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Immobilienpreise und Mietspiegel: Augsburg

Eine bezaubernde Altstadt, erschwingliche Häuser – und bis zum Stachus sind es nur 35 Minuten. Gute Gründe für preisgeplagte Münchner, ihrer Heimatstadt untreu zu werden. Einen ganzen Tag lang durften alle Augsburger umsonst Straßenbahn fahren. Als Dankeschön, weil sie zwei Jahre geduldig die Großbaustelle Königsplatz ertragen hatten. Das Projekt war ein Dauerärgernis, immerhin ist der Platz der wichtigste Verkehrsknotenpunkt der Stadt. Und es bildet erst den Auftakt für weitere Umgestaltungsmaßnahmen: Für insgesamt 250 Mio. Euro werden große Teile der Innenstadt umgebaut.

Augsburg putzt sich heraus. Die 270.000-Einwohner-Stadt buhlt um Fachkräfte, will attraktiv sein für Rückkehrer vom Land und neue Firmen anlocken. „Dafür musste sie dringend ihre Aufenthaltsqualität verbessern“, sagt Marcus Cieleback, Leiter der Analyseabteilung der Immobilienfirma Patrizia.

Zwar besitzt Augsburg eine wunderbare Altstadt mit herrlichen Häusern und schönen Kirchen. Doch die Infrastruktur wurde lange vernachlässigt. Das ändert sich jetzt, nicht nur am Königsplatz: Der Hauptbahnhof wird bis 2019 für mehr als 100 Mio. Euro umgebaut. Die Gleise werden untertunnelt, damit Fahrgäste direkt vom Zug zu den Straßenbahnen gelangen können. Die Fußgängerzone hat bereits ein einheitliches Pflaster erhalten, ­Maximilianstraße und Elias-Holl-Platz werden neu gestaltet, zwischen dem Königsplatz und dem Stadttheater entsteht ein grüner Boulevard.

Die neue Dynamik lockt auch Investoren aus dem 60 Kilometer entfernten München an. Seit in der Landeshauptstadt die Preise explodiert sind, entdecken sie Augsburg. Auch Neubürger ...

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Immobilien- und Mietpreise in Augsburg

Top-Makler

Der Immobilienmarkt in Augsburg

Eine bezaubernde Altstadt, erschwingliche Häuser – und bis zum Stachus sind es nur 35 Minuten. Gute Gründe für preisgeplagte Münchner, ihrer Heimatstadt untreu zu werden. Einen ganzen Tag lang durften alle Augsburger umsonst Straßenbahn fahren. Als Dankeschön, weil sie zwei Jahre geduldig die Großbaustelle Königsplatz ertragen hatten. Das Projekt war ein Dauerärgernis, immerhin ist der Platz der wichtigste Verkehrsknotenpunkt der Stadt. Und es bildet erst den Auftakt für weitere Umgestaltungsmaßnahmen: Für insgesamt 250 Mio. Euro werden große Teile der Innenstadt umgebaut.

Augsburg putzt sich heraus. Die 270.000-Einwohner-Stadt buhlt um Fachkräfte, will attraktiv sein für Rückkehrer vom Land und neue Firmen anlocken. „Dafür musste sie dringend ihre Aufenthaltsqualität verbessern“, sagt Marcus Cieleback, Leiter der Analyseabteilung der Immobilienfirma Patrizia.

Zwar besitzt Augsburg eine wunderbare Altstadt mit herrlichen Häusern und schönen Kirchen. Doch die Infrastruktur wurde lange vernachlässigt. Das ändert sich jetzt, nicht nur am Königsplatz: Der Hauptbahnhof wird bis 2019 für mehr als 100 Mio. Euro umgebaut. Die Gleise werden untertunnelt, damit Fahrgäste direkt vom Zug zu den Straßenbahnen gelangen können. Die Fußgängerzone hat bereits ein einheitliches Pflaster erhalten, ­Maximilianstraße und Elias-Holl-Platz werden neu gestaltet, zwischen dem Königsplatz und dem Stadttheater entsteht ein grüner Boulevard.


Die neue Dynamik lockt auch Investoren aus dem 60 Kilometer entfernten München an. Seit in der Landeshauptstadt die Preise explodiert sind, entdecken sie Augsburg. Auch Neubürger kommen, die nicht mehr bereit sind, die Mietpreise an der Isar zu stemmen. „Wir haben eine große Nachfrage aus München“, sagt Ulrike Bosch, Teamleiterin beim Stadtplanungsamt. Pendeln ist kein Problem mehr. Die Autobahn wurde auf sechs Spuren ausgebaut, die Zugverbindung noch einmal verbessert. „Wer will, ist in 35 Minuten am Stachus“, sagt Sebastian Klaußner, Abteilungsdirektor beim Immobiliendienstleister Planethome. Das schafft man von vielen Vierteln in München aus nicht.

Richtig billig ist Augsburg deshalb nicht mehr. Die Preise sind stark gestiegen, das gilt für Mieten ebenso wie für Kaufpreise von Bestandswohnungen und Neubauprojekten. Auf dem Hasenbräu-Gelände zwischen Armenhaus- und Kapuzinergasse baut Klaus Bau unter dem Titel „Vis-à-vis“ rund 170 Wohnungen. An die historische Nutzung des Geländes erinnert nur noch der Torbogen mit dem goldenen Hasenwappen. In den Maxhöfen entlang der Weißen Gasse, wo früher Wohnungen für 3500 Euro pro Quadratmeter zu haben waren, kosten die Penthouses des neuesten Projekts mehr als 6000 Euro – ohne Garage. Da rutscht die Rendite für Anleger unter zwei Prozent. „Der Werterhalt ist durch die Lage aber gesichert“, sagt Klaußner.

