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Immobilien-Kompass-Karte Aktuelle Preise für Miete und Kauf in Deutschland




Immobilienpreise und Mietspiegel: Hamburg-Harburg

Von Susanne Osadnik

Mancher Hamburger tut sich heute noch schwer mit dem Bezirk auf der anderen Elbseite. Für viele ist das eigentlich nicht mehr Hamburg. Das war es auch lange Zeit nicht. Doch immerhin seit 1938 gehört die einst selbstständige Stadt Harburg zur Hansestadt – wenn es auch bis heute nicht ins  kollektive Bewusstsein der Bevölkerung auf beiden Flussseiten eingedrungen ist.

In Harburg ist man „Harburger“ und fährt höchstens zur Arbeit „nach Hamburg“. So war das immer; so wird das bleiben. Oder auch nicht. Denn seit Hamburg stetig neue Bürger bekommt und das Wohnen immer teurer wird, rückt auch der Bezirk Harburg mit seinen 160.000 Einwohnern mehr und mehr in den Fokus von Investoren. Denn hier gibt es erstens noch jede Menge Grundstücke; Bauland kostet in den meisten Stadtteilen unter 300 Euro den Quadratmeter, und die Hamburger Innenstadt ist dank durchgehendem S-Bahn-Anschluss bis nach Stade auch noch von weiter entlegenen Stadtteilen gut zu erreichen. Über die Autobahnen A7 und A1 stehen gleich zwei Möglichkeiten zur Verfügung, mit dem Auto auf die andere Elbseite zu kommen. Und vom nördlichsten Zipfel des Bezirks, von Cranz aus, kann man sogar mit der Fähre nach Blankenese übersetzen.

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Immobilien- und Mietpreise in Hamburg-Harburg

Der Immobilienmarkt in Hamburg-Harburg

Von Susanne Osadnik

Mancher Hamburger tut sich heute noch schwer mit dem Bezirk auf der anderen Elbseite. Für viele ist das eigentlich nicht mehr Hamburg. Das war es auch lange Zeit nicht. Doch immerhin seit 1938 gehört die einst selbstständige Stadt Harburg zur Hansestadt – wenn es auch bis heute nicht ins  kollektive Bewusstsein der Bevölkerung auf beiden Flussseiten eingedrungen ist.

In Harburg ist man „Harburger“ und fährt höchstens zur Arbeit „nach Hamburg“. So war das immer; so wird das bleiben. Oder auch nicht. Denn seit Hamburg stetig neue Bürger bekommt und das Wohnen immer teurer wird, rückt auch der Bezirk Harburg mit seinen 160.000 Einwohnern mehr und mehr in den Fokus von Investoren. Denn hier gibt es erstens noch jede Menge Grundstücke; Bauland kostet in den meisten Stadtteilen unter 300 Euro den Quadratmeter, und die Hamburger Innenstadt ist dank durchgehendem S-Bahn-Anschluss bis nach Stade auch noch von weiter entlegenen Stadtteilen gut zu erreichen. Über die Autobahnen A7 und A1 stehen gleich zwei Möglichkeiten zur Verfügung, mit dem Auto auf die andere Elbseite zu kommen. Und vom nördlichsten Zipfel des Bezirks, von Cranz aus, kann man sogar mit der Fähre nach Blankenese übersetzen.

Die meiste Zeit aber bleiben die Harburger für sich – in einem der 17 Stadtteile, in denen es 78 Kitas, 22 Grundschulen, fünf Gymnasien, mehr als 300 niedergelassene Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten im Harburger Phoenix-Center und viel Grün sowie Wasser gibt. Nicht zu vergessen, die Technische Universität in Harburg, an der 7400 junge Leute studieren und die weiter wachsen soll. Politik und Verwaltung wollen die städtebaulichen Weichen so stellen, dass hier künftig 10.000 Studenten Platz finden können. Zukunftsmusik in Harburg.

Zum Kerngebiet  des Bezirks gehören die Stadtteile Eißendorf, Gut Moor, Heimfeld, Langenbek, Marmstorf, Neuland, Rönneburg, Sinstorf und Wilstorf. Komplettiert wird der Bezirk durch die Süderelbe-Stadtteile Altenwerder, Cranz, Francop, Hausbruch, Moorburg, Neuenfelde und Neugraben-Fischbek – mit 22,5 Quadratkilometern einer der größten Hamburger Stadtteile und mit seinen Heideflächen ein beliebtes Ausflugsziel für die Harburger. Hier, an der südwestlichen Grenze zu Niedersachsen wird zurzeit massiv gebaut. Rund 1500 neue Wohneinheiten sollen in den kommenden Jahren entstehen – die meisten als Reihen-, Doppel- oder Einzelhäuser. Auch an der einstigen Röttiger-Kaserne wird in diesem Jahr mit dem Bau von 800 Häusern begonnen. Lediglich im Zentrum des neuen Quartiers ist geförderter Wohnungsbau geplant. Zurzeit streiten sich Bezirksamt und örtliche CDU über die Höhe der Häuser. Denn Wohnklötze wie in den 70er Jahren will man hier nicht mehr haben. Das Erbe dieser Epoche lässt sich noch gut in Hausbruch/Neuwiedenthal mit seinen vielen sozialen und strukturellen Problemen beobachten.

