Ich werde hier sterben. Ein Blutgerinnsel aus meiner fahrlässig eingegipsten Wade wird mein Herz torpedieren, und ich werde niedersinken zwischen den besudelten Wattebäuschen auf dem Fußboden der Notaufnahme. Vor den Augen des wohlgenährten indonesischen Arztes, den das Wort "Thrombose" nur zu einem hilflosen Kichern veranlasst.
Wie bin ich nur hier gelandet? Noch vor fünf Tagen hätte die Welt schöner nicht sein können. Um mich herum die spektakuläre Landschaft Javas, vor mir fast ein halbes Jahr Südostasien mit meiner Frau. Ein Traum. Noch einmal eine große Reise machen, raus aus dem Job, der Hektik, der Kälte. Zäsur.
Monatelang hatten wir uns auf das Sabbatical vorbereitet. Hatten unbezahlten Urlaub ausgehandelt und unseren Lebensstandard auf halbes Gehalt heruntergefahren. Die teure Wohnung aufgegeben und auf Firlefanz verzichtet. Absurde Summen beim Tropenarzt und im Trekkingladen gelassen, unser Leben auf 68 Liter Packmaß gebracht und die Familie unter Tränen am Bahnhof verabschiedet.
Und dann der entscheidende Fehltritt am Fuße des unheilvoll rauchenden Gunung Bromo. Gerade verspotte ich im Geiste noch die japanischen Touristen, die in weißen Tennisschläppchen dem Vulkan zu Leibe rücken, da gibt das lockere Erdreich unter meinem professionell beschuhten Fuß nach. Aus meinem beschwingten Ausfallschritt wird eine würdelose Slapsticknummer, in der ich es fertigbringe, mein gesamtes Körpergewicht auf den just nach innen umgeknickten Fuß zu verlagern.
Krunsch.
Es ist die siebte Woche unseres Sabbaticals. Und sie fühlt sich wie die letzte an.










