08.06.2005
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Im Portrait

Die besten zehn Schulen

von Ute Göggelmann

Trotz Pisa-Pleite und häufiger Lehrer-Schelte gibt es in Deutschland viele Schulen, die ein erstklassiges Bildungsangebot offerieren. Die zehn besten Schulen der Capital-Studie im Portrait.

1. Platz: Gymnasium Achern

 
Gymnasium Achern: Schulleiter Droll legt besonderen Wert auf künstlerische Kreativität.

Gemälde, Skulpturen, Plastiken – überall im Schulgebäude des Gymnasiums Achern treffen Besucher auf kleine Meisterwerke: Bilder mit Monet-Rosen, Trinkgläsern in schrillen Farben und Seenlandschaften in Sonnenuntergangsstimmung; lebensgroße Gipsfiguren in Denkerpose oder Popart-Design mit Neonröhrenlicht. "Wir sind das größte Kunstgymnasium in Deutschland", sagt Schulleiter Paul Droll. Selbst die Architektur folgt dieser Ausrichtung: Alle Kunsträume haben eine Tür zum überdachten Schulhof. "Im Sommer stellen die Schüler ihre Staffeleien nach draußen und malen im Freien", sagt Droll.

Kursangebot. Das Gymnasium lockt mit einer Vielzahl von Seminaren und Arbeitsgemeinschaften – insbesondere im künstlerischen und musischen Bereich: Eine Theatergruppe führt im Sommer das Musical Westside Story auf, freiwillige Bühnenbildner bauen die Kulisse dazu, eine Bigband begeistert in regelmäßigen Aufführungen ebenso wie ein Streichorchester oder ein Chor. Hinzu kommen Seminare wie Fotografie, Plakatdesign oder Videoproduktion. "Wir wollen die Begabungsreserven der Schüler ausschöpfen und ihre Stärken nach vorne bringen", sagt Droll.

Ausstattung. Die logistischen Voraussetzungen sind gegeben. "Computer gehören so selbstverständlich zur Schule wie Tafel und Kreide", sagt Droll. Nur sieben Schüler teilen sich einen Computer. Allein 17 PC‘s stehen für privates Surfvergnügen zur Verfügung. Ein externer Fachmann betreut die Schüler.
Jeder Klassenraum verfügt zudem über Rechner, DVD und Beamer. "Entscheidend ist die pädagogische Nutzung", sagt Droll. So bietet das Gymnasium etwa den Mathe-Leistungskurs als normales Fach als auch als PC-Kurs für technikaffine Schüler an. In der Schule arbeiten sie mit Laptops, zu Hause an ihren eigenen Rechnern, die von der Schule mit dem professionellen Matheprogramm Maplesoft aufgerüstet wurden.

Leistung. "Begabtenförderung ist eine zentrale Aufgabe der Schule", sagt Droll. Rund 20 besonders talentierte Schüler werden in Achern derzeit gefördert – in den Fächern Naturwissenschaften, Deutsch und Gesellschaftswissenschaft. Junge Algebra-Genies geben beispielsweise die Mathe-Zeitschrift "Kopfnuss" heraus. Heute gehe jeder dritte Jugendliche auf das Gymnasium. "Es ist besonders wichtig, auf die unterschiedlichen Stärken der Schüler einzugehen", sagt Droll. Außerdem nehmen Acherner Schüler regelmäßig an lokalen und nationalen Wettbewerben teil. "Ich möchte ihnen beibringen, dass ein Leistungsvergleich keine Bedrohung, sondern eine Chance ist", sagt Droll. Der Erfolg gibt ihm Recht: Im laufenden Schuljahr haben 53 Eleven einen Preis gewonnen, zwei von ihnen sind Bundespreisträger.

Soziale Kompetenz. Das Gymnasium bei Baden-Baden ist mit 1250 Schülern eine größere Schule. "Man muss etwas tun, um die Anonymität zu überwinden", sagt Droll. So gibt es beispielsweise Streitschlichter aus der Oberstufe. Die Freiwilligen werden professionell qualifiziert und geben Fünft- und Sechsklässlern an mehreren Nachmittagen Tipps, wie sie Gewalt vermeiden, Streitereien deeskalieren und psychischen Stress aushalten können. Außerdem übernehmen die Älteren Hausaufgabenbetreuung und Patenschaften für die Kleineren.
Weitere Informationen erhalten Sie auf der   Schul-Homepage.

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Quelle: Smarthouse Media, SIX Telekurs