Campo dei Fiori, München
Kaltes Essen, Kerzenlicht, Musik von der Wandergitarre - am Tag der ersten Besichtigung präsentiert sich das Campo dei Fiori mit allen Annehmlichkeiten eines Zelturlaubs. Ein bisschen luxuriöser wird es schon zugehen, wenn das Münchner Viersternehotel im September eröffnet. Nur in Sachen Stromverbrauch will man den Ball flachhalten: Das Haus beim Viktualienmarkt soll Deutschlands erstes Nullenergiehotel werden.
Bisher steht es nicht zum Besten um die Klimabilanz des Herbergsgastes: Mag die Welt auch einer ungewissen Energiezukunft entgegenschlingern, es wird ausgiebig heiß geduscht, während Flachbildfernseher und Minibar im überheizten Zimmer um die Wette röhren. Hinter der Passivhaushülle und den Dreifachfenstern des Campo dei Fiori soll man guten Gewissens asen können. Solarzellen liefern Strom, das Wasser wird mit Sonnenwärme geheizt - und mit der Restwärme der Duschabwässer, die dann in die Toilettenspülung fließen.
"Wenn ich ehrlich bin, ist mir das ganz egal, ob die Technik jetzt gut für die Umwelt ist oder nicht", sagt Michael Vogt, Technischer Leiter der Derag-Hotelkette. "Ich habe nur den Auftrag, die Betriebskosten so niedrig wie möglich zu halten." 3,3 Mio. Euro wurden dafür bisher in die Haustechnik investiert - rund 20 Prozent mehr als üblich. Der Vorstand rechnet fest damit, dass sich die Technik amortisiert. Wenn sie endlich läuft: Ursprünglich wollte man schon im Mai eröffnen.
Campo dei Fiori (ab September), Utzschneiderstraße 3, München, Tel. 089/45830846, www.deraghotels.de










