Das Börsenjahr 2008 war so gar nicht nach dem Geschmack von Anlegern, die auf Solartitel setzen. Eine Hiobsbotschaft jagte die nächste. So nahm der Branchenprimus Q-Cells seine Prognosen kräftig zurück. Folge: Die Aktie brach stark ein, im Gesamtjahr schlägt ein Minus von 74 Prozent zu Buche. Auch der Solarmodulbauer Solon musste eingestehen, dass die Finanzkrise die Nachfrage nach Produkten aus dem Bereich Fotovoltaik reduziert. Hier verlor der Kurs 80 Prozent. Noch stärker beutelte es die Aktionäre des Solarparkentwicklers Conergy, dessen Kurs von rund 8,50 Euro Ende 2007 auf genau einen Euro abstürzte – ein Minus von 88 Prozent. Wer nun darauf setzt, dass es nicht schlimmer kommen kann, könnte sich täuschen. Höhere Kapitalkosten, Probleme bei der Kreditbeschaffung und die Folgen der Finanzkrise machen der Branche auch 2009 zu schaffen. Dies belegt auch die jüngste Umsatzwarnung von LDK. Der chinesische Solartechnikkonzern produziert Siliziumscheiben und beliefert auch Q-Cells. Die Krise habe in der Solarbranche zu einem Nachfragerückgang geführt, erklärte der in New York gelistete Konzern.
Weiteres Problem: Da die eingebrochenen Ölpreise die klassische Produktion von Strom günstiger machen, nimmt die Attraktivität von Solarstrom ab. Zudem sorgt die Begrenzung der Subventionen in Spanien für eine geringere Nachfrage – bei einem wachsenden Angebot und sinkenden Preisen.
Einige Analysten sehen nun dennoch erstes Licht am Ende des Tunnels: Sie erwarten Chancen in einer zügigen Konsolidierung der Branche. Für Hoffnung sorgt auch Barack Obama. Mit dem Physik-Nobelpreisträger Steven Chu als Energieminister setzt der designierte US-Präsident stärker auf alternative Energien, um die USA unabhängiger vom Öl zu machen.
Von einer möglichen Trendwende können Anleger über den Solex profitieren. Zusammen mit dem Indexanbieter Dow Jones Indexes und dem Vermögensverwalter SAM Group legte die Société Générale ein Börsenbarometer auf, das die weltweit zehn wichtigsten Unternehmen aus der Solarbranche enthält. Zu den Schwergewichten zählen neben dem US-Konzern First Solar die beiden Tec-Dax-Titel Q-Cells und Solarworld. Ein Open-End-Indexzertifikat (Isin DE 000SG0SUN4) bildet die Performance des Index nahezu eins zu eins ab.
Fazit: Nur Zocker setzen auf eine rasche Gegenbewegung. Ausgewogene Anleger warten eine nachhaltige Beruhigung des Marktes ab.
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