Um die Wohnungen balgen sich potenzielle Investoren vor allem mit den reiferen Augsburgern. Es treibt die Generation Ü-60 zurück in die Innenstadt: zu Fuß ins Theater, danach auf ein Glas Wein in die Maximilianstraße und dann ab ins Penthouse. Raus aus dem Häuschen am Stadtrand, rein ins Zentrum. „Das ist der große Trend“, sagt Stadtplanerin Bosch.

Das Bauvorhaben Beethovenpark dürfte für Rentner und Pendler gleichermaßen spannend werden: Mit einer Fläche von 90.000 Qua­dratmetern ist es das größte Projekt in der Innenstadt. 400 bis 500 Wohneinheiten sollen auf dem Gelände der Ladehöfe nahe des Hauptbahnhofs entstehen, außerdem ein Einkaufszentrum und ein Hotel. „Viel zen­traler können Sie in Augsburg nicht leben“, sagt Immobilienexperte Cieleback. Und das hat seinen Preis.


Doch Augsburg verlässt sich nicht nur auf Münchner Preisflüchtlinge. Die Stadt hat eine sehr geringe Arbeitslosenquote, ein starkes Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum. Nahe der Universität entsteht in Göggingen derzeit der Innovationspark. Ziel ist es, Wissenschaftler und Unternehmer zusammenzubringen, um neue Produkte und Prozesse zu entwickeln. 500 Mio. Euro investieren die Stadt, der Freistaat Bayern und Investoren in das Projekt. Wenn der Park fertig ist, sollen hier 5000 Arbeitsplätze entstanden sein.

Es ist nicht zu spät, in Augsburg einzusteigen. In den kommenden 20 Jahren wird die Stadt wachsen. Doch das dürfte nicht für alle Viertel gelten. „Es lohnt sich noch, eine Immobilie zu erwerben“, sagt Makler Günter Gröber, „aber man muss sich die richtigen Stücke rauspicken.“

Ulrichsviertel

Die besten Wohnlagen in Augsburg - Ulrichsviertel

Zentraler kann man in Augsburg kaum wohnen. Zur Maximilianstraße sind es nur Sekunden, auch das Theater, Fußgängerzone und der Markt sind schnell zu Fuß zu erreichen. In der Innenstadt wird eine große Baulücke geschlossen. Unter dem Titel „Vis-a-vis-Wohnen im historischen Augsburg“ baut die Klaus Wohnbau GmbH auf dem ehemaligen Hasenbräu-Gelände zwischen Armenhausgasse und Kapuzinergasse rund 170 Wohnungen.

In den ersten beiden Bauabschnitten sollen 56 Einheiten entstehen. Die gassenseitige Mauer der ehemaligen Mälzerei bleibt erhalten und wird in die Bebauung integriert. Im Zentrum wird ein begrünter Innenhof angelegt, der in Anlehnung an die Augsburger Patrizier-Gärten gestaltet wird. Neben den Wohnungen entstehen einige Gewerbeeinheiten und eine Garage mit rund 45 Stellplätzen. Richtig großzügig wird die Anlage nicht. Nebenan entstanden schon die Maxhöfe und das Kaiserviertel. Die ersten Eigentümer können im Herbst einziehen, bis Anfang 2016 sollen sämtliche Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Proviantbachquartier

Die besten Wohnlagen in Augsburg - Proviantbachquartier

Entlang des Proviantbachs zwischen Otto-Lindenmeyer-Straße und Berliner Allee wohnten einst die Arbeiter der Textilfabriken. Nach deren Schließung Mitte der 1980er- Jahre verfiel das Viertel langsam. Die Augsburger haben noch die Bilder von zerschlagenen Fensterscheiben und besprühten Fassaden im Kopf. Jetzt wurden die 18 Häuser, die mit ihren Klinkerfassaden unter Ensembleschutz stehen, generalsaniert.

Die rund 180 Wohnungen zwischen 40 und 220 Quadratmetern mussten nicht lange auf neue Bewohner warten. Ein Haus ist für Studenten konzipiert mit einer gemeinschaftlich nutzbaren Dachterrasse, ein anderes für die ältere Generation mit Service-Angeboten. Es gibt ein Spielhaus für Kinder und ein Gästhause für Besucher. Doch für Quadratmeterpreise zwischen 2800 bis 3300 Euro (mit steuerlicher Abschreibungsmöglichkeit) fanden sich in dieser Lage vornehmlich auswärtige Käufer. Die Augsburger tun sich schwer, den Wandel vom Glasscherbenviertel zur guten Wohngegend nachzuvollziehen, auch wegen der alten Bausubstanz.

Textilviertel

Die besten Wohnlagen in Augsburg - Textilviertel

Ein paar Hundert neue Bewohner haben sich bereits angesiedelt, doch fertig ist das Viertel um das Textilmuseum längst noch nicht. In die Bauten der Kammgarnspinnerei sind Büros, Werkstätten, Geschäfte und Restaurants eingezogen. Entlang der Schäfflerbachstraße wachsen Wohn- und Stadthäuser in die Höhe, aber noch gibt es viel Platz. Das Immobilien­unternehmen Patrizia baut den Provinopark, in dem der Quadratmeter zwischen 3300 und 3900 Euro kostet. Im Viertel gibt es auch günstigeren Wohnraum. Kulturell soll sich das Gebiet durchmischen.

In den angrenzenden Wohngebieten Herrenbach und Wolframviertel leben viele Augsburger mit Migrationshintergrund, deren Einrichtungen und Sportvereine ins neue Quartier integriert werden sollen. Bisher klappt das alles ganz gut. Die Wohnungen sind begehrt. Nur die versprochene Einkaufsmeile fehlt immer noch.

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