Es ist entwürdigend. Da presst man sich in einen zu engen Sitz, weiß nicht, wohin mit den Knien, der Idiot von Vordermann kippt seine Rückenlehne extra weit zurück. Und dann bringt die Stewardess auch noch drei Näpfe, aus denen man mit einer Plastikgabel heiße Pappnudeln kratzen muss. Oder ein labberiges Sandwich mit Analogkäse und Billigputenwurst. Oder zehn Gramm Chips oder sechs Gummibärchen.
Essen im Flugzeug gibt es entweder gar nicht, oder es kostet was, oder es schmeckt nicht. Warum also bringen Sie Ihre Mahlzeit nicht einfach mit an Bord? Wenn man sein Catering selbst in die Hand nimmt, kriegt man schließlich problemlos ein Menü hin, das in dieser Form nicht mal Passagiere aus der First Class auf den Tisch bekommen. Doch, doch, das eigene Essen im Flugzeug ist erlaubt: Wenn Sie sich an ein paar Gebote halten
1. Du sollst die Sicherheitsbestimmungen beachten
Als autark speisender Passagier ist Ihr größtes Problem die Flugsicherheit. Auch wenn deren Bestimmungen und Gesetze mitunter kein normaler Mensch nachvollziehen kann: Skateboards, Angeln und mehr als eine Zahnpastatube sind verboten – aber im Laden hinter der Kontrolle darf man Glasflaschen kaufen. Was ist gefährlicher? Eine Attacke auf den Piloten mit einer Angel? Oder mit einer abgebrochenen Ginflasche?
Zum Glück dürfen Sie immerhin feste Nahrung mit an Bord nehmen. Am besten verstaut man diese ganz altmodisch in einer Tupperdose. Die ist zwar nicht besonders ansehnlich, aber für diesen Zweck durchaus nützlich. Schämen müssen Sie sich nicht, denn Glubschaugen bekommen sowieso alle neidischen Mitreisenden spätestens dann, wenn Ihr persönliches Bordmenü ausgepackt auf dem Klapptisch liegt: etwa ein paar Scheiben graved Lachs, dazu ein Minidöschen Kräutersoße.
Obacht: Letzteres darf nicht mehr fassen als 100 Milliliter und muss in einer durchsichtigen Tüte stecken, genau wie Ihr Nasenspray und Ihr Mundwasser. Möglich wäre übrigens auch ein Scheibchen Gänseleberpastete. Zu viel davon sollten Sie aber nicht mitnehmen – am Ende halten die Kollegen bei der Gepäckdurchleuchtung Ihre Foie gras für Semtex oder Schlimmeres.
2. Du sollst nicht miefen
Erlaubt ist selbstverständlich das Mitführen von Broten aller Art, selbst von Baguette (obwohl man damit theoretisch den Piloten bedrohen könnte). Zum mitgebrachten Backwerk würde zum Beispiel Rohmilchkäse passen – wenn Sie sich aber Ihre Sitznachbarn nicht zu Todfeinden machen möchten, sollten Sie auf delikate Stinker wie Reblochon, Epoisses und Münster verzichten. Echte No-gos sind aus aromatechnischen Gründen außerdem Leberwurststullen, Frikadellen, alles mit Schwarz- und Vollkornbrot sowie hart gekochte Eier, wie sie von Senioren gern im IC-Großraumwagen gepellt werden. Sie selbst würden schließlich auch nicht wollen, dass Ihre Mitreisenden das essen.
Besser geeignet sind gereifter Ziegenkäse oder ein Stück Schweizer Bergkäse. Wunderbar schmeckt auch ein spanischer Manchego- Käse mit etwas Früchtebrot, dazu ein paar rote Weintrauben im Plastikdöschen. Etwas Butter und ein paar Walnüsse (bitte zu Hause vorknacken!) ergänzen den Käsegenuss.


















