Oper - "Die Nachtwandlerin" in Stuttgart
Das Ereignis dieses Abends heißt Ana Durlovski. Die Mazedonierin demonstriert in der Titelrolle unübertrefflich, was Belcanto bedeutet. Das Team um Jossi Wieler hat sich in gewohnter Weise bewährt, obwohl die Raumerfindungen von Bühnenbildnerin Anna Viebrock allmählich Abnutzungserscheinungen aufweisen. Jedenfalls funktioniert die Übertragung von Bellinis Handlung ins 20. Jahrhundert vorzüglich. Was den Beteiligten noch alles zu dem Stoff einfiel, hat sogar in dem gehaltvollen Programmbuch Spuren hinterlassen. Bei der Aufführung, die ja die Sinne ansprechen soll, überzeugt neben dem Orchester unter Gabriele Ferro und den gesanglichen Leistungen vor allem, wie das Regieduo mit dem Chor umgeht: Der ist über weite Strecken gut sichtbar auf der Bühne postiert und wesentlich mehr als nur Beiwerk oder Hintergrund. Er liefert nicht nur kleine Nebenaktionen, sondern auch humoristische Einlagen. Der anhaltende Premierenapplaus bestätigt, dass Wieler mit der ersten eigenen Neuinszenierung als Intendant auf dem besten Weg ist, sich die Zuneigung der Stuttgarter zu erspielen.
Von Thomas Rothschild
Die Nachtwandlerin |
|---|
Ort: Oper Stuttgart |
Regie: Jossi Wieler, Sergio Morabito |
Dirigent: Gabriele Ferro |
Mitwirkende: Ana Durlovski, Luciano Botelho, Liang Li |
FTD-Bewertung: 5 von 5 Punkten |









