Benvenuti in Scozia: hinein in die Lobby, den Nieselregen von der Barbour-Jacke geschüttelt, ans Kaminfeuer gesetzt und einen Scotch bestellt. Aber nix da, Gentlemen! Im Hotel Missoni Edinburgh wird Grappa statt Whisky eingeschenkt, eine Espressomaschine steht auf jedem Zimmer – und so viele Designermöbel, dass man sich im Vitra-Showroom wähnt.
Unter den Fünf-Sterne-Hotels der schottischen Hauptstadt und Finanzmetropole ist das Missoni-Haus ein Exot: Im Foyer grüßen erdbeerfarbene Barhocker des dänischen Designers Verner Panton. Die Zimmerwände sind mal violett, mal apfelgrün. Das Personal trägt Kilt, den Schottenrock, allerdings nicht im Karomuster, sondern im gestreiften Missoni-Look. Schlichte Schwarz-Weiß-Kontraste bilden das Grundmotiv für die gesamte Einrichtung.
Rosita Missoni, Gründerin und Chefin der Interior-Linie des Modehauses Missoni, hat eine seltene Gelegenheit beim Schopf gepackt: Als vor ein paar Jahren in der historischen Altstadt in Edinburgh ein Verwaltungsgebäude abgerissen wurde, ergatterte sie den Standort direkt an der "Royal Mile", der bestbesuchten Flaniermeile Schottlands. Am oberen Ende thront das königliche Schloss, am unteren Ende steht das ultramoderne Parlamentsgebäude nach Entwürfen des spanischen Stararchitekten Enric Miralles. In den Sommermonaten verwandelt sich das Kopfsteinpflaster in eine einzige große Bühne für Straßenmusiker und junge Schauspieler, die beim größten Kulturevent der Welt (Edinburgh Festival) darauf hoffen, entdeckt zu werden.
Das Hotel ist das erste unter dem Namen Missoni. In ihrem Studio in Mailand baute Rosita Missoni ein Hotelzimmer in den Originalmaßen nach und feilte so lange an Einrichtung und Farbkombination für Tagesdecken und Gardinen, bis alles stimmte. Ergebnis dieser Klausur: Design aus der ganzen Welt. Stühle und Sessel von Arne Jacobsen und Pierre Paulin, Lampen des Briten Robert Dudley Best – und natürlich immer wieder Objekte aus der eigenen Kollektion: Möbel, Tassen und Geschirr.
Ein eigenes Hotel als belebter Showroom in Toplage – mit dieser Masche folgt Missoni anderen Luxushäusern wie Armani, Bulgari oder Moschino. Die Royal Mile ist die ideale Teststrecke. Edinburgh ist urban und dynamisch, die Konkurrenz jedoch nicht so hart wie in London, Mailand oder Paris. Im Herbst wird das Hotel Missoni Kuwait eröffnet. Bis zu 30 Häuser sollen folgen.
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