Schloss Gymnich - etwa 50 Kilometer entfernt von Bonn und früherer Wohnsitz der Kelly Family - hat bei einem Zwangsversteigerungstermin am Dienstag keinen neuen Besitzer gefunden. Einziger Bieter im Brühler Amtsgericht war Joey Kelly, der ein Gebot von 1,7 Mio. Euro abgab. Dies reichte aber nicht aus: Beim ersten Termin muss ein Interessent mindestens die Hälfte des auf 5,3 Mio. Euro festgelegten Verkehrswerts bieten, um den Zuschlag zu erhalten.
Nun wird das Gericht einen neuen Versteigerungstermin bestimmen, bei dem dann keine Untergrenzen mehr gelten. Nach Angaben von Joey Kelly wird das Schloss versteigert, weil die zwölf Kelly-Geschwister sich nicht einigen können.
Das Schloss war der Stammsitz des rheinischen Adelsgeschlechts von Gymnich. Von 1971 bis 1990 diente das Wasserschloss mit dem umgebenden Park als Gästehaus der Bundesregierung.
Pläne für exklusive Golfanlagen scheiterten
Dort residierten Kaiser, Könige und Minister, zum Beispiel Queen Elizabeth II., US-Präsident Richard Nixon und der sowjetische Staatschef Leonid Breschnew. Bei einem Geheimtreffen auf Schloss Gymnich im August 1989 erfuhren der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl und Außenminister Hans-Dietrich Genscher, dass die ungarische Regierung die Grenze für DDR-Bürger öffnen werde.
Als die Bundesregierung das Schloss aufgab, wurde es nacheinander an zwei Investoren verkauft, die mit ihren Plänen für exklusive Golfanlagen scheiterten. 1998 ersteigerte die Kelly Family das Schloss und zog dort ein. Seit einigen Jahren steht die Immobilie leer.
Quelle: ftd.de
© 2012 dpa









