Ein Besuch im hohen Norden - warum nicht? Rentiere und Glögg-Punsch verbreiten traditionell weihnachtliche Stimmung. Und auch das Depot könnte Julfest feiern, denn inmitten der europäischen Schuldenkrise präsentieren sich die skandinavischen Länder äußerst stabil. Zwar haben die nordischen Aktienmärkte auch gelitten, aber die Verluste fielen moderat aus. Für Zertifikateanleger bieten sich Open-End-Papiere auf Skandinavien oder auf Norwegen und Schweden als Einzelländer an.
Weitgehend unbemerkt haben sich Finnland, Schweden und Norwegen vom europäischen Schuldendrama abgekoppelt, glänzen mit Topratings und stabilen Ausblicken. Finnland, als einziges skandinavisches Land Mitglied der Euro-Zone, verbucht eine Staatsverschuldung von 48,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, bei den nordischen Nachbarn liegt die Staatsschuldenquote zwischen 39,8 und 44,7 Prozent. Zum Vergleich: In der Euro-Zone beträgt der Durchschnittswert 85,1 Prozent. Beim Bruttoinlandsprodukt erwartet Norwegen für 2011 ein Plus von 2,6 Prozent, Schweden von 4,2 Prozent und Finnland von 3,9 Prozent. Als größter Wachstumstreiber gilt die Innovationskraft. Der Anteil der Forschungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt lag 2010 in Finnland mit 3,87 Prozent und in Schweden mit 3,42 Prozent über dem Wert Deutschlands (2,82 Prozent), das gemeinhin als innovativer Spitzenreiter gilt.
Auch wenn sich die exportabhängigen Skandinavier davor fürchten, dass die Euro-Zone und damit der Hauptabsatzmarkt in eine Rezession abrutscht, bleiben Investoren optimistisch. "Wenn es um Derivate auf Skandinavien geht, kaufen Anleger meist immer noch die Nokia-Aktie als Basiswert", sagt Anouch Wilhelms, Zertifikateexperte der Commerzbank. Im Stoxx Nordic 30 hat sich das Gewicht des Klassikers über die Jahre allerdings sukzessive verringert und liegt aktuell bei 4,8 Prozent. Der Blue-Chip-Index enthält die größten und liquidesten Titel aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden. Größter Wert im Index ist mit elf Prozent Anteil der dänische Pharmahersteller Novo Nordisk, insgesamt überwiegen allerdings schwedische Titel mit einem Gesamtanteil von rund 50 Prozent. Ericsson und H&M kommen auf 7,4 beziehungsweise 7,3 Prozent.
Jeweils im September wird die Zusammensetzung des Index überprüft. Die Gewichtung erfolgt nach dem frei handelbaren Streubesitz und wird quartalsweise angepasst. Die Kappungsgrenzen liegen bei zehn Prozent. Für Skandinavien-Fans bietet die HypoVereinsbank ein nicht währungsgesichertes Open-End-Indexzertifikat auf den Nordic 30 an (ISIN DE 000 HV5AAP 2) sowie Papiere auf den Länderindex von Norwegen, den OBX (DE 000 CB07MF 8), und auf den Index von Schweden, den OMX S30 (DE 000 CB5DWZ 8).
Quelle: ftd
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