Es sind dunkle Zeiten für die lange verwöhnte deutsche Solarbranche. Subventionen werden zusammengestrichen, chinesische Firmen sorgen mit Billigmodulen für Preisverfall. Ohne solide Strategie und gesundes Finanzpolster geht da das Licht aus: Mitte Dezember melden Solon und Solar Millennium Insolvenz an.
Q-Cells hat das Eigenkapital aufgezehrt,
Conergy sinkt tiefer in die roten Zahlen. Ausnahmen scheinen Solarworld und SMA Solar zu sein, die sich mit einem tragfähigen Geschäftsmodell im schwierigen Umfeld behaupten.
Die immense Nervosität in der Branche bietet hier attraktive Investmentchancen, etwa mit Capped-Bonuszertifikaten. Den großen Chancen stehen aber entsprechende Risiken gegenüber. Daher eignen sich aktuell meist nur Bonuspapiere mit hohem Sicherheitspuffer gegen fallende Kurse für eine Anlage in
Solarworld und
SMA Solar.
Für Branchenkenner war die Marktbereinigung überfällig. Sie erwarten, dass sich in rund drei Jahren die stärksten Unternehmen herauskristallisiert haben. Die Branche sei immer noch eine Anlage wert, schreibt die Citigroup in einer aktuellen Einschätzung. Allerdings versehen die Analysten des Finanzinstituts Titel wie Solarworld oder SMA Solar mit dem Zusatz "hohes Risiko".
Bei Solarworld gibt man sich optimistisch. Firmenchef Frank Asbeck will die Schwäche der Konkurrenz nutzen, um Marktanteile zu erobern. Dabei sorgte der Preisverfall auch bei Solarworld für rote Zahlen im dritten Quartal. Doch Solarworld sei weltweit sehr gut aufgestellt, zudem seien genügend liquide Mittel vorhanden, verkündet der Manager. Auch SMA Solar macht in Optimismus. Da in Deutschland sinkende Umsätze zu erwarten sind, setzt Unternehmenschef Pierre-Pascal Urbon auf die USA, Indien und Japan. Der Konkurrenz aus Fernost will er Qualität, Service und ein großes Produktspektrum entgegensetzen. Das kommt an: Die Analysten von Independent Research halten SMA für eines der wenigen deutschen Erneuerbare-Energien-Unternehmen, das nachhaltig profitabel und von dem eine Dividende zu erwarten ist.









