Die Methode
Die Kunstkompass- Autorin Linde Rohr-Bongard, die nach dem Tod von Willi Bongard 1985 das Ruhmesbarometer fortgeführt hat, geht davon aus, dass die Qualität von Kunst nicht meßbar und vergleichbar ist. Wohl meßbar und vergleichbar ist jedoch das Renomee und die Resonanz, die Künstler durch Ausstellungs- und Publikationserfolge in der Fachwelt genießen.
Die Rangliste der 100 Größten wertet aus, was Museumsdirektoren, Ausstellungsmacher und Publizisten derzeit für wichtig halten und im Kunstbetrieb fördern. Unter der Voraussetzung, das Ruhm und Qualität hochgradig korrelieren, könnte man die Hundert Großen auch als die Hundert Besten Künstler der Gegenwart titulieren. Die Rangliste der 100 Größten aus dem Jahr 2004 finden Sie
hier, wer 2005 die Rangliste anführt, lesen Sie
hier.
Gemessen und mit Punkten belohnt werden
Einzelausstellungen in rund 180 international bedeutenden Museen und Kunstinstitutionen wie das Museum of Modern Art in New York oder die Tate Modern in London. Die Museen, die als Parameter zur Messung des Ruhmes zählen, können
hier als Liste aufgerufen werden. Den Künstlern zugeordnete
Galerien inklusive Kontaktdaten finden sich in der Übersicht.
Die Repräsentanz in renommierten nationalen und internationalen Gruppenausstellungen wie der Biennale in Venedig oder der documenta in Kassel. Auch diese Gruppenausstellungen, die in den zwölf vergangenen Monaten im In- und Ausland gezeigt wurden, können
hier als separate Liste aufgerufen werden.
Rezensionen in wichtigen Kunstzeitschriften wie "Art in America" oder "Flash Art".
Bilder zum Kunstkompass auf der Art Cologne 2005 finden Sie
hier.
Die einzelnen Positionen innerhalb der Rangliste der 100 Großen ergeben sich aus der Addition der Ruhmespunkte, die seit 1998 recherchiert wurden. Preise und Umsatzerfolge dagegen werden bei der Kunstkompass-Recherche nicht berücksichtigt. Allerdings gibt der Kompass zusätzlich Auskunft über die - relative - Preiswürdigkeit der einzelnen Künstler. Dadurch gewinnen Sammler und angehende Sammler eine weitere Orientierungs- und Entscheidungshilfe bei Investitionen in Kunst.
Die Preisangaben beziehen sich auf eine repräsentative, mittelgroße Arbeit aus jüngster Produktion. Es handelt sich dabei um Zirkapreise, da die Auskünfte der Galeristen im In- und Ausland erheblich differieren. Bei Mehrfachnennungen wurde das arithmetische Mittel errechnet.
Bei der Preisbewertung (PPV) werden die Preise durch die Ruhmespunkte dividiert, in Anlehnung an die Berechnung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses bei Aktien. Die Preisnoten im aktuellen Kunstkompass gruppieren sich um den Mittelwert von 6,3 Prozent. Die Hundert Großen werden also im Durchschnitt mit dem 6,3-fachen ihres Ruhmes gehandelt.
Daraus ergibt sich folgender Schlüssel
sehr teuer: 51 Prozent und mehr über dem Mittelwert;
teuer: 21 bis 50 Prozent über dem Mittelwert;
preisgerecht: zwischen 20 Prozent über und 30 Prozent unter dem Mittelwert;
günstig: 31 bis 50 Prozent unter dem Mittelwert;
sehr günstig: 51 Prozent und mehr unter dem Mittelwert.
Die Preisnoten enthalten keinerlei Kritik oder Qualitätsurteil: "Sehr teuer" bedeutet nicht etwa "zu teuer", ebensowenig wie "sehr günstig" als "zu günstig" zu gelten hat. Wieland Schmied, Präsident der Bayrischen Akademie der Schönen Künste und Autor zahlreicher Bücher zur Kunst des 20. Jahrhunderts, befindet:
"Mir scheint von allen in Bongards Listen berücksichtigten Faktoren der Hinweis am aussagekräftigsten zu sein, die Werke eines Künstlers seien 'sehr teuer'. Wäre ich ein Investor, ich würde hier zu sammeln anfangen. Denn hinter der lapidaren Notiz 'sehr teuer' steht das geballte Vertrauen des Marktes, das auf der Balance von Angebot und Nachfrage besteht."
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