige.
Beide unterrichten am Gymnasium,
sind verbeamtet. Eigenkapital war vorhanden, ein Kredit kein Problem. Ihr Budget: bis zu 350.000 Euro. Damit suchte das Paar eine Wohnung ab 120 Quadratmetern, Altbau, gern aus der Gründerzeit. Nach zweieinhalb Jahren Suche haben die beiden aufgegeben: „So traurig das klingt, aber es ist am Geld gescheitert.“

Das Ehepaar von Götz ist mit dieser Erfahrung nicht allein. Die Preise für Immobilien sind in Hannover stark gestiegen. In begehrten Vierteln wie Zoo, Oststadt oder List liegen sie teilweise um 15 bis 20 Prozent höher als noch vor ein paar Jahren, beobachtet Jan Peters, Immobilienberater bei der Sparkasse Hannover. Die Stadt wandelt sich. Bislang blieben die 520.000 Einwohner unter sich, gekauft wurde vor ­allem für den eigenen Bedarf. Als Kapitalanleger traten oft Ärzte aus der Region auf oder Besitzer von gut laufenden Handwerksbetrieben. Inzwischen bekommt Peters vermehrt Anfragen von institutionellen Anlegern, oft aus Süddeutschland; seine Kollegen beim Immobiliendienstleister Planethome berichten von Inte­ressenten aus Luxemburg, Österreich und sogar China.

Sie spekulieren darauf, dass ihre Wohnungen nicht lange leer stehen werden. Die hohe Lebensqualität in Hannover hat sich herumgesprochen: In ...

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Immobilien- und Mietpreise in Hannover

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Der Immobilienmarkt in Hannover

Lange war das Immobiliengeschäft in Hannover Sache der Einheimischen. Mittlerweile lockt die Stadt auch Investoren aus dem In- und Ausland. Als Johannes von Götz und seine Frau Anja erfuhren, dass sie Nachwuchs erwarten, war klar: Die junge Familie braucht ein neues Zuhause. „Wir dachten, das wäre ein Kinderspiel“, erinnert sich der 34-Jährige.
Beide unterrichten am Gymnasium,
sind verbeamtet. Eigenkapital war vorhanden, ein Kredit kein Problem. Ihr Budget: bis zu 350.000 Euro. Damit suchte das Paar eine Wohnung ab 120 Quadratmetern, Altbau, gern aus der Gründerzeit. Nach zweieinhalb Jahren Suche haben die beiden aufgegeben: „So traurig das klingt, aber es ist am Geld gescheitert.“

Das Ehepaar von Götz ist mit dieser Erfahrung nicht allein. Die Preise für Immobilien sind in Hannover stark gestiegen. In begehrten Vierteln wie Zoo, Oststadt oder List liegen sie teilweise um 15 bis 20 Prozent höher als noch vor ein paar Jahren, beobachtet Jan Peters, Immobilienberater bei der Sparkasse Hannover. Die Stadt wandelt sich. Bislang blieben die 520.000 Einwohner unter sich, gekauft wurde vor ­allem für den eigenen Bedarf. Als Kapitalanleger traten oft Ärzte aus der Region auf oder Besitzer von gut laufenden Handwerksbetrieben. Inzwischen bekommt Peters vermehrt Anfragen von institutionellen Anlegern, oft aus Süddeutschland; seine Kollegen beim Immobiliendienstleister Planethome berichten von Inte­ressenten aus Luxemburg, Österreich und sogar China.


Sie spekulieren darauf, dass ihre Wohnungen nicht lange leer stehen werden. Die hohe Lebensqualität in Hannover hat sich herumgesprochen: In den meisten Stadtteilen gibt es Grünflächen, Flüsse oder Seen, und manchmal sogar alles zusammen. Verglichen mit anderen deutschen Städten stehen hier noch relativ viele begehrte Altbauten. Es gibt ausreichend Kindergärten, Schulen und Nahverkehrsverbindungen.