Dabei dürfte Hausbruch mit seinem ohnehin großen Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern durchaus einen zweiten Blick wert sein, ist Thorsten Schleyer, Grossmann & Berger Harburg, sicher: „Es gibt einige Neubauten, die den Stadtteil weiter aufwerten werden.“ So baut etwa Bonova Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser entlang der Francoper Straße – gleich gegenüber des Naturschutzgebietes. Das günstigste Objekt kostet knapp 320.000 Euro; immerhin noch ein Quadratmeterpreis unter 3000 Euro. Im Stadtteil Harburg zahlt man im Durchschnitt für Neubauwohnungen schon 3750 Euro pro Quadratmeter.

Da der Bezirk auch für rund 1500 Flüchtlinge künftig neue Heimat sein wird, sind langfristig zusätzlich 400 Wohnungen in Harburg geplant, die aber auch Niedrigverdienern für knapp sechs Euro den Quadratmeter zur Verfügung stehen sollen. Im Durchschnitt zahlt man im Bezirk um neun Euro Kaltmiete für den Quadratmeter, im Neubaubereich zwölf Euro.

In Heimfeld, Eißendorf oder Marmstorf wohnt man am liebsten in den eigenen vier Wänden. Alle drei sind Favouriten für Käufer südlich der Elbe: Heimfeld, mit seinem pittoresken Villenviertel, einem Luxushotel, zwei Krankenhäusern und ausufernden Waldgebieten ist eine der Wunschadressen junger Familien. Ebenso das hügelige Marmstorf am Rand der Harburger Berge.  Dass man 15 Minuten mit dem Bus bis zur S-Bahn nach Harburg braucht, nehmen viele Einwohner in Kauf. Dafür werden sie mit Postkartenidylle in der Großstadt und einem historischen Ortskern inklusive Teich und 14 eindrucksvollen Reetdachhäusern belohnt.

Und auch das überwiegend von Mehrfamilienhäusern geprägte Eißendorf hat seine Fans: Im Norden eher zubetoniert, ist der Süden des Stadtteils pure Natur, die 520 Hektar Wald umfasst, 50 Kilometer Wanderwege und 15 Kilometer Reitwege. Hier bezahlt man für Neubauten auch schon mehr als elf Euro pro Quadratmeter Miete; Wohneigentum im Neubau kostete 2016 durchschnittlich fast 3400 Euro. In Marmstorf und Heimfeld muss man mit neun bis elf Euro Miete rechnen; Eigentumswohnungen gibt es im Bestand ab 2200 Euro pro Quadratmeter; Neubau wurde im vergangenen Jahr durchschnittlich mit mehr als 4000 Euro gehandelt. Das wirkt sich auch auf die Renditen aus. „In Eißendorf sind maximal 3,5 Prozent Rendite zu erwirtschaften; in Harburg liegt der Wert mit knapp 4 Prozent etwas höher“, sagt Makler Schleyer.

Das Prestigeviertel im Stadtteil Harburg ist der Binnenhafen, der sich seit Jahren vom schmuddeligen Elbtümpel zum Hightech- und Businessquartier mausert. Auch Wohnen ist zwischen Veritaskai und Schellerdamm angesichts von Wasser- und S-Bahnnähe angesagt. Allerdings leben hier schätzungsweise nicht mehr als 100 Menschen. Und es kommt mit jedem weiteren Projekt zu Konflikten zwischen Anwohnern, alteingesessenen Betrieben und Entwicklern. So stößt auch der Hotelbau, ein Gebäude mit 65 Metern, nicht auf jedermanns Gegenliebe. Dennoch will man in den kommenden Jahren noch viele weitere Wohnungen im Hafengelände hochziehen. Voraussetzung dafür: Man bekommt den Schallschutz in den Griff. Denn für Ruhebedürftige ist das nichts.

Wer geräuscharm leben will, wird im Bezirk am Rand des sogenannten „Alten Landes“ fündig. In der Nähe eines der größten Obstanbaugebiete Europas lässt sich vortrefflich leben. Vor allem viele  Mitarbeiter des Airbuswerks in Finkenwerder wissen Standorte wie Neuenfelde und Francop zu schätzen. „Der Weg zum Arbeitsplatz dauert keine zehn Minuten mit dem Auto“, sagt Schleyer. „Das bedeutet mehr Lebensqualität und mehr Freizeit. Anderswo in Hamburg ist man zwei Stunden täglich unterwegs, um zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen.“

Apfel-, Birnen- und Kirschbäume so weit das Auge reicht, liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser – das macht den Charme der Gegend aus. Neubauten findet man hier allerdings nicht. Aber Einfamilienhäuser und Reihenhäuser wechseln immer wieder die Besitzer. Zwischen 190.000 und 300.000 Euro muss man dafür anlegen.

Für schmale Geldbeutel gibt es auch in Langenbek, wo zweigeschossige Reihenhäuser dominieren, die Chance auf Wohneigentum: Häuser gibt es ab 160.000 Euro. Ausflüge ins Grüne müssen dann aber in anderen Stadtteilen wie etwa Wilstorf, das direkt an der Harburger Außenmühle liegt, stattfinden. Rönneburg hingegen hat nicht nur jede Menge Flair durch seine geschwungenen Straße und alten Baumbestand, sondern auch einen bäuerlichen Dorfkern mit Höfen und Katen – mitten in der Großstadt. Allerdings steht hier nur selten etwas zum Verkauf; Neubauten gibt es grundsätzlich nicht, Geschosswohnungsbau ebenso wenig.

capital.de, 27.03.2017
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