Die Einwohner und potenziellen Mieter sind zudem überdurchschnittlich kaufkräftig. Große Versicherungskonzerne wie Hannover Rück und Talanx haben hier ihren Sitz, Volkswagen produziert Nutzfahrzeuge – und die Messe ist seit jeher ein großer Arbeitgeber. Bei alledem gelten die Kaufpreise für Immobilien im Vergleich zu denen in Hamburg oder München insgesamt noch immer als attraktiv.

Das Nachsehen dieser Entwicklung haben Interessenten wie Johannes von Götz und seine Familie. „Die breite Masse kann sich die Kaufpreise nicht mehr leisten“, bestätigt Maklerin Maria del Carmen Weber von Weber & Surmann. Viele sind doppelt gekniffen: Denn parallel zu den Kaufpreisen steigen auch die Mieten. Diese lagen noch vor zwei Jahren in guten Lagen zwischen 5,50 und 8,50 Euro pro Quadratmeter, heute werden 6,50 bis 11 Euro fällig.

Der Trend, dass Singles und jung gebliebene Senioren vom Land in die Stadt streben, ist ungebrochen. Bis 2025 werden in Hannover 532.000 Menschen wohnen, 12.000 mehr als heute. Damit steigt die Attraktivität vieler Viertel. „Alles, was in 30 Minuten erreichbar und mit öffentlichen Verkehrsmitteln angebunden ist, wird interessant“, sagt Weber. Angesichts des knappen Angebots steigt die Flexibilität der Interessenten: „Hier zeltet keiner, hier muss keiner ins Hotel, aber es findet auch nicht jeder die Wohnung, die er haben möchte“, sagt Dirk Streicher, Vorstand beim Bauträger Delta Bau.

Die Stadt will das Angebot nun rasch erhöhen. Vor einem Jahr hat sie das „Wohnkonzept Hannover 2025“ ins Leben gerufen. Dieses sieht unter anderem die Genehmigung zum Bau 8000 neuer Wohnungen vor; wer preiswerten Wohnraum sichert oder schafft, wird gefördert.

Im ersten Schritt soll bis 2015 Baurecht für jährlich 500 Wohnungen geschaffen werden. „Jede Lücke wird dafür genutzt: ehemalige Schulen, Krankenhäuser oder Tankstellen, alles wird umgewandelt und aufgewertet“, sagt Peter Hanel, Mitglied der Geschäftsführung bei Engel & Völkers Commercial. An zentralen Stellen wie dem Klagesmarkt oder am Hohen Ufer wird bereits gebaut, etwas auswärts in Wettbergen entstehen rund 300 Reihen-, Doppel- und frei stehende Einfamilienhäuser in klima­freundlicher Passivbauweise.

Zumindest kurzfristig, da sind sich die Experten einig, reicht das nicht aus, um den Markt zu entzerren. Einige Neubauten sprechen nur eine gut verdienende Klientel an. Und die legt gern einen drauf: „Es gibt immer einen, der noch mehr zahlt“, sagt Immobilienberater Timo Lietz von Planethome. Bei Neubauten an der Güntherstraße nahe dem Maschsee wurde die Marke von 5000 Euro pro Quadratmeter schon geknackt. Das könnte jetzt häufiger passieren, sagt Streicher von Delta Bau, „auch wenn wir nie das Niveau von München erreichen werden“.

Die Anlage lohnt sich zumeist trotzdem. In guter Lage sind laut Peter Hanel von Engel & Völkers Commercial für Wohn- und Geschäftshäuser Renditen von bis zu 7,5 Prozent drin, mitunter sogar zehn Prozent. Die Mieten werden im laufenden Jahr tendenziell steigen, um zwei bis fünf Prozent.

Die breite Masse ist von derartigen Schüben wenig begeistert. „In diesem Tempo sollte es nicht weitergehen“, sagt Sparkassen-Berater Peters. Johannes von Götz hat beobachtet, dass überteuerte Objekte in einschlägigen Newslettern immer wieder angeboten werden. „Es wird Zeit, dass wir mal wieder an dem schlechten Image unserer Stadt arbeiten“, scherzt er. Er und seine Frau erwarten inzwischen ihr zweites Kind und sind vor Kurzem in eine 150-Quadratmeter-Wohnung in List gezogen. Zur Miete.